28. Januar 2014
Januar 201428

Nachlese: Snowden-Interview oder das vermasselte Event

Die Kritiker sind sich leider ziemlich einig. Die ARD bzw. der NDR hat es vermasselt. Da haben sie die Chance, Snowden zu interviewen, und was machen sie daraus? Nichts. Hauptkritikpunkt ist, daß sie das Interview erst am Sonntag abend um 23:15 Uhr gezeigt haben. Dann also, wenn die arbeitende Bevölkerung schon im Bett ist oder zumindest auf dem Weg dahin.

Zweiter Kritikpunkt ist die Jauch(e)-Sendung davor. Zum einen kannten die Zuschauer (und womöglich die Gäste auch) das Interview nur bruchstückhaft, zum anderen waren die Gegner der Überwachung nicht wirklich bissig (da wäre mehr gegangen) und zum Schluß war Jauch als Moderator unfähig und unvorbereitet – wie eigentlich immer. Die Abwiegler (Ex-US-Botschafter und ein Bild-Redakteur) konnten so ihren Müll relativ ungehindert verbreiten.

Dritter Kritikpunkt ist, daß das Interview im Internet nur in Deutschland und mit deutscher Übersetzung im Internet verfügbar war. Das wurde dann aber abgestellt. Angeblich habe der NDR selber nicht die internationalen Rechte an dem Interview, das sie selber (über Tochterfirmen) hat produzieren lassen, gehabt (nebenbei wieder ein gelungenes Beispiel für das Tarnfirmen-Netzwerk des Öffentlich-Rechtlichen Fernsehens).

Inhaltlich gab es auch nicht soviel neues, aber das liegt in der Strategie Snowdens begründet, sich an der Aufarbeitung der Dokumente nicht zu beteiligen, und darin, daß er seinen Asylstatus vermutlich nicht gefährden will.

Hier ein paar Kommentare aus dem Netz: