Mal wieder ein paar Links, auf die ich größtenteils gerne verzichtet
hätte.
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Wenn selbst die Deutsche Bank vor der Bargeldabschaffung warnt,
dann sollte man 1) davon ausgehen, daß es keine Spinnerei, keine
Verschwörungstheorie ist, daß es Kräfte gibt, die danach streben, und 2)
daß die Folgen schwerwiegend sind. Interessant ist auch die Aussage, daß
die Argumentation der Politik mit der Bekämpfung der
Wirtschaftskriminalität völlig unsinnig sei. Bargeld brauche man für
diese nicht. Und wenn es einer weiß, dann bestimmt die Deutsche Bank,
oder?
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Viele Journalisten aus bekannten und unbekannten Redaktionen klagen den
neuen »Datenhehlerei«-Paragraphen vor dem Bundesverfassungsgericht. Sie
sehen ihre investigative Arbeit kriminalisiert und behindert. Es
berichten u.a. Heise, Golem und Netzpolitik (1, 2, 3 und 4). Ich wünsche ihnen Erfolg.
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Verkehrtminister Doofbrindt wieder in voller Aktion:
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Ein Institut kommt zu der Ansicht, daß die bescheuerte Maut noch weniger einbringt als geplant.
Durch die stärkere Abhängigkeit der Höhe der Mautgebühr von der
Umweltbelastung nach Doofbrindts Verhandlungen mit der EU, in Kombination
mit der Tatsache, daß immer weniger Autos mit älteren Euro-Normen
verkauft werden, sind die zu erwarteten Einnahmen deutlich geringer.
Tatsächlich könne es dazu kommen, daß das ein Minusgeschäft wird.
Hallo? Eine Maut, die dem Staat noch Geld kostet! Geht's noch?
Natürlich bestreitet das Verkehrsministerium diese Berechnungen…
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Auch zieht sich Doofbrindt den Zorn der Modellflieger zu. Denn die sind
plötzlich in dem neuen, sehr restriktiven Entwurf zur Regelung von Flügen
mit Multikoptern (a.k.a. Drohnen) mit eingeschlossen. Speziell die
Höhenbeschränkung auf 100m ist für Segler wohl das Ende ihres Hobbys,
zumindest außerhalb von Modellflugplätzen. Denn so niedrig gibt es wohl
keine vernünftige Thermik. Außerdem fühlen sie sich betrogen. Der Verband
der Modellflieger hatte wohl eine Übereinkunft mit dem Ministerium, die
jetzt plötzlich nicht mehr gilt (Heise, nochmal Heise, Golem).
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Beim Stichwort Maut fällt mir auch gerade das Thema Autobahn ein. Ratet
mal, zu welchem Schluß der Bundesrechnungshof nach Analyse von Schäubles
Autobahn-Reorganisierungsplänen kommt! Nämlich, daß der aktuelle Gesetzesentwurf keineswegs die Privatisierung
verhindert, anders, als von Schäuble behauptet. In ein paar Jahren
könne u.a. die »Autobahn GmbH« ganz leicht in eine Aktiengesellschaft
überführt werden. Es könnten massiv Kredite aufgenommen werden.
Teilaufgaben könnten privatisiert werden. Und die Bundestagsabgeordneten
könnten nicht einmal gegen all das etwas machen!
Es ist offensichtlich, daß Schäuble nach der Maxime von Jean-Claude
Juncker arbeitet (den er ja auch zu Genüge kennt): »Wir beschließen
etwas, stellen das dann in den Raum und warten einige Zeit ab, ob was
passiert. Wenn es dann kein großes Geschrei gibt und keine Aufstände,
weil die meisten gar nicht begreifen, was da beschlossen wurde, dann
machen wir weiter – Schritt für Schritt, bis es kein Zurück mehr
gibt.« Und wenn doch, dann macht man halt ein paar kleinere Schritte,
wie jetzt Schäuble. Wieso wundert sich da noch ein Politiker, daß sie
alle als notorische Lügner dargestellt werden?
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Und ich bleibe nochmal beim Thema Auto: Früher haben die Polizisten
noch heimlich GPS-Sender unter die Autos geklebt. Zumindest die amerikanischen Polizisten brauchen das heute nicht
mehr. Sie fordern einfach von den Automobilherstellern oder von den
Betreibern der Autonotruf-Einrichtungen die Koordinaten an. Über letztere
werden auch mal einfach die Autoinsassen abgehört. Vor Gericht wird dann
einfach behauptet, einer der Insassen habe den Notruf gedrückt, wodurch
der Mitarbeiter in der Notrufzentrale »zufällig« das überführende
Dealer-Gespräch mitbekommen habe…
Hier in der EU sind wir ja bald auch soweit, dank eCall und all unseren
Autoherstellern wie z.B. BMW, Mercedes, die Franzosen oder Opel, die
vorauseilend schon ähnliche Systeme den Käufern aufzwingen. Patrick Beuth
von der Zeit fragt zu recht, ob wir nun nach dem Cryptophone ein Cryptocar brauchen.
Ich habe noch die Worte von Merkel und der ganzen Rasselbande im Ohr, daß
»wir« uns durch den Terrorismus nicht unseren Lebensstil kaputtmachen
lassen würden. Aber genau das passiert. Jeden Tag ein bißchen mehr. Und das
sehe nicht nur ich so. Amnesty International kommt zu dem Schluß, daß sich viele EU-Länder kaum noch von Überwachungsstaaten
unterscheiden lassen würden.
