Ich habe nebenbei Meldungen von der heutigen Verhandlung mitgelesen. Die
Tagesschau hatte einen »Ticker« mit Meldungen aus dem Verfahren veröffentlicht, bei denen
mich eine Meldung (14:48 Uhr) doch sehr verstörte:
Wirtschaftsminister Gabriel hatte diese Ausstiegsmöglichkeit
Deutschlands [Anm. aus der vorläufigen CETA-Anwendung] vor der
Pause bejaht. Gerichtspräsident Voßkuhle fragt Gabriel, ob die
Bundesregierung diese Auffassung auch offiziell notifizieren könne.
Gabriel bejaht das.
Was heißt Notifizieren? Wikipedia schreibt: »In der Diplomatie
bezeichnet ›notifizieren‹ die offizielle Mitteilung einer Information durch
einen Staat oder einen Staatenbund an einen anderen Staat oder einen
Staatenbund oder zwischenstaatliche Organisationen, Vereinigungen oder
Konferenzen.
Das heißt also, Voßkuhle fragt, ob die Bundesregierung offiziell
bestätigen würde, daß sie eine Ausstiegsmöglichkeit habe.
Nun gut. Aber, was soll die Frage bitteschön?
Bedeutet sie, daß
-
Voßkuhle es zum Abwürgen der Eilanträge genügen würde, wenn die
Bundesregierung glaubt, sie habe eine Ausstiegsmöglichkeit, auch
wenn diese womöglich faktisch gar nicht bestünde (so sehen es ja die
Kläger)
-
oder reicht es Voßkuhle sogar nur, daß Gabriel lediglich die
Möglichkeit einer solchen Notifizierung in Aussicht stellt?
Im Hinblick auf meinen gestrigen Fund stinkt das gewaltig nach dem
Versuch, sich hier wieder einmal davonzustehlen. Ich hoffe, die anderen
Richter machen ihm da einen Strich durch die Rechnung (glauben will ich
aber daran nicht).
Na ja, in gut 15 Stunden sind wir schlauer…
Heise hatte heute nochmal einen
Artikel zu der morgigen Verhandlung
und zu der übermorgigen Entscheidung zur einstweiligen Verfügung gegen die
Bundesregierung bezüglich der Zustimmung zu CETA veröffentlicht. Inhaltlich
nichts wirklich Neues, aber im Forum fand ich eine angebliche Aussage des
Vorsitzenden Voßkuhle, die ich dem werten Leser meines Blogs nicht
vorenthalten möchte. Es stammt aus 2013 und geht um die Klage gegen die
EZB-Maßnahmen in der Finanzkrise:
»…gab er sich in etwas angetrunken Zustande deutschen Studenten
gegenüber entschieden indiskreter: er werde das Urteil solange
hinauszögern, bis die EZB Fakten geschaffen habe oder aber, wenn sich das
Urteil nach Ablauf von in etwa einem Jahr einfach nicht mehr länger
hinauszögern läßt, werde er mit irgendeinem der vielen juristischen
Scheinargumente, auf die das Gericht immer zurückgreifen könne, ein Verbot
von Draghis Anleihenkäufen als offensichtliche Mandatsverletzung durch die
EZB elegant umgehen.«
Die Quelle ist ein Gastbeitrag im Handelsblatt. Im Krieg hätte man gesagt: Feigheit
vor dem Feind. Oder man kann auch sagen: Teil des korrupten Systems. Im
Forum überwiegt stark die Meinung, daß Voßkuhle und seine Truppe auch
diesmal wieder einknicken wird. Und ich befürchte, daß sie recht
behalten.
Überwachung, Datenschutz, Zensur
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Eilanträge gegen neue Vorratsdatenspeicherung abgelehnt.
Hoffentlich kein böses Omen für die Hauptverhandlung. Mehr dazu bei
Netzpolitik.
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War natürlich klar: Die
Staatsratsvorsitzende mit ihrem Ministerrat befürwortet großflächige
Internet-Überwachung. Einmal gelernt, niemals verlernt!
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Geschäft kennt keine Moral, darum entwickeln Firmen schon mal im
voreilend totale Überwachungstechniken. Der Focus berichtet über eine
Idee, Autos total zu überwachen, indem man die Nummernschilder mit Chips ausstattet. Damit
erübrigt sich dann die fehlerträchtige Zeichenerkennung, speziell bei
widrigen Wetterbedingungen. Und da das alles über Funk geht, entfallen
auffällige Geräte am Straßenrand.
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Privacy Shield: Wie lange vermutet, ist der Shield löchrig wie ein Sieb.
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Netzpolitk beschäftigt sich auch nochmal mit dem Status Quo des
Privacy Shields.
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Innenausschuß des EU-Parlaments beschließt Netzsperren. Damit
ist die Sache praktisch schon durch, speziell, weil das im Parlament gar
nicht weiter diskutiert werden soll. Prima. Was sie mit
Kinderpornographie nicht geschafft haben, haben sie jetzt mit dem Terror
durchbekommen. Die Zensurbemühungen von Monika Hohlkopf sind sogar bis ins
amerikanische Ars Technica-Magazin vorgedrungen.
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Nach diesem Beschluß kommt es nicht von ungefähr, daß de Maizière das Haftungsprivileg der Access Provider aufweichen
möchte. Damit könnte der Staat dann mehr Druck auf die Provider
ausüben, daß diese selbständig voreilend vermeintlich illegale Inhalte
zensieren.
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Warum soll nur der Staat Metadaten von Gesprächen und SMS sammeln –
denkt sich Google und läßt sich das Recht per
Daten»schutz«erklärung einräumen.
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Bürgerrechte? Scheiß egal. Bayrischer Verfassungsschutz soll weitgehende Rechte zum
Ausspionieren bekommen, Opposition sieht das weit jenseits der
Grenzen, die das BVerfG gezogen hat.
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Nach dem Terroranschlag in Ansbach kommt was? Natürlich die Forderung der Ausweitung der
Vorratsdatenspeicherung – die, die erstens noch gar nicht umgesetzt
ist, und von der wir zweitens international wissen, daß sie nichts bringt
außer einem massiven Grundrechtseingriff. Ach ja, und was wird noch
gefordert? Fußfesseln. Ja, genau die, die einer der Terroristen, die in
Frankreich dem Pfarrer die Kehle durchgeschnitten haben, auch hatte. Da
hat wohl der CSU-Kaspar und bayrische Justizminister Bausback die Zeitung
nicht gelesen.
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Danisch mit neuem Leckerli zur Amadeu-Antonio-Stiftung. Mich täte
wirklich interessieren, ob der Namensgeber, ein Todesopfer rechter
Gewalt, das in seinem Namen gewünscht hätte…
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Und weil wir schon bei dieser ominösen Stiftung sind: Sie fordert die Löschung eines Satire-Beitrags im ZDF gegen die
Stiftung, wo auch gegen die Stasi-Ratte und Geschäftsführerin Kahane
gewettert wurde. Feinste DDR-/Stasi-Manier. Ich hoffe, mit der
nächsten Bundesregierung sind Maas und Schwesig weg vom Fenster, und dann
wird dieser demokratie- und rechtsstaatsfeindlichen Organisation das
finanzielle Wasser abgegraben.
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Zu früh geklagt, nicht in der Sache entschieden: Verfassungsgericht weist Beschwerde gegen Kennzeichen-Scanning für
PKW-Maut ab.
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Artikel im Intercept, wie das FBI das Verbot umgeht, um Journalisten
auszuspionieren.
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Manchmal flammt ja selbst bei amerikanischen Politikern noch der
Verstand auf: 25 US-Abgeordnete verbünden sich gegen Überwachung.
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Datenübermittlung aus ausländischen Clouds nach USA: In dem ewigen Hin
und Her hat es mal wieder eine Entscheidung gegen die Überwachung
gegeben, wie Heise und Golem berichten. Aber final ist die Sache noch lange nicht.
