30. März 2016
März 201630

Das & Dies

Meine wenigen Leser beschweren sich darüber, daß ich sehr häufig den gleichen Titel für meine Blogeinträge verwende. Das liegt halt in der Tatsache begründet, daß ich meist über ein breiteres Spektrum grantle und nicht über ein spezifisches Thema. Aber ich nehme ja Kritik auf, und deshalb war ich jetzt mal hochgradig innovativ – zumindest in der Art und Weise, wie deutsche Politiker die flachen, aus internationaler Sicht bemitleidenswerten Ideen der deutschen IT-Großkonzerne bezeichnen.

Firefox

Mozilla hat seit der Umwandlung von Firefox (bzw. dessen Vorgänger Netscape Navigator) in ein Open Source-Projekt Probleme, eine dauerhafte solide Finanzierung hinzubekommen. Nun mußte sich Mozilla eingestehen, daß eines der Projekte, aus dem am Ende auch ein bißchen Geld sprudeln sollte und in das sie viel Energie gesteckt haben, letztendlich gescheitert ist. Firefox OS sollte den Browser samt kompletter Laufzeitumgebung auf Mobilgeräte, vornehmlich Smartphones, bringen.

Gründe für das Scheitern gibt es mehrere: einerseits war m.E. das Projekt allgemein zu groß für Mozilla, zudem muß man technologisch die Frage stellen, ob man wirklich krampfhaft versuchen muß, den Browser zum Ökosystem eines ganzen Gerätes zu machen. Das erinnert mich so an den immer wieder richtigen Spruch: Hast Du nur einen Hammer als Werkzeug, sieht jedes Problem wie ein Nagel aus. Ein anderes Problem ist, daß mit Android ebenfalls eine Plattform zur Verfügung steht, die für den Hersteller auch mit wenig bis keinen Lizenzkosten verbunden ist. Vor diesem Problem steht zum Beispiel Jolla mit ihrem Sailfish ja auch. Die haben aber wenigstens geschafft, Android-Applikationen unter ihrem Betriebssystem zum Laufen zu bekommen – mir ist nicht bekannt, daß Mozilla ähnliches auf dem Radar hatte.

Aber egal, Firefox OS scheint ja Geschichte zu sein, ein Weiterleben gibt es höchstens noch auf SmartTVs (zur Zeit bei Panasonic), wo es sich aber auch mit anderen gescheiterten Betriebssystemen (wie WebOS) einen Konkurrenzkampf liefert. Ich wollte auch eigentlich nicht über die Geschichte schreiben, sondern über die Zukunft. Denn was macht Mozilla nach dem Scheitern von Firefox OS? Es stürzt sich in neue, völlig ungewisse Abenteuer. »Internet of Things«, was wohl das Buzzword des Jahres 2016 werden wird, muß es sein. Und wiederum soll die eigene Browser-Technologie im Zentrum stehen. Aus Fehlern nichts gelernt?

Auch auf Slashdot wird heftig geschimpft: Mozilla sollte sich mehr um den Browser selbst kümmern. Firefox mit seiner darunterliegende Layout Engine »Gecko« war mal top-of-the-notch, aber die Welt dreht sich weiter, und so kommt er ins Hintertreffen, speziell gegenüber Googles Chrome, aber auch gegenüber Microsofts neuen Browser Edge. Die sind schneller beim Rendern, können besser mit mehreren CPU-Cores umgehen und sind auch nicht mehr so ressourcenhungrig. Ebenso steht in der Kritik, daß Mozilla die Weiterentwicklung von Thunderbird praktisch eingestellt hat.

Eine Heise-Meldung ließ aufhorchen: Mozilla wolle im Juni auf Basis ihres Forschungsprojekts »Servo«, eine hochgradig parallelisierte Layout Engine, für die extra eine eigene Programmiersprache namens »Rust« entwickelt wurde, im Juni als Alpha-Version vorstellen. Hat Mozilla den Wink mit dem Zaunpfahl mitbekommen? Offenbar nicht wirklich. Heise hat den Artikel mittlerweile aktualisiert. Mozilla läßt verlauten, daß lediglich eine »Tech-Demo« geplant es. Schade…

Zensur

Islamisierung

Flüchtlinge

TTIP

Rundfunkgebühren

Minister Mittelmaas

Nein, diese schöne Verballhornung stammt nicht von mir, sondern aus einer Zeitung und bezog sich auf die Kompetenz dieses Herrn. Denn bei allem, was er anpackt, kommt nur Mittelmäßiges heraus. Eine immer wieder vorgebrachte Kritik ist übrigens, daß er mit seinen Gesetzen durch unklare Formulierungen, durch Verwendung unscharf definierter Begriffe die Rechtsunsicherheit fördert. Diese Rechtsunsicherheit hebelt aber die Rechtsstaatlichkeit und die Freiheit aus, weil ehrliche Leute dann lieber das zu ihren Ungunsten auslegen, um einen Rechtsbruch zu vermeiden. Das ist dann ein ähnlicher Effekt wie bei der Selbstzensur. Außerdem fördert sie die Beweislastumkehr.

Aber vielleicht ist das gar nicht mal Inkompetenz, sondern Absicht. Spätestens seit seiner 180-Grad-Drehung in Sachen Vorratsdatenspeicherung ist klar, daß Heiko Maas keine moralischen Ansprüche an sich stellt, sondern für jede Schandtat zur Verfügung steht. Und da bei der SPD die Demokratie, Freiheit und Rechtsstaatlichkeit nur als Monstranz vor sich hergetragen wird, aber nicht wirklich gelebt wird, ist sehr leicht möglich, daß Maas nur Handlanger fremder Interessen – innerhalb und außerhalb der Partei – ist. Beispiele gefällig?

Als ich das las, mußte ich erstmal schlucken. Und wenn ich in die Kommentare beim Spiegel und bei der Zeit hereinschaue, ging es anderen genauso. Denn womit begründen Islamisten ihre Morde an Karikaturisten, die Mohammed malen oder an sonstigen Kritikern des Islams? Richtig, mit schweren Beleidigungen. Und mit was wird der Mord an Familienmitgliedern, vorwiegend Töchter und Schwestern, die sich westlich orientieren oder die »ungläubige« Partner haben? Auch richtig, eine gefühlte Ehrverletzung ist doch eine mit der Beleidigung vergleichbare Gemütsbewegung. Auch Rachemörder könnten mit der geplanten Regelung in den Genuß der Vergünstigung kommen. Ich dagegen kann mir überhaupt keine Form von Beleidigungen/Gemütsbewegung vorstellen, die eine Strafminderung bei Mord rechtfertigen würde. Vielleicht sollte Maas noch eine Liste daranhängen, damit jemand weiß, ob er/sie bei »Hurensohn« oder »Hure« schon das Messer zücken und zustechen darf…

Ist das einfach nur unsägliche Dummheit oder auch nur wieder Handlangertätigkeit, diesmal für die ganz linke Gutmenschenfraktion?