Deutschland wird da auch erwähnt. Und daß wir uns wieder einem
totalitären Staat (ohne Zutun von AFD und NPD) nähern, möge man auch daran
erkennen,
daß
die Bundesregierung ein Gesetz gegen Fake-News plant. Soetwas gab es
zuletzt bei uns in der Nazi-Zeit, als das Verbreiten von Falschmeldungen
unter Strafe gestellt wurde. Daß ein Herr Sensburg von der CDU dann auch
noch den Einsatz von Netzsperren gegen Fake-News wünscht, ist dann nur noch
die logische Konsequenz des braunen Kerns unter der schwarzen Kruste.
Auch eine andere Partei tut sich mit ihrer Farbe schwer: Kretschmann läßt
Schäubles Schwiegersohn gewähren. Er und seine grün-schwarze Koalition wollen deshalb im »Ländle«
aufrüsten und alle Möglichkeiten der Vorratsdatenspeicherung und
Kommunikationsüberwachung nutzen. Grüne und Datenschutz? Grüne und
Bürgerrechte? Das war einmal. Aber Deutschland geht es so gut, das kann
sich sogar zwei Verräterparteien leisten! Wobei die Grünen ja schon damals
die Hosen heruntergelassen hatten, als sie einem widerrechtlichen
Angriffskrieg zugestimmt hatten. Tja, ein Heise-Forist schrieb so schön:
»Bananenpartei: Erst grün, dann gelb und inzwischen sind sie
schwarz.« Ja, und nach Schwarz kommt auch hier Braun…
In meinem heutigen Blog-Eintrag sind die Flüchtlinge/Migranten/Islamisten
ja ganz zu kurz gekommen. Aber einen schönen Link habe ich noch. Danisch
hatte ihn gefunden.
Ein wahres Statement eines Bloggers zur Thematik.
Es ist nur noch eine Frage der Zeit. Dank Vorratsdatenspeicherung weiß
der Staat schon, wo sich jeder Mobiltelefonnutzer aufhält. Bei den Autos
tun das zukünftige eCall-System, vernetzte Autos und Kennzeichenscanner
(Maut, BKA) ihr übriges. Ob jemand zuhause ist, weiß man bald dank
SmartMeter. Bundesverkehrsminister Doofbrindt will jetzt die
»Digitalisierung im Nahverkehr« voranbringen und will ein »eTicket« einführen, natürlich nur zum Vorteil der
Nutzer (siehe auch Heise). Papiertickets soll es nicht mehr geben, es sollen
stattdessen Mobiltelefone und Chipkarten verwendet werden.
Von den gewünschten »Nebenwirkungen« sagt er nichts und in unserer
obrigkeitshörigen Presse liest man auch nichts dazu: Bei der Nutzung von
Mobiltelefonen ist sowieso eine Zuordnung der Identität des Reisenden
möglich, bei der Chipkarte dann auch, wenn elektronisch bezahlt wird (was
zu einem späteren Zeitpunkt auch durchaus erzwungen werden könnte). Selbst
bei anonymen Karten läßt sich durch Korrelation der gefahrenen Routen mit
anderen Daten die Identität aufdecken, wie Forschungen schon ergeben haben.
Die heutige Anonymität ist dann dahin.
Die Einrichtung einer zentralen Abrechnungsstelle ist im Prinzip die
logische Konsequenz, und ein Verband von Verkehrsunternehmen, der ein
bundesweites eTicket fördert, geht auch offen von einer solchen aus. Dessen Chef spricht sogar
von Mobilitätssanktionen, die darüber möglich wären (fragt sich nur,
gegen wen? Schwarzfahrer? Asylanten/Flüchtlinge? Kriminelle? Politisch
Andersdenkende?).
Eine zentrale Datenbank weckt natürlich auch Interessen, vorrangig von
Behörden (Polizei, Nachrichtendienste, Zoll (z.B. Schwarzarbeit)), aber
natürlich auch von der Privatwirtschaft. Die Standleitungen kann man gleich
mit einplanen.
Übrigens: Belgien möchte jetzt – ähnlich wie beim Fliegen – für
internationale Bahnreisen in der EU auch Personendaten (PNR) erfassen.
Für ihr eigenes Land haben sie bereits ein Gesetz verabschiedet
(Details der zu sammelnden Daten
hier) und wollen jetzt auf EU-Ebene für eine EU-weite Regelung
werben. Für diesen Zweck wird übrigens der Anschlag in Berlin
instrumentalisiert. Ich könnte kotzen…
Oh, eine Adelung, ich bin auf Fefes Blockliste gelandet. Warum? Ich hatte
ihn wegen seines Posting
angeschrieben, in dem er auf ein Interview eines Herrn Pfeiffer verlinkt.
Dieser sagt dort, daß die Flüchtlinge gar nicht krimineller als die
Deutschen seien (in Hinblick auf die Vergewaltigung und Ermordung einer
Studentin in Freiburg, wie weiter unten berichtet), da ja die Zahl der
Vergewaltigungen und Morde in letzten Jahren kontinuierlich gesunken seien,
trotz der Flüchtlinge. Er nennt dazu auch ein paar Zahlen.
Ganz stolz, die anderen mal richtig vorzuführen, übernimmt Fefe die
Aussage und die Zahlen.
Es mag ja sein, daß die Flüchtlinge nicht krimineller sind, nur kann man
das aus diesen Zahlen nicht ableiten. Ich habe das Fefe sogar an einem
abstrakten Beispiel vorgerechnet.
Die Antwort kam ein paar Stunden später, ich will sie Euch nicht
vorenthalten (es sind dort auch Teile meiner E-Mail enthalten):
NUR: Die Zahlen, die der Herr Pfeiffer da nennt, sagen GAR NICHTS. Nur,
weil allgemein die Zahlen heruntergegangen sind, heißt das doch NICHT,
daß die Flüchtlinge NICHT krimineller als die Deutschen sind.
Komm, husch, ab, zurück unter deinen Stein, zum Ku-Klux-Klan-Treffen
mit den anderen "AfD-Sympathisanten".
Diesen Schluß kann man nicht daraus ziehen.