-
Ihr kennt doch das Gerät »Echo« von Amazon, das nicht nur ein
Lautsprecher ist, sondern das auch ein Mikrofon besitzt und so Fragen
beantworten kann, ähnlich wie Apples Siri, Googles Now und Microsofts
Cortana. Da auch bei Echo alles zur Cloud geschickt wird, ist die
Überwachungsmöglichkeit da, und der daraus entstehende Eingriff in die
Privatsphäre noch viel größer, da das Ding vermutlich mitten im
Wohnzimmer steht und 24 Stunden am Tag aktiv ist.
Nun kommt's: Amazon verweigert die Aussage darüber, ob sie vom Staat schon
gezwungen wurden, Nutzer mittels Echo zu belauschen.
Internet
Demokratie
Politik
-
Die Bundespolitik nutzt es schon wieder aus, daß die Nation Fußball
schaut.
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Britischer Schriftsteller zur EU und Brexit: Merkel, Juncker, Schulz:
das starrsinnige Trio.
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Wie es halt bei einer moralisch korrupten Politik so üblich ist, kommt
am Ende heraus, daß alles illegal ist. Diesmal hat es die Waldschlößchenbrücke getroffen, die ja auch sehr umstritten war
wie z.B. Stuttgart 21, und wo sich die Politik am Ende über alle Kritik
hinweggesetzt hatte. Es stellt sich jetzt wohl sogar die Frage, ob die
Brücke wieder abgerissen werden muß.
-
Zur Zeit geistern Vorschläge für den neu zu wählenden Bundespräsidenten
herum (inklusive SPD-Überpolitiker und Hochnase Steinmeier), bei denen
ich das große Kotzen kriege. Da könnte ich noch eher leben mit dem
nominierten Kandidaten der Freien Wähler aus Bayern: Echter und TV-Richter Alexander Hold.
-
Sexualstrafrecht: Gut gemeint ist nicht gut gemacht. Was Kritiker im
Vorfeld schon bemängelten, gilt auch weiterhin. Das Portal »Legal Tribune
Online« gibt sechs Ratschläge, die Männer befolgen sollten, damit sie nicht im
Knast landen – via
Fefe und
Danisch. Letzterer sieht das Gesetz als Sieg der Lesben, die es
nicht ertragen können, wenn Mann und Frau zusammen Sex haben.
-
Interessante These im Focus: Erdoğan betrachtet vermutlich Deutschland schon als Kolonie.
-
Meine Güte, was ist der Pofalla doch für ein Arschloch. Der schafft es, seine bisherige Niederträchtigkeit auch noch zu
toppen.
TTIP/CETA
Hinweis: ich habe ein paar Artikel aus meiner Merkliste zu diesem
Themenbereich schon nicht mehr gebracht, weil sie mittlerweile überholt
sind.
-
Eins von den Lieblingsprojekten der GroKo könnte durch TTIP gefährdet
werden: TTIP könnte deutsche Energiewende abwürgen. TTIP ist wichtiger,
sagen die paar Geldkoffer, die da bestimmt noch übergeben werden, wenn
sie es noch nicht sind…
Flüchtlinge/Migranten
-
Ja, ja, alles bloß bedauerliche Einzelfälle, oder? Immerhin statistisch
markant, daß sexuelle Übergriffe von Flüchtlingen in Badeanstalten
zunehmen, wie Focus (erster Artikel, zweiter Artikel) und Welt berichten.
-
Weiterer bedauerlicher Einzelfall: Mann schlägt mit Machete um sich – eine Tote, fünf Verletzte.
-
Noch einer: Staatsschutz ermittelt nach Beleidigung am FKK-Strand. (siehe
auch Der Westen, RP Online)
Danisch
fragt zu recht: Wo bleiben die Politiker und Gutmenschen, die öffentlich
dieses als »Hate Speech« anprangern? Ach so, das gibt es bei Migranten
wohl nicht.
