Dies & Das
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Amazon hat sich ein Verfahren patentieren lassen, bei dem die Waren an den Kunden schon verschickt werden, bevor sie bestellt wurden – zumindest schon mal an ein Auslieferungszentrum in der Nähe des Kunden.
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Kühlschränke sind schon seit langem im Verruf als Brutstätte unschöner Dinge, seit neuestem auch für E-Mail-Spam. Seit einiger Zeit werden Kühlschränke angeboten, die ein Display besitzen und ans Internet angeschlossen sind. Wozu man das braucht, hat sich mir noch nicht wirklich erschlossen, aber es gibt sie halt nun mal. Irgendwie war es dann auch abzusehen, daß sie ins Visier von Hackern kommen und die eingebauten Computer für andere Zwecke mißbraucht werden. Das hat man jetzt erstmals in freier Wildbahn beobachtet, wie an verschiedenen Medien, z.B. der Spiegel, berichten. Sie haben auch schon einen Begriff für solche gekaperten Geräte gefunden: Thingbots. Ich glaube, das sogenannte Internet der Dinge wird uns noch viel »Spaß« bereiten…
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Auf Hinweis eines Kollegen: In Essen spielt sich derzeit mal wieder ein Lehrstück bezüglich des Demokratieverständnisses unserer Politiker ab: Dort wollte der Rat der Stadt die Messehallen für lächerliche 123 Millionen Euro aufpolieren. Natürlich war das alles wieder alternativlos, wurde heftigst beworben. Jetzt gab es einen Bürgerentscheid, und der hat das Projekt mit knapper Mehrheit (50,4%) gekippt. Wie ist die Reaktion des Oberbürgermeisters? Er warf die Frage auf, »wo Bürgerentscheide ihre Grenze haben«. Panikmache obenauf: Das Ergebnis bedeute für Essen eine Weichenstellung »in Richtung Abwärts – mit ungewissen Ausgang«. Demokratie ist also nur solange gut, wie sie den Göttern im Olymp nicht in die Quere kommt. Abtreten!
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Nachtrag: An anderer Stelle demonstriert Essens OB noch, daß er das demokratische Prinzip nicht verstanden hat: »Wenn 70 Prozent der Essener nicht abstimmen, heißt das ja nicht, daß es eine Mehrheit gegen den Messeumbau gibt, sondern daß es eine unentschlossene Mehrheit gibt«. Nein, das heißt es nicht. Nicht wählen heißt, nicht am demokratischen Prozeß teilzunehmen, warum auch immer. Irgendetwas da hineinzuinterpretieren ist unlauter.
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Obamas Ankündigungen zu der Überwachung durch das Terror-Netzwerk NSA sind im allgemeinen in Deutschland als ziemlich unzureichend wahrgenommen worden, selbst von Politikern der GroKo. Eine Ausnahme ist unser Innenminister de Maizière, [der sie gut und wichtig fand](gute und wichtige Rede). Dann wirft er noch als Ablenkungsmanöver ein paar Nebelkerzen und warnt vor Sanktionen. Zusammen mit seinen Äußerungen zur Vorratsdatenspeicherung letzte Woche muß man schon von Realitätsverweigerung und Pflichtverletzung sprechen.