Kurze Zwischenfrage: Was ist noch dümmer als ein Politiker? Eine
Politikerin!
Annegret Kamp-Karrenbauer auf Twitter
(Teil 1,
Teil
2):
Ich bin so wütend auf uns, weil wir historisch versagt haben. Wir haben
nach Georgien, Krim und Donbaß nichts vorbereitet haben, was Putin
wirklich abgeschreckt hätte. Wir haben die Lehre von Schmidt und Kohl
vergessen, daß Verhandlungen immer den Vorrang haben, aber man militärisch
so stark sein muß, daß Nichtverhandeln für die andere Seite keine Option
sein kann.
Wer ist »wir«? DU hast versagt! Du warst Verteidigungsministerin
und nicht temporäres Maskottchen der Bundeswehr! Das wäre Deine Aufgabe
gewesen! Du (und natürlich auch Deine Vorgängerin) trägst die Verantwortung
dafür! Und wenn Deine Busenfreundin Angela Dir das nicht erlaubt hätte,
hättest Du die Konsequenzen ziehen müssen! Hör auf, so einen Schei… zu
erzählen und das auf andere abzuwälzen. Aber Du hast ja Wichtigeres zu tun
gehabt. Frauen in der Bundeswehr, Transsexuelle, »Diversität«, und das
Jagen von Phantom-Rechtsextremen.
Der Spruch der von sich selbst so überzeugten ZDF-Moderatorin Dunja
Hayali mit Dreifachbenachteiligung (migrantisch, weiblich, lesbisch) ist
zwar schon über ein Jahr alt, aber weil er mir gerade
mal
wieder begegnet ist:
Man kann in Deutschland eigentlich alles sagen. Man muß dann halt
manchmal mit Konsequenzen rechnen. Das ist das einzige, was der ein oder
andere manchmal nicht ganz versteht.
Ich frage mich bei diesem Spruch immer wieder, ob sie das dann auch für
den CDU-Politiker Walter Lübcke meint, der bekanntlich öffentlich gesagt
hatte, wer mit seiner Migrationspolitik nicht zufrieden sei, könne ja
auswandern, und als Folge davon ermordet wurde?
Twitter-Spruch des Tages:
Wird der Bürger unbequem, ist er plötzlich rechtsextrem.
Gerade trendet der Hashtag #NichtmeinPraesident auf Twitter,
darüber hatte ich auch obigen Tweet entdeckt. Viele lehnen
Steinmeier als Person ab, weil er einer am linken Rand und ein Hetzer ist,
andere halten die ganze Wahlveranstaltung eine Farce, weil das mit der
freien Entscheidung des Individuums als Basis der Demokratie nichts mehr zu
tun hat. Weitere stören sich daran, daß CDU/CSU und auch die FDP diesen
Kandidaten unterstützen. Ich stimme dem allen voll zu. Ein paar Verblendete
halten dagegen, machen sich aber eigentlich nur lächerlich.
Ich bin heute morgen gerade auf dem Weg zur Werkstatt, um den fälligen
Ölwechsel machen zu lassen, da tönt der Nachrichtensprecher des Lokalradios
(gleicher Inhaber wie das unten erwähnte Fischblatt übrigens) dramatisch:
Es habe einen rechtsradikalen Anschlag auf eine Moschee in der großen
Nachbarstadt gegeben. Die Stadt müsse dagegen etwas tun, der Stadtrat soll
sich gefälligst damit befassen! Was war schreckliches passiert? Wurden
Waffen eingesetzt, gab es Verletzte, gar Tote?
Nein, jemand hatte ein Hakenkreuz an die Wand der Moschee
geschmiert.
Da werden von Migranten Frauen vergewaltigt, Männer niedergemetzelt. Kann
man nichts machen, traumatisiert, muß man halt hinnehmen. Man denke nur an
die Sprüche von Heribert Prantl zum Anschlag in Würzburg, die nicht
wenige sprachlos zurückließen. Aber ein Hakenkreuz!