-
Einen hab' ich noch: Chirurg sollte enthauptet werden – mutmaßliche Täter auf freiem
Fuß. Täter ist ein Palästinenser, wie in dem vom Focus verlinkten
Artikel steht.
-
Flüchtlinge lösen das Problem des angeblichen Fachkräftemangels. So
hieß es doch unisono aus Politik und Großindustrie im Herbst 2015, oder?
Was daraus geworden ist: DAX-Konzerne stellten 54 Flüchtlinge ein. Nein,
nicht vierundfünfzigtausend, sondern vier-und-fünf-zig-punkt-aus-ende. Liebe Politiker und
Wirtschaftsbosse, wie dreckig und schamlos belügt Ihr uns?
-
Schweden ist noch politisch korrekter als Deutschland, dennoch ließ
sich nicht verheimlichen, daß auf einem Festival 35 Frauen von Migranten sexuell belästigt
wurden.
-
Merkel fordert Toleranz von den Flüchtlingen für Schweinefleisch
(Welt, Focus). So weit sind wir schon, daß wir in unserem eigenen
Land für Toleranz für unsere Sitten und Gebräuche bitten müssen. Danke
Merkel und liebe Gutmenschen!
-
Ich muß mal wieder Louis de Funès zitieren: »Nein! Doch! Ooooh!«
83% der Bürger sorgen sich um Zuwanderung und Integration. Das
ist der bisherige Höchststand und doppelt soviel wie vor einem Jahr laut
FAZ. (Man muß das eigentlich umgekehrt sehen: In einem Jahr ist die
Zahl der Bürger, die sich keine Sorgen machen, auf 30%
geschrumpft).
Islam
Bargeld und die Abschaffung desgleichen
Sonstiges
-
Jetzt gerade wird in der Bundesregierung wieder für ein Pseudoproblem
eine Pseudolösung geschaffen, die in Österreich schon kläglich versagt
hat: die Offenlegung der Gehälter in größeren Firmen wegen das
angeblichen Gender Pay Gaps. Dazu paßt der Artikel der FAZ aus dem Juli:
Feministinnen, regt euch ab!
Tja, liebe SPD, da habt Ihr Euch mal wieder mächtig verarschen lassen.
Ein Entwurf der von Gabriel angekündigten Nebenabsprachen zu CETA zwischen
EU und Kanada ist nun bekanntgeworden, und die Kritiker sind sich einig: Es
ist nicht das Papier wert, auf dem es geschrieben ist – keine wirklichen
Einschränkungen oder Klarstellungen, und vor allem: keine rechtliche
Bindung.
Die Zeit und Heise
berichten.
Am 13. Oktober entscheidet das höchste deutsche Gericht, was für eine Art
von Demokratie wir in Deutschland tatsächlich haben: Die der Bürger oder
die der Industriellen, mit den Politikern als ihre Handlanger. Es geht um
die Entscheidung des Bundesverfassungsgericht, ob sie den Anträgen der
CETA-Klägern auf Erteilung einer einstweiligen Anordnung gegen die
Zustimmung Deutschlands zu CETA im allgemeinen und gegen die Zustimmung zur
vorläufigen Inkraftsetzung durch die EU im speziellen stattgibt. Wenn das
BVerfG jetzt die Bürger im Stich läßt, dann gibt es auch für TTIP, TISA und
was immer dann auch noch kommen sollte, kein Halt mehr. Wir können dann
unsere Demokratie endgültig abschreiben – bis die EU zerbricht oder es in
Deutschland eine Revolution gibt…
Viele Klagen sind schon vor dem Bundesverfassungsgericht gelandet, die
die Demokratie betreffen, speziell im Kontext der Abgabe von Rechten an die
Europäische Union. Bislang hat das Bundesverfassungsgericht nie den Klägern
im Kern stattgegeben, aber es hat die Klagen auch nie komplett
abgeschmettert. Es sind daraus die sogenannten »Solange«-Urteile entstanden
– ein Warnhinweis an die Politik: Solange die deutsche Politik das
Zepter in der Hand behält und aus den (europäischen) Verträgen wieder
aussteigen kann, solange darf sie auch Rechte an die EU abgeben. Eine
spätere Regierung muß in der Lage sein, die Souveränität der Bürger wieder
zurückzuholen.
