Umgang mit Andersdenkenden
Ich will inhaltlich zu der sogenannten »Petition gegen Homosexualität im Unterricht« gar nicht Position beziehen, mich interessiert das Thema auch nicht wirklich. Aber weil seit Tagen in den Überschriften und Teasern der Online-Medien der Petent niedergemacht und gleichzeitig das Outing des einen Fußballers so hochgelobt wird, wollte ich mir doch mal meine eigene Meinung bilden – wie gesagt, nicht zum Thema selbst, sondern ob die Petition wirklich so homophob ist, wie sie dargestellt wird: Name des Petenten in Google eingegeben, schnell ist die Petition gefunden.
Die Petition ist lang, rund 1000 Wörter, der Petent beschreibt sehr genau, worum es ihm geht und worum nicht – es wirkt nicht oberflächlich. Keine der angesprochenen Personengruppen wird angegriffen und beleidigt, deren Lebensweise wird nicht mißbilligt. Man kann dem Petenten nicht einmal richtig nachsagen, daß er eine konservative Wertevorstellung (im Sinne von CDU/CSU z.B.) habe.
Es ist somit eine Meinung, nicht mehr und nicht weniger.Das Grundgesetz gibt jedem das Recht, seine Meinung öffentlich zu machen, und dieses Recht hat der Petent auch. Man muß nicht dieser Meinung sein, aber man muß sie respektieren.
Was die Medien, aber auch die hinter dem Lehrplan stehenden Politiker und Parteien hier exerzieren, ist daher unredlich. Sie nehmen sich heraus, die einzig gültige Weltanschauung zu definieren, und jeden, der dieser Political Correctness nicht entspricht, auf’s Schlimmste zu diffamieren. Es ist schon pervers, denn sie tun letztendlich genau das, was sie dem Petenten vorwerfen, nur mit umgekehrtem Vorzeichen.
Aber das ist ja alles nichts neues. Es passiert laufend. Erstmalig habe ich das bewußt bei der Rechtschreibreform erlebt. Aktuell kann man das – neben dem obigen Themengebiet – auch bei bei den Themen »Klimawandel«, »Religion« im allgemeinen und »Islam« im speziellen, »Nahost«, »amerikanische Freundschaft« und »Europäische Union« beobachten. Bei letzterem wird jeder, der die Entdemokratisierung, Entrechtung, Zentralisierung und Bürokratisierung in der EU aufzeigt, der gegen die Mißgeburt Euro und die billionenschweren Rettungsversuche ist, als Europafeind (als wären die EU und Europa ein und dasselbe), Nationalist oder gar Rechtsradikaler diskreditiert. Das stinkt mir gewaltig.