Der Presse und der »Opfer« nach muß das natürlich ein Rechtsradikaler
gewesen sein. Daß das bislang auch Antifa-Leute machen, weil der »Kampf
gegen Rechts« erschlaffen könnte und Corona und andere Themen das
verdrängen, ist allerdings nicht bloß eine Theorie, das ist gesichert.
Aktion unter falsche Flagge heißt das.
Vielleicht war es auch tatsächlich ein Rechtsradikaler, hat aber das
Hakenkreuz als ein Zeichen der Freundschaft hingeschmiert. Immerhin hatten
die Nazis damals gute Verbindungen zu Moslems, und man beriet
gemeinschaftlich, was man denn mit den Juden am besten machen könnte.
Die Welt verkommt wirklich zu einem Irrenhaus.
Wenn ein Online-Medium zur Zeit Klickzahlen erhöhen will, braucht es nur
einen Artikel über den tschechischen Millionär Radim Passer zu schreiben
(wie zum Beispiel diesen hier). Dieser ist neulich mit seinem Sportwagen mit 417 km/h
über deutsche Autobahnen gefahren und hat dazu ein dokumentierendes Video
auf YouTube veröffentlicht.
Schon fangen viele Deutsche an, mit Schaum vorm Mund zu geifern. Selbst
die Staatsanwaltschaft ermittelt. Warum? Bei uns gibt es doch freie Fahrt
auf den Autobahnen – noch. Ja, aber er habe doch ein Rennen durchgeführt.
Mit einem Fahrzeug? Ja, im Oktober 2017 ist das
Strafgesetzbuch ergänzt worden:
§ 315d Verbotene Kraftfahrzeugrennen
(1) Wer im Straßenverkehr
…
-
sich als Kraftfahrzeugführer mit nicht angepaßter Geschwindigkeit und
grob verkehrswidrig und rücksichtslos fortbewegt, um eine höchstmögliche
Geschwindigkeit zu erreichen,
…
wird mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder mit Geldstrafe
bestraft.
…
Ich habe mir das Video, als es damals in den Online-Medien verlinkt
wurde, angeschaut, und kann aus meiner Perspektive klar sagen, daß es a)
nicht verkehrswidrig war, da offensichtlich auf der Strecke kein Tempolimit
existiert, und b) auch nicht rücksichtslos, da Ort und Zeit so gewählt
wurde, daß kaum Verkehr auf der Autobahn stattfand. Wenn ich das richtig in
Erinnerung habe, hatten sie sogar ein Auto vorgeschickt, um die
Verkehrssituation zu beurteilen.
Generell finde ich die Idee, daß ein einzelner ein »Rennen« durchführen
kann, irgendwo abstrus. Ich kann mich noch an die Zeit erinnern, als Mofas
bei der Jugend sehr beliebt waren. Die hatten allerdings wenig Leistung,
darum gab es praktisch immer nur zwei Betriebsmodi: Leerlauf und Vollgas.
Wenn man jetzt also mit so einem Mofa mit Vollgas versucht, das Letzte aus
dem Ding herauszuholen, fährt man dann schon ein illegales Rennen? Weiter
gedacht wäre dann auch jedes Vollgas, der Kickdown bei Automatik-Wagen,
illegal.
Irgendwo haben wir nur noch Idioten an der Regierung, und das schlägt
sich leider auch in den Gesetzen nieder. Und kleingeistige Neidhammel in
der Gesellschaft, die entsprechende Leserkommentare absondern und
Strafverfahren eröffnen.
Ich lese gerade in der Online-Ausgabe des lokalen Fischblatts über
Morddrohungen, die an Lokalpolitiker gerichtet sind. Diese sollen aus den
Reihen der Impfpflichtgegner kommen, und natürlich wird das sofort auf die
»Spaziergänger« ausgedehnt, die montags hier im Ort seit einigen Wochen
durch die Stadt laufen und die auch nicht mehr sogenannte Spaziergänger
sind, sondern echte Demonstranten, da nach meinem Kenntnisstand regelmäßig
für diese Unternehmung eine Demonstration angemeldet ist. Impliziert wird
in dem Artikel, daß alle Teilnehmer die Denkweise des Bedrohers teilen
würden.
