Rechtschreibreform gescheitert
Weil ich darüber schrieb, wie der Staat über das Schulsystem die zukünftigen Generationen verdummt, hier noch der Verweis auf drei interessante Artikel in der »Welt«, [1], [2] und [3], ein und desselben Autors.
Inoffiziell war die Rechtschreibreform zu einem nicht geringen Teil eine Lobbyaktion der Wörter- und Schulbuchverlage (u.a. Bertelsmann), die viele neue Bücher verkaufen wollten. Dank leerer Kassen bei Bürgern und Staat ging das aber ziemlich nach hinten los. Offiziell hatte sie natürlich ein hehres Ziel, nämlich, das Schreiben zu erleichtern, wenn auch auf Kosten des Lesers.
Wie sich nun nach 17 Jahren Reform und Re-reform und Re-re-reform usw. herausstellt, wurde das Ziel nicht im Ansatz erreicht, sondern das pure Gegenteil. Zusammen mit ähnlich sinnvollen Maßnahmen wie dem »Schreib, wie Du es hörst« und dem kultusministeriellen Verbot von Diktaten hat es dazu geführt, daß laut Untersuchung gerade mal »22 Prozent der getesteten Schülerinnen und Schüler in der 9. Jahrgangsstufe als kompetente Rechtschreiber angesehen werden« können. Im Durchschnitt werden von den Schülern heute rund doppelt soviele Schreibfehler gemacht wie vor der Reform. Einen herzlichen Dank nach Mannheim an die Möchtegern-Experten für ihren Rohrkrepierer!