Meiner bescheidenen Laienmeinung nach dürfte es sich darum drehen, ob der
CETA-Vertrag nicht diese Linie überschreitet. Der Vertrag soll praktisch
unkündbar sein, es gibt keine entsprechende Klausel. Dann sind solche
Verträge laut Völkerrecht wohl nur noch kündbar, wenn alle Vertragsparteien
zustimmen. Da das ein gemischter Vertrag sein soll, also sowohl die EU als
auch die einzelnen EU-Mitgliedsstaaten Vertragspartner von Kanada sind,
wäre es praktisch unmöglich für Deutschland, da wieder herauszukommen. Wenn
es dann also den Klägern gelingt noch zu zeigen, daß CETA einen
wesentlichen Souveränitätsentzug mit sich bringt, dann besteht doch noch
eine geringe Hoffnung.
Zwei Angriffspunkte haben die Kläger: der sogenannte »gemischte Ausschuß«
und die Schiedsgerichte.
Der gemischte Ausschuß ist ein Novum in den Handelsverträgen: Er erlaubt
die nachträgliche Änderung und Erweiterung der Verträge, ohne Zustimmung
der Parlamente der Vertragspartner. Kanada, die EU und deren
Mitgliedsstaaten unterwerfen sich also Regelungen, die noch gar nicht
definiert sind, ohne die Möglichkeit, dagegen zu intervenieren! Und die,
die sie definieren, also in diesem Ausschuß sitzen, sind nicht demokratisch
legitimiert, sondern kommen aus der Industrie.
Die Schiedsgerichte sind keineswegs entschärft, wie uns Gabriel
weismachen möchte. Es entsteht eine Paralleljustiz, die nicht
rechtsstaatlichen Ansprüchen genügt, und ich bin wirklich schon gespannt,
wie das Bundesverfassungsgericht darauf reagieren wird, wo sie jetzt schon
um Justizhoheit mit dem Europäischen Gerichtshof kämpft.
Also wie immer: Die Hoffnung stirbt zuletzt!
…Sozialdemokraten
Nein, ich verlinke nicht nochmal den Song, auch wenn er gut ist. Wie auch
auf den letzten SPD-Parteikonvente zauberte Gabriel kurz davor wieder einen
schmierigen Kompromiß aus der Tasche. Dazu noch eine schmissige – aber
natürlich unverbindliche – Rede der kanadischen Handelsministerin – und die
Delegierten fallen wieder reihenweise um. Fakten spielen plötzlich keine
Rolle mehr, ehemals gezogene rote Linien auch nicht. Der Wert der
angeblichen Zugeständnisse wird sich noch zeigen, ich bin mir ziemlich
sicher, daß er gegen Null geht. Die geforderten verbindliche
Zusatzabsprachen wird es nicht geben, sondern m.E. höchstens in
wachsweiche, nicht einklagbare Absichtserklärungen münden. Wir kennen das
bereits.
Summa summarum muß man sagen, die Entscheidung ist ein Faustschlag in die
Gesichter der 320.000 Leute, die am Samstag demonstriert haben, und ebenso
in die Gesichter der über 3.000.000 Leute, darunter sehr viele Deutsche,
die auf EU-Ebene gegen TTIP und damit auch gegen das vergleichbare CETA
unterschrieben haben.
Pfui, pfui, pfui. Ich hoffe inständig, Kanzlerkandidat in spe Gabriel und
sein machtgeiles, lobbygesteuertes Pack bekommen die Quittung bei den
nächsten Wahlen. Wenn die SPD nicht aus dem Schröder-Agenda-2010-Desaster
gelernt hat und auch nicht von den anhaltenden Verlusten der letzten
Wahlen, dann verdienen sie den Untergang.