Hintergrund ist, daß die Person, die unter Klarnamen(!) auf Facebook(!)
einem Politiker gedroht haben soll, auch Mitglied einer Telegram-Chatgruppe
sei, in der Informationen über den wöchentlichen Lauf durch die Stadt
ausgetauscht werden. Es ist aber davon auszugehen, daß es sich hier nur um
einen Mitleser handelt und nicht um jemanden, der wesentlich an der
Organisation beteiligt ist – andernfalls hätten wir das mit Sicherheit in
dem Fischblatt schon lesen können.
In einem neulichen Artikel des Fischblatts stand zudem, daß diese Person
genau dem gleichen Politiker schon einmal derart gedroht hat, daß dieser
ihn angezeigt hat. Da das vor einem Jahr stattfand, kann das wohl nicht mit
einer Impfpflicht und somit mit den Montagsdemonstrationen in Verbindung
stehen. Offenbar hat die Person wohl schon länger ein »Problem« mit diesem
Politiker. Um diese Schwachsinnslogik deutlich zu machen, bediene ich mich
gerne eines einfachen Beispiels:
Man stelle sich vor, ein Massenmörder, Schlächter, Hannibal-Lecter-Typ
erklärt öffentlich, er liebe Schokolade wahnsinnig. Macht mich als
Liebhaber eben dieser Schokolade das dann auch zum (potentiellen)
Massenmörder? Müßte ich deshalb mich von der Schokolade distanzieren, wäre
es moralisch unvertretbar, sie weiter zu konsumieren? Wohl kaum.
Das Fischblatt schreibt weiter, der Politiker (von den Piraten übrigens,
die scheint es tatsächlich noch zu geben…) würde pro Tag rund zehn
»Haßnachrichten« bekommen, pro Woche zwei bis drei mit konkreten
Bedrohungen. Das sind also rund 3.500 pro Jahr, mit mehr als 100 konkreten
Bedrohungen. Und davon picken er und die Zeitung sich jetzt eine heraus und
reiten darauf herum? War jetzt endlich mal eine passende dabei?
Da es ja nicht sein kann, daß nur die anderen Opfer sind, springen
weiterer Politiker auf den Zug auf. Ein Politiker der »Partei« (diese
Partei des mißlungenen Spaßes und der gepflegten Hetze gibt es offenbar
auch noch) erklärt, auch er würde Morddrohungen bekommen, und die lokale
SPD-Größe erklärt sich zum Anwalt der anderen beiden, hetzt gegen die
Montagsdemonstranten in der Stadt und instrumentalisiert das auch noch
gegen den relativ frisch und überraschend gewählten CDU-Bürgermeister – er
würde keine Solidarität zeigen, er solle doch auf der Gegendemonstration
auftreten (ob er das aufgrund der Neutralitätspflicht überhaupt darf,
stelle ich mal hier in den Raum).
Bei der Gelegenheit fällt mir ein: Hat denn mal ein SPD-Politiker
Solidarität mit einem AfD-Politiker gezeigt, dessen Auto abgefackelt wurde
oder der von der Antifa krankenhausreif geschlagen wurde? Ich kann mich
nicht erinnern. Und hat das Fischblatt mal bei den lokalen AfD-Politikern
nachgefragt, was die denn so an Nachrichten bekommen? Das sind bestimmt
nicht weniger in dieser Art, halt nur von einer anderen Klientel.
Und noch zu Morddrohungen: Irgendwo empfinde ich die Aufrufe zu einer
Impfpflicht auch als Morddrohung. Die Wahrscheinlichkeit, nach einer
Zwangsimpfung plötzlich zwei Meter unter der Erdoberfläche zu liegen, sehe
ich für mich höher, als daß einer dieser Politiker durch solch einen
Volltrottel mit seiner großen Fresse das Zeitliche segnet.