Oder man kann daraus den Schluss ziehen, dass widerliche
Schweine-Populisten wie du hier auf Biegen und Brechen versuchen, eine
Kriminalitätsbedrohung durch Flüchtlinge herbeizukonstruieren, um ihr
widerwärtiges abartiges versifftes Nazinarrativ zu stützen, das
ansonsten keinerlei Fundament in der Realität hat.
Oder liege ich falsch? Ich lasse mich gerne korrigieren
Schon deine Fragestellung war falsch.
Nein, ich will keine Mails mehr von dir kriegen. Geh weg.
Wow. Hatespeech vom Feinsten, inklusive dem typischen Godwin-Trigger –
wenn Du nicht meiner Meinung bist, bist Du ein Nazi. Ach halt, Fefe ist ja
eher dem linken Milieu zuzuordnen, dann ist das natürlich kein Haß.
Er gehört also in die gleiche Kategorie wie ein Herr Maas, eine Frau
Schramm oder eine Frau Kahane von der selbsternannten
Internet-Hatespeech-Zensurbehörde (auch als Amadeu-Antonio-Stiftung
bekannt).
Als ich dann seinem Wunsch nicht entsprach und ihm in einer weiteren
E-Mail das obige dann noch vorgeworfen hatte, natürlich mich nicht auf sein
Sprachniveau herablassend, kam noch eine kleine weitere Beleidigung
hinterher:
Das wäre deine Chance gewesen, in Würde abzutreten. Aber nein, du
musstest nochmal den Beweis antreten, dass ich Recht hatte.
+1 für die "die sind halt alle doof"-Hypothese.
und ich war auf seiner Sperrliste. Prima, mit Beleidigungen um sich
werfen und dann die Diskussion für beendet erklären. Das ist also der
Pluralismus und die Diskussionkultur, wie sie ein Herr Felix von Leitner
versteht.
Ich wollte ihm eigentlich noch viel Spaß in seiner Filterblase wünschen,
aber die E-Mail kam nicht mehr an.
Nachtrag: Oh, jetzt rudert er – irgendwie – zurück, will sich die
Aussage des Herrn Pfeiffer doch nicht ganz zu eigen machen.
Nichtsdestotrotz noch ein Nazi-Rundumschlag hinterher an alle, die ihn
angeschrieben haben (ich war wohl nicht der einzige). Was für ein
armseliger Charakter.
CETA, TTIP, TiSA
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Sowohl die Linke als auch die Klägerin Grimmenstein haben festgestellt,
daß Gabriel gelogen hat. Er hat tatsächlich die CETA-Auflagen des
Bundesverfassungsgerichts nicht erfüllt. Beide
Parteien haben Anfang November Eilanträge beim BVerfG gestellt,
dieses hat aber bislang nicht (öffentlich) darauf reagiert.
-
Über CETA soll im EU-Parlament nicht diskutiert werden. »Alle
Versprechen, man werde breit diskutieren und den Vertrag auf Herz und
Nieren prüfen, sähen nun wie Hohn aus«,
zitiert der Heise-Artikel einen
EU-Abgeordneten der Linken. Was hat der denn erwartet? Der müßte doch
seinen korrupten Laden langsam kennen, oder nicht? Ach ja, und CETA soll
auch nicht dem EuGH zur Prüfung vorgelegt werden. Das war ja bloß eine
verbindliche Zusage, die die EU gegenüber der Regierung der Wallonen
abgegeben hat.
-
Wer will mal CETA in Papierform sehen?
Hier gibt
es ein Bild. So, und jetzt möge mir noch ein Abgeordneter, der
darüber entscheidet, erklären, er kenne den Inhalt. (via
Fefe).
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Während TTIP im Moment zumindest tot zu sein scheint, schreiten die
TiSA-Verhandlungen voran. Ein neuer Leak, von der niederländischen
Sektion von Greenpeace veröffentlicht, zeigt das Potential, die eh schon
suboptimalen Datenschutzstandards in der EU massiv auszuhebeln.
Persönliche Daten sollen demnach beliebig in fremde Staaten übertragen
werden dürfen, natürlich ohne Wahlmöglichkeit. Jeglicher Datenschutz wird
als Handelshemmnis praktisch illegal. Auch sollen Firmen in ihren
Diensten beliebig zensieren können. Deshalb gibt es einen massiven
Aufruhr unter den Datenschützern. Mehr bei Spiegel, Netzpolitik (sehr ausführlich), Heise, Golem, FAZ und nochmal Spiegel.
Überwachung, Datenschutz und Co. – Deutschland
-
So, der Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung hat zusammen mit Digital
Courage und mehr als 30.000 Bürgern (inklusive meiner Person) nun endlich
auch ihre Verfassungsklage eingereicht. Man hatte wohl absichtlich
das hinausgezögert, um neue Erkenntnisse und erste Reaktionen des
Gerichts auf die anderen Klagen mit einfließen lassen zu können.
-
Der Spiegel faßt in einem Artikel die neuesten Entwicklungen der
staatlichen Überwachung von uns allen zusammen: »Schleichend zum Überwachungsstaat«
-
Dazu paßt der Artikel im Focus zu den »intelligenten« Stromzählern, die uns
Endverbrauchern vom Staat aufgezwungen werden und am Ende nichts außer
höheren Preisen und Ausforschung bringen werden.
-
Eine Gruppe von Autoren, Journalisten und anderer »Promis« haben nach
14monatiger Arbeit eine »Digitale
Charta« vorgelegt – als diskutierbaren Vorschlag, sagen sie.