Jetzt bleibt uns nur noch die Hoffnung auf das Bundesverfassungsgericht.
Aber das kann man sich eigentlich auch abschminken. Das BVerfG meidet
mittlerweile genauso feige die Konfrontation wie die SPD-Bonzen, das haben
die letzten Urteile gezeigt.
Ich war in Köln, und es war großartig. Während die Veranstalter bei der
Anmeldung der Demo von 30.000 Demonstranten ausgingen, kamen wohl 55.000!
Teilweise kamen im Osten und München wegen des schlechten Wetters weniger,
aber in Summe laut Angaben der Veranstalter über 320.000 – also eine
deutliche Steigerung gegenüber den 250.000 letztes Jahr in Berlin!
Aber die Berichterstattung in den Medien war unter aller Sau. Ich
hatte heute sowohl die Tagesschau und die Tagesthemen im Propaganda-Sender
Eins gesehen und habe vor Wut geschnaubt. Während die Tagesschau noch eine
Gesamtzahl nannte (die weit unter den 320.000 lag), sprach Thomas Roth bei
den Tagesthemen nur noch von Zehntausenden. Und während von den Gegnern nur
ein paar Demonstranten zu Wort kamen, durften in beiden Sendungen
professionelle Vertreter der Befürworter ihre
Wischi-Waschi-Blend-Statements ablassen. Auch wurde seitens der
Nachrichtenredaktion die Handelsabkommen wieder auf das Chlorhühnchen &
Co. reduziert. Zu der massiven Unterwanderung der Demokratie durch
Regulierungsgremien aus Industrievertretern, zur nachträglichen
Änderbarkeit von CETA ohne parlamentarische Zustimmung durch die
Parlamente, zur die Abschaffung des Vorsorgeprinzips – kein
Sterbenswörtchen. Dagegen wurde ein Werbefuzzi zur Kampagne der
Gegnerorganisationen befragt, und die Antwort suggerierte, daß die
Demonstranten auf eine perfekt inszenierte Gegenkampagne hereinfallen
würden! Soll das objektive Berichterstattung sein? Niemals!
Auch bei vielen Online-Medien sind die Meldungen zu den Demos gegen
Mitternacht nur noch schwer zu finden, und vielfach wurde geschrieben, daß
angeblich deutlich weniger als erwartet gekommen wären. Meist bezogen sich
die Zahlen auf Schätzungen vom Mittag, während die Züge erst gegen 13 Uhr
begannen.
Und daß zeitgleich in fünf Städten im kleinen Österreich gegen TTIP und
CETA mit immerhin auch 25.000 Teilnehmern demonstriert wurde, findet
nirgendwo Erwähnung in der deutschen Nachrichtenwelt.
Am Samstag, dem 17.9.2016, – also in drei Tagen – findet in Berlin,
Frankfurt/Main, Hamburg, Köln, Leipzig, München und Stuttgart eine
konzertierte Demonstration gegen TTIP und CETA statt. TTIP ist zum Glück
weiter davon entfernt, spruchreif zu sein, aber noch lange nicht tot, wie
es manche Politiker, wie zum Beispiel Gabriel, proklamieren (womöglich auch
mit taktischem Hintergedanken).
Bei CETA ist jedoch kurz vor knapp, und die Demo ist vielleicht die
letzte Möglichkeit, uns öffentlich gegen das nicht bessere CETA zu wehren
und an die Politik – speziell an die SPD mit ihrem lobbygesteuerten Gabriel
– eine Botschaft zu senden: WIR WOLLEN DIESEN DRECK NICHT!
Also, kommt bitte in Scharen! Infos zur Demo gibt es bei
ttip-demo.de.
Nachtrag: Ein aktuelles Interview mit dem Foodwatch-Chef, einem der prominenten
Gegner von TTIP und CETA – für all diejenigen, denen die Problematik
immer noch nicht