24. März 2015
März 201524

Dies & Das

Die SPD ist die neue FDP

(Links zu den entsprechenden Themen folgen weiter unten)

Da weiß ich gar nicht, wo ich anfangen soll. Vielleicht mit der Vorratsdatenspeicherung. SPD-Justizminister Maas hat jetzt auf Druck von Dumpfbacke Gabriel eine 180°-Wende in Sachen Vorratsdatenspeicherung vollzogen. Der hat halt nicht das Rückgrat von seiner Vorgängerin Leutheusser-Schnarrenberger, eine der wenigen Lichtblicke der FDP in den letzten Jahr(zehnt)en, sondern ist ein gewöhnlicher SPD-Umfaller und -Verräter wie seine Genossen. Oberverräter Gabriel erklärt seine VDS-Unterstützung damit, daß er das Feld nicht den CDU-Hardlinern überlassen wolle. Was ist das eigentlich für eine dämliche Begründung? Wie damals bei von der Leyens »Kinderpornofilter«, dem die SPD zugestimmt hatte. Politische Überzeugung, Argumente, Verstand, Rechtsprechung (BVerfG, EuGH), Grundgesetz – alles unnötiger Ballast, der Gabriel nur dabei stört, die SPD zur Blockpartei der CDU/CSU zu machen.

Das Gabriel- und SPD-Prinzip ist dabei immer gleich und heißt Kosmetik: Am Anfang wird sich massiv über ein Vorhaben der CDU und/oder CSU beschwert. Nein, man könne da nie und nimmer zustimmen. Dann hört man eine Zeitlang nichts, das Thema verschwindet erstmal in den Schubladen. Später heißt es, die SPD sehe großen Änderungsbedarf für eine Zustimmung. Es wird dann »mächtig« verhandelt. Am Ende kommen jedoch nur ein paar kleine kosmetische Änderungen ohne wirkliche Bedeutung heraus, die aber medial aufgebläht werden, und die prozentuale Zustimmung der SPD-Abgeordneten im Bundestag überschreitet bei der Abstimmung sogar die der CDU/CSU. Wie es sich halt für eine brave Blockpartei gehört.

Aktuell kann man das an zwei Themen sehen: TTIP und Ausländer-Maut. Bei TTIP gibt es massiven Protest in der Bevölkerung, und was kommt von Gabriel: Ein paar Versprechen (oder Versprecher…), aber nichts greifbares. Kosmetik halt zum Übertünchen, mögen sich die blöden Bürger damit zufriedengeben.

Ähnlich mit der Ausländermaut: Was ein Tamtam der SPD, als »Doofbrindt« im Herbst letzten Jahres seine Maut vorgestellt hatte. Anfang März haben sich dann gerade noch 14 SPD-Abgeordnete dagegen ausgesprochen, vermutlich schon unter Argusaugen der SPD-Führung, aber auf jeden Fall ohne große Unterstützung. Letzte Woche hat die SPD noch Änderungen an den (thematisch ziemlich belanglosen) Preisen für die von Ausländern zu kaufenden Vignetten und am Datenschutz gefordert, wobei in den jüngsten Meldungen von letzterem auch nichts mehr zu hören ist. Und am nächsten Freitag (27.3.), ein Tag später als von CDU/CSU gewünscht, wird die SPD die Maut mit marginalen Änderungen durchwinken.

Aber das Konzept der SPD geht nicht auf, sie verharrt bei 25%. Die potentiellen SPD-Wähler sind nicht so dumm, wie die SPD sie gerne hätte (könnten aber auch schlauer sein, wie die Ex-FDP-Wähler). Zudem verzeihen sie der SPD immer noch nicht Schröders Verrat durch die Hartz-IV-Gesetzgebung und die anderen Schweinereien wie die sinnlose Riester-Rente oder das ganze Gazprom-Thema.

Die Situation der SPD wird in vier Artikeln bei der Süddeutschen Zeitung, beim Spiegel, bei der Welt und bei Telepolis analysiert.

Vorratsdatenspeicherung

Überwachung allgemein

Sonstige Netzpolitik

Maut

TTIP

Gentechnik

Sonstiges