Tatsächlich hagelt es massiv Kritik, inhaltlich wie formal (z.B. falsche
Verwendung juristischer Begriffe und Konzepte). Heise hat dazu ein paar
Bemerkungen und ein paar Links in dem
wöchentlichen WWWW-Artikel. Auch Blogger Danisch fühlte sich davon
angesprochen und läßt sich darüber in zwei Beiträgen (erster, zweiter) detailliert und harsch aus, und, wie meistens bei ihm,
zu recht. Was für mich auch besonders schlimm ist, daß das ganze offenbar
ein U-Boot von EU-Parlamentspräsident und nicht unwahrscheinlichen
SPD-Bundeskanzlerkandidaten Martin Schulz zusammen mit der SPD-nahen
Wochenzeitung »Die Zeit« ist. Da das genauso ein linkischer Hund wie
Gabriel ist, der A sagt und B macht, traue ich dem redliche Absichten
nicht zu. Stattdessen gewinnt das immer mehr den Charakter einer Alibi-
und Täuschungsveranstaltung zum Punktesammeln im Wahlkampf.
-
Nachdem das Bundesverfassungsgericht geurteilt hat, daß sehrwohl die
Minderheit im NSA-Untersuchungsausschuß die Befragung Edward Snowdens
verlangen kann, hat die Große Koalition Beschwerde eingelegt. Mir ist neu, daß
das überhaupt geht. Ich dachte bislang immer, daß Urteile des BVerfG
unanfechtbar wären. Ob die Beschwerde mit Erfolg gekrönt sein wird, ist
vermutlich nebensächlich. Wahrscheinlicher ist die Absicht, das Ganze bis
zum Ende der Legislaturperiode hinauszuzögern, wenn dann zwangsweise alle
Untersuchungsausschüsse beendet werden.
-
Dagegen hat das Bundesverfassungsgericht einen Einblick des
NSA-Ausschusses in die Selektorenliste abgelehnt – mit einer für mich
eher fadenscheinigen Begründung. FAZ, Spiegel, Heise, Netzpolitik.
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Die Koalitionsparteien geben bei jeder passenden und unpassenden
Gelegenheit das Mantra aus, daß Datenschutz und Datensparsamkeit ja
soetwas von Gestern sind und daß diese ja nur die Entwicklung des
Standorts Deutschland zur weltweiten IT-Spitze behindern. Solch eine
Gelegenheit gab es jetzt auf dem »IT-Gipfel«, auf dem Merkel und andere
Knallschoten ihrer Regierung auftraten. Merkel möchte sogar das
Grundgesetz ändern, damit Bund und Länder besser Daten über die Bürger
austauschen können, wie Heise
berichtet. Weitere Äußerungen, auch von Kritikern, finden sich in den
Artikeln von FAZ, Netzpolitik und nochmal
Heise.
Merkels Worte zur Abschaffung des Datenschutzes bleiben aber nicht ohne
Folgen. Deutschland muß jetzt die neue EU-Datenschutz-Grundverordnung in
nationales Recht überführen.
Innenminister de Maizière versucht
bei seinem Gesetzentwurf alles in seiner Macht stehende, um den
Datenschutz so löchrig wie möglich zu gestalten.. Hierzu gibt es bei
Netzpolitik auch ein Interview mit dem ehemaligen Bundesdatenschutzbeauftragten Peter
Schaar.
Übrigens, man ersetze mal »Datenschutz« durch »Umweltschutz«. Was gäbe
es da für einen Aufschrei! Aber Datenschutz scheint für die meisten halt
immer noch etwas Un(be)greifbares zu sein.
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Amnesty International hat zusammen
mit der Gesellschaft für Freiheitsrechte Verfassungsbeschwerde gegen die
massive BND-Schnüffelei eingereicht.
Überwachung, Datenschutz und Co. – EU
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Unsere korrupten EU-Parlamentarier haben trotz massiver Kritik
erwartungsgemäß das Abkommen «Privacy Shield« mit den USA
durchgewinkt (siehe auch Heise). Das wie ein Gulli durchlässige »Schutzschild« war von der
EU und den USA als Ersatz für das vom EuGH als rechtswidrig eingestufte
»Safe Harbor«-Abkommen auf die Wege gebracht worden.
-
Auch die Einführung von Websperren und Staatstrojanern – natürlich
nur wegen des Terrorismus – schreitet voran, wie Heise, Golem und Netzpolitik berichten.
-
De Maizière fördert natürlich im Namen Deutschlands solche
Bestrebungen, zusammen mit dem
Wunsch, daß die Firmen stärker zur Kooperation, z.B. beim Entschlüsseln
oder beim Löschen, verpflichtet werden.
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Die EU möchte jetzt analog zu dem amerikanischen elektronischen
Registrierungssystem ESTA ein Registrierungssystem namens Etias für
visumsfreie Besucher in die EU installieren. (siehe auch Spiegel) Viele (überflüssige) Details sollen von den Besuchern
abgefragt werden und gleich in alle europäischen Datenbanken eingespeist
werden.
Mich irritiert am Rande dieses Schwachsinns natürlich, daß ja damit
faktisch die Visumsfreiheit aufgehoben wird. Denn so ein System ist ja
letztendlich nichts anderes als ein Visumsbeantragungssystem, oder etwa
nicht?
-
Das neue britische »Schnüffelgesetz« ist jetzt tatsächlich – ohne
wesentliche Änderungen – Realität geworden. Unter anderem müssen die
Provider für ein Jahr alle besuchten Webserver speichern (aber nicht die
konkret besuchten Seiten, auch wenn das nur ein sehr schwacher Trost
ist). Großbritannien ist jetzt endgültig für mich das China des Westens.
(Spiegel, Heise 1, Heise 2,
Zeit)
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Wäre das noch nicht genug, will Großbritannien massiv Sex-Videos
zensieren. Es reicht nicht, daß Erwachsene nur noch nach Registrierung solche Filmchen sehen
dürfen, nein, »nicht-konventionelle« Sexpraktiken dürfen überhaupt
nicht mehr angeschaut werden. Sowohl der
Heise-Artikel als auch der
Golem-Artikel erwähnen, was die britische Regierung unter
»nicht-konventionell« versteht. Das muß man sich mal vorstellen: Das, was
Grüne und Sozis (z.B. in Baden Württemberg) an Grundschulen den Kindern
»beibringen« wollen, sollen erwachsene Briten nicht mal sehen dürfen…
Überwachung, Datenschutz und Co. – Welt
Kulturbereicherung
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Ein weiterer »Höhepunkt« der Merkelschen Kulturbereicherung: 17jähriger Flüchtling, der 2015 mit der Flüchtlingswelle ins Land
kam, steht unter dem dringenden Tatverdacht, in Freiburg eine Frau
vergewaltigt und getötet zu haben. Die Polizei tappte lange im
dunkeln, obwohl sie mit 40 Ermittlern gearbeitet hatte, 1400 Menschen
vernommen und 1600 Hinweisen nachgegangen waren. Ein einzelnes Haar
brachte dann den Durchbruch. Also ein Riesenaufwand und ein Riesenerfolg,
von dem alle Medien deutschlandweit (und sogar darüber hinaus)
berichteten. Alle? Nein. Die Tagesschau hielt es nicht für nötig und
redet sich mit fadenscheinigen Argumenten heraus. Das geht selbst dem
Stern zu weit und macht der Tagesschau einen »Lügenpresse«-Vorwurf.
-
Berliner Mädchen erfindet Straßenbahn-Rauswurf wegen ihres
Kopftuchs. Herausgeworfen wurde sie tatsächlich, aber weil sie nicht
aufhören wollte, in der Straßenbahn zu essen, was dort nicht erlaubt
ist.
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Apropos Kopftuch: Das Bundesverfassungsgericht meint, man müsse in einer staatlichen
Kindertagesstätte eine Erzieherin mit Kopftuch erdulden. (siehe auch
Spiegel) Es gäbe – im Gegensatz zur Schule – keinen Zwang, Kinder
in so eine Einrichtung zu bringen, deshalb könnten sich Eltern könnten ja
eine andere Tagesstätte suchen, wenn es ihnen nicht paßt. Soviel zur
negativen Religionsfreiheit. Als christlicher Mitarbeiter würde ich jetzt
mit einem T-Shirt herumlaufen, das vorne und hinten ein riesiges
Jesus-Kreuz aufgedruckt hat. Mittlerweile liest man hier und da schon
ernsthafte Kritik, daß diese freizügige Auslegung der Religionsfreiheit
das Neutralitätsgebot der öffentlichen Einrichtungen verletze. Ein
Beispiel ist dieser Artikel über Burka & Co. in der FAZ.
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In Berlin gibt es jetzt Stadtviertel, in die der Paketdienst DHL keine Pakete mehr ausliefert, weil sie
dort regelmäßig räuberisch zur Herausgabe von Lieferungen gezwungen
werden.
Autobahn
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Deutschland und die EU haben sich auf Änderungen der geplanten PKW-Maut
geeinigt, wie ein Spiegel-Artikel berichtet. Ein zweiter Spiegel-Artikel erklärt, wie es zu der plötzlichen Einigung kam:
Ein einziges politisches Geschacher. Und Merkel hat in Brüssel
nachgeholfen. Bei der Gelegenheit hat angeblich Juncker Merkel explizit
gefragt, ob sie die Maut wolle, worauf sie mit einem klaren »Ja«
geantwortet haben soll. Soviel zu Wahlversprechen…
Auch wenn das jetzt das Ergebnis eines politischen Gemauschel ist,
sollte man nicht vergessen, daß hinter der Maut noch zwei Agenden gibt:
erstens die Privatisierung der Autobahnen (auch wenn sie vorübergehend
gestoppt ist, siehe Spiegel Artikel 1, Spiegel Artikel 2, FAZ und nochmal Spiegel Artikel 3), zweitens die Überwachung der autofahrenden
Bürger. Deshalb spielt des keine Rolle, ob die Maut jährlich nur 500
Millionen Euro abwirft oder gar weniger (bei einem jährlichen Bedarf
eines guten zweistelligen Milliardenbetrags)!
Noch ist das aber nicht in trockenen Tüchern. Einerseits will die
Niederlande dagegen vor dem EuGH klagen (Österreich, Polen und Belgien
überlegen wohl noch). Andererseits könnte die SPD das ja noch als
Wahlkampfthema entdecken.
Sonstiges
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SPD korrupt und käuflich? Nein, bestimmt nicht! Oder doch? Tatsache
ist, daß eine Abteilung der SPD »Gespräche« mit Spitzenpolitikern der SPD an
zahlungskräftige Unternehmen vermittelt hat. Die beteiligten
Politiker, unter anderen auch Justizminister Heiko Maas, wußten natürlich
überhaupt nichts davon, daß da auch Gelder geflossen sind. Großes
Pfadfinderehrenwort! Der SPD blieb jetzt nichts anderes übrig, als das einzustellen. Ich bin mir sicher, wenn Gras darüber
gewachsen ist, geht das weiter…
-
Was lange bestritten wurde, wird nun zugegeben: Die US-Millitärbasis Ramstein hat eine zentrale Rolle in dem
Drohneneinsatz der Amerikaner.. Natürlich sei das völlig rechtmäßig,
versuchen die deutsche und amerikanische Regierung zu beschwichtigen. Ja
klar! Es ging ja noch nie Unrecht von deutschem oder amerikansichen Boden
aus…
-
Ein beißender Kommentar zu dem Service der Deutschen Bahn AG.
Ich hatte schon berichtet, daß nicht Kanada die treibende Kraft hinter
den Schiedsgerichten bei CETA sei. Magnette hatte dies in einem Interview
erwähnt. Ein Hintergrund-Artikel eines Herrn Häring, der inzwischen vielfach
geteilt wurde (was ihn allerdings nicht wahrer macht), hat die interessante
These entwickelt, daß die Amerikaner dahinter stünden, die massiv Druck auf
die EU ausgeübt hätten (womit eigentlich???). Wie schon die Kritiker
beklagten, besitzen die meisten US-Großunternehmen Töchter in Kanada und
wären damit in der Lage zu klagen. Die USA hätten dann kein Problem, wenn
die Schiedsgerichte nicht Teil von TTIP werden würden – sie könnten
offiziell ihre Hände in Unschuld waschen und stünden nicht als Buhmann bei
den verklagten Europäern da…
Eine völlig andere, aber mindestens genauso korrupte EU-Institution wie
die Kommission ist die EZB, die leider momentan etwas aus dem Fokus geraten
ist. Es ist ja bekannt, daß Draghi angefangen hat, Firmenanleihen zu
kaufen. Was das bringen soll, ist ja gänzlich unklar, zumal es sich um
Großfirmen handelt. Die haben eigentlich keine Probleme, an Geld
heranzukommen (vor allem auch, weil sie eigene Mittel besitzen).
Der Focus hat gestern zwei Details zu dem Aufkaufprogramm der EZB
veröffentlicht, die mir bislang nicht bekannt waren: Zum einen die
Höhe, nämlich atemberaubende 36 Milliarden Euro, zum anderen, daß
die EZB auch Unternehmensanleihen von z.B. Nestlè, Roche, Novartis oder
Glencore gekauft hat. Was das Besondere daran ist? Es sind Schweizer
Firmen, und die Schweiz ist bekanntermaßen kein EU-Mitglied (die
Glücklichen). Ist das nicht eine absolute Sauerei? Da braucht man nicht
lange zu überlegen, daß das von dem Mandat nicht mehr gedeckt ist. Aber die
EZB wurde ja von unseren ach so schlauen Politikern wissentlich und gegen
Warnungen von Kritikern unangreifbar angelegt, und so kann Draghi schalten
und walten, wie er will.
Laut Artikel will nun ein Jurist und Professor für öffentliche
Finanzwirtschaft und Wirtschaftspolitik versuchen, per Verfassungsklage vor
dem Bundesverfassungsgericht die EZB zu stoppen. Ich wünsche daher dem
Kläger viel Glück. Denn bei unserem feigen Verfassungsgericht (gerade in
EU- und EZB-»Rettungs«-Fragen) wird er das brauchen.
Nachtrag: Sachliche Fehler, auf die mich ein Leser hinwies, habe
ich korrigiert.
Es ist momentan extrem schwer, an den innerbelgischen Kompromiß in Sachen
CETA heranzukommen. Angeblich soll ein Link vom belgischen
stellvertretenden Premierminister Didier Reynders per Twitter
veröffentlicht worden sein, aber ich habe in seinen Tweets nichts gefunden.
Auch die Medien berichten nicht über die Inhalte mit der Ausnahme, daß das
Thema Schiedsgerichte dem EuGH vorgelegt werden soll.
Einzig in einem Artikel der Financial Post (am Ende) habe ich eine relativ
detaillierte Liste der Beschlüsse gefunden. Bei manchen Punkten bin ich mir
noch nicht ganz klar, ob sich das nur auf Belgien bezieht. Es wäre
natürlich besser, wenn sich das auf alle Regionen Europas beziehen
würde.
Noch besser wäre es allerdings gewesen, wenn CETA an dieser Stelle schon
endgültig gescheitert wäre…
Momentan ist die Sachlage eher unklar. Die Medien berichten leider
ziemlich einseitig. Von Blockadehaltung, gar Geiselhaft ist die Rede,
obgleich die Wallonen lediglich das ihr zugestandene Recht tatsächlich mal
wahrnehmen und nicht so wie alle anderen, die als Marionetten das machen,
was sie glauben, machen zu müssen.
Richtig geschockt war ich von dem Kommentar
(Fratzenbuch-Link), den der neue ARD-Brüssel-»Korrespondent« Markus
Preiß in den Tagesthemen vom 24. Oktober vom Stapel gelassen hat. Absolut
geistiger Dünnschiß, der halt herauskommt, wenn man viel zu tief im Hintern
der Politik steckt. Argumente, Fakten? Keine. Ob das Nein des Herrn
Magnette, seines Parlaments und seiner Regierung vielleicht begründet ist?
Daß dieser Magnette vielleicht sogar Ahnung hat,
weil er zufällig Professor für
Europarecht ist? Nein, Unverschämtheit von den Wallonen, EU solle
soetwas künftig alleine entscheiden und der ganze Quatsch. Ach ja, und wir
dummer Pöbel wurden durch die Lügen von den widerwärtigen Campact und
anderen NGOs verführt und ausgenutzt.
Absolut ignorant und inkompetent, der Typ. Aber was soll man erwarten?
Glaubt irgend jemand, daß es bei ARD und ZDF mit der Postenvergabe anders
zugeht als in der Politik, also etwa nach der Qualifikation? Da wird
ebenfalls nach Gesinnung und Unterwürfigkeit ausgewählt!
Drei Informationen möchte ich hier und heute noch verbreiten, weil diese
die Mainstream-Presse nicht erzählt (warum auch immer).
-
Der Anwalt der Frau Grimmenstein, die die eine Klage mit 68000
Mitklägern eingereicht hatte, mußte feststellen,
daß im letzten Beschluß des EU-Rats zu CETA keine Spuren der Auflagen
zu finden sind, die das Bundesverfassungsgericht Gabriel in Vertretung
der Bundesregierung auferlegt hat. Er befürchtet, daß Gabriel die
Auflagen gar nicht umgesetzt hat. Zusammen mit dem Anwalt der Linken will
er gegebenenfalls das Bundesverfassungsgericht anrufen. Bis Mittwoch
abend müßte m.E. das Gericht entscheiden, denn…
-
…es geht das Gerücht um, daß die EU und Kanada CETA am Donnerstag
vielleicht auch ohne Belgien unterzeichnen. Diese Möglichkeit sieht zumindest der Rechtsanwalt und Professor,
der die Bundesregierung im CETA-Verfahren vor dem BVerfG vertreten hat.
Während das ohne Belgien vielleicht noch vorstellbar ist, hielte ich das
für unmöglich, wenn Deutschland nicht unterschriebe.
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Nicht nur in Deutschland wird gegen CETA vor dem Verfassungsgericht
geklagt, seit 21. Oktober auch in Kanada.
Nachtrag:
Der
Postillion sieht die ARD so wie ich…
Nachtrag 2:
Es ist jetzt durch Magnette herausgekommen, daß Kanada gerne auf die
Schiedsgerichte verzichtet hätte.
Die EU sei nämlich die treibende
Kraft dahinter.
Nach dem Schußwechsel eines sogenannten »Reichsbürgers« mit der Polizei
und dem Tod einem der Polizisten geht es auf und ab in der Presse, in was
für einer wirren Welt die Reichsbürger doch leben. In der Tat sind viele
Thesen sehr wirr, allein jene, daß wir ja nur Angestellte einer Staats-AG
seien, da wir einerseits einen »Personal«-Ausweis hätten und andererseits
die Behörden eine Steuernummer.
Aber wir alle leben in Scheinwelten, die wir uns selber aufbauen. Viele,
die treudoof jedesmal die gleiche »etablierte« Partei wählen, wähnen sich
in einer Demokratie und einem Rechtsstaat, und glauben tatsächlich, daß sie
als Souverän irgendetwas zu sagen hätten. Sie wundern sich nicht einmal,
daß die Regierungsmeinung in wichtigen Themen häufig diametral zu der
Volksmeinung ist – bei CETA zum Beispiel.
Auch die Schreiber, die sich jetzt besonders über die »Reichsbürger«
echauffieren, glauben in ihrer Scheinwelt, sie seien Journalisten und
repräsentierten die Vierte Gewalt im Staat. Zeigen schön die
selbstgemachten Pässe der »Reichsbürger«, aber daß tausende illegale
Migranten als Flüchtlinge getarnt mit gefälschten Pässen nach Deutschland
kommen und die Behörden das trotz konkreter Kenntnis bei den einzelnen Leuten
absichtlich ignorieren und permanent Rechtsbruch begehen, lassen sie
faktisch links liegen.
Nachtrag:
Natürlich leben auch die Politiker in ihrer Scheinwelt, in der sie all
den Scheiß, den sie beschließen, als Gutes für die Bürger schönreden. Das
kann man heute nach dem Beschluß der Überwachung Deutschlands nach
NSA-Vorbild mal wieder sehen. Ich zitiere mal aus dem Heise-Artikel:
Nina Warken (CDU) und Christian Flisek (SPD) unterstrichen dagegen, daß
der Schutz von EU-Bürgern vor geheimdienstlicher Überwachung gestärkt und
weitgehend dem von Deutschen gleichgestellt werde. Dies sei »weltweit
einmalig«, hob Flisek hervor. Die Koalition bringe zudem Licht in die im
NSA-Ausschuß aufgedeckte »Dunkelkammer« beim BND. […] Trotz einiger Kritik
im Detail sei dies ein »mutiger Schritt nach vorne«. […] Die dortigen
Mitarbeiter seien »keine finsteren James-Bond-Bösewichte«, sondern »ganz
normale Männer und Frauen mit Familien und Kindern«.
Übrigens, auch Stalin war verheiratet und hatte Kinder. Mao Tse-tung
auch. Und haben Millionen Tote zu verantworten. Und um nicht so weit gehen
zu müssen: Viele Stasi- und Gestapo-Übeltäter mit Sicherheit auch.
Es findet etwas statt, was kaum oberhalb der Wahrnehmungsschwelle der
Medien, aber definitiv unter der Wahrnehmungsschwelle der Bürger liegt. Daß
der Bund im Zuge der nun abgeschlossenen Verhandlungen um den
Länderfinanzausgleich bereit ist, mehr Geld aus den Bundessteuereinnahmen
zu überweisen, läßt sich der Bund mit der Übertragung der Zuständigkeit für
die Bundesautobahnen bezahlen.
Das geschieht natürlich nicht ohne Grund. Sicher ist, daß die Verwaltung
der Autobahnen und auch das Eigentum in ein staatliches Unternehmen
ausgegliedert werden soll. Von dem Problem mal abgesehen, daß sich so ein
Unternehmen verselbständigt wie die DB AG und kaum noch unter Kontrolle zu
halten ist, geht die Gefahr um, daß der Bund versuchen wird, das
Unternehmen an Investoren zu verramschen. Die wären dann natürlich
versucht, möglichst viel Kohle aus ihrer Investition zu machen. Einerseits
könnte das bedeuten, daß die Qualität der Straßen nicht besser, sondern
noch schlechter wird. Wir durften ja neulich schon im Fernsehen verfolgen,
wie »gut« das mit den Autobahnraststätten funktioniert hat. Andererseits
ist natürlich der Maut Tür und Tor geöffnet – das also, woran Dobrindt im
Moment zu scheitern droht.
Diese mögliche Ausgeburt merkelscher marktkonformer Demokratie und
Staatswesen mit der Abkehr von der staatlichen Daseinsvorsorge ist
keineswegs ein Hirngespinst von Verschwörungstheoretikern. Nein,
Unionspolitiker haben dieses Konzept in der Vergangenheit mehrfach ins
Spiel gebracht. Die Zeit schreibt jedoch, daß der Verkauf nicht geplant sei. Das ist
aber so glaubwürdig wie damals der Ausspruch von Walter Ulbricht zum
Mauerbau.
Ich hoffe nur, daß bis zur nächsten Bundestagswahl in diesem Bereich
nicht zu viele Fakten geschaffen werden. Sowohl bei der nächsten Wahl und
auch sonst liegt es an uns Bürgern und Autofahrern, uns nicht länger von
den »Regierigen« an der Nase wie die Ochsen herumführen zu lassen. Und das
gilt natürlich nicht nur für das Thema der Autobahnen. Der Bürger und das
Gemeinwohl muß wieder im Mittelpunkt stehen – etwas, was in der Politik
parteiübergreifend schon lange vergessen wurde.
Ganz Europa ist von CETA besetzt. Ganz Europa? Nein! Ein von
unbeugsamen Wallonen bevölkertes Dorf hört nicht auf, dem Eindringling
Widerstand zu leisten…
…so könnte – à la Asterix – eine wahre Geschichte beginnen. Denn im
Moment noch leisten tatsächlich die Wallonen tapfer Widerstand gegen CETA,
besser als wir Deutsche oder die Österreicher (darauf komme ich gleich
noch). Es zeichnete sich schon am Mittwoch ab, wie u.a. die belgische Site
Flandern
Info und die luxemburgische Site Luxemburger Wort berichteten. In Belgien haben angeblich die
Regionalparlamente deutlich mehr Einfluß als bei uns die Landesparlamente.
Und so könnte es wohl tatsächlich sein, daß Belgien CETA und auch der
vorläufigen Inkraftsetzung nicht zustimmen darf. Wie die Süddeutsche und
auch andere meldeten, hat heute das Regionalparlament der Wallonie in einer Abstimmung ihre
Position nochmal gefestigt – mit 46 zu 16 Stimmen, was fast eine
Dreiviertel-Mehrheit ist. Fefe
berichtet gerade, daß die schmierigen Kumpanen aus der EU und aus der
Zentralregierung natürlich wieder unter der Gürtellinie Druck auf die
Wallonen ausüben, z.B. mit der Streichung von Fördergeldern. Erinnerungen
an die Volksabstimmungen in Irland werden wach. Hoffentlich bleiben sie
standhaft.
Nicht standhaft geblieben sind natürlich mal wieder … na … na … wer? Ja,
genau, die Sozialdemokraten. Diesmal sind nicht die deutschen Sozies die
Verräter, sondern die österreichischen. Was kümmert es das Präsidium der
SPÖ schon, daß sich in einer Mitgliederbefragung 90% der Genossen
gegen CETA ausgesprochen haben? Einen feuchten Kehricht – und haben heute die 180°-Wende vollzogen. Ja, die Nachbesserungen,
die hätten es jetzt gebracht. Ja, genau die, die Kritiker für absolut
wertlos halten, weil sie juristisch und inhaltlich irrelevant sind, wie ich
schon berichtete.
Kommen wir zu Deutschland. So schlecht lag ich ja gar nicht mit meiner
Vorhersage. Außer, daß diese Notifizierungen offenbar völkerrechtliche
Relevanz besitzen. Welche, das werden wir noch sehen.
Allgemein gibt es nach dem Urteil offiziell nur Gewinner. Das sehe
ich nicht so. Auch wenn die Gegner nicht ohne Berechtigung die auferlegten
Bedingungen als wichtig erachten und glauben, daß Gabriel und die
Bundesregierung große Probleme haben werden, diese Auflagen zu erfüllen
(wenn sie nicht wieder tricksen), ist doch der größter Verlierer der
Bürger. Voßkuhle hat doch mal wieder klar zu verstehen gegeben. daß die
politischen Partner Deutschlands, die internationale Wirtschaft und
allgemein die Staatsräson wichtiger sind als wir dumme Bürger mit unseren
sogenannten »Bürgerrechten«. Gabriel hat offenbar mit dem Horrorszenario
der sich nicht mehr drehenden Welt nach einer Verfügung gegen CETA Eindruck
bei Voßkuhle hinterlassen. Oder Voßkuhle will sich einfach keinen Streß
machen.
Hoffnung macht sich noch Campact. Die haben die Grünen in den
Bundesländern aufgefordert, die Ratifizierung von CETA im Bundesrat zu
verhindern. Das könnten sie nach aktueller Beteiligung in den
Landesparlamenten. Aber zum Beispiel auf einen Herrn Kretschmann ist ja
auch kein Verlaß, wie man aus dem Stuttgart-21-Drama weiß. Dem ist sein
Ministerpräsidentensessel auch näher als seine vorgebliche Überzeugung.
Übrigens, wer die Übertragung im ÖR gesehen hatte, hat vielleicht
mitbekommen, daß jemand etwas in den Saal rief, als die Richter
hinausgingen. Man konnte das nicht verstehen, weil gerade ausgeblendet
wurde. Der Spiegel berichtet, was es war: »Artikel 20, Absatz 4« –
mehr nicht. Braucht es auch nicht, jeder im Saal wird es verstanden haben.
Da fällt mir ein, daß man im Mittelalter in Brügge mal einem korrupten
Richter die Haut beim lebendigen Leibe abgezogen hatte. Die Haut wurde dann
– wenn ich es richtig in Erinnerung habe – als Baldachin am Richterstuhl
angebracht, auf dem der Sohn des Richters die Nachfolge antrat. Die
Geschichte zeigt also, daß Richter nicht außen vor sind.
Der ORF berichtet übrigens noch von anderen Staaten,
bei denen die Zustimmung noch
nicht durch ist. Aber mit wirklichen Widerstand ist dort nicht zu
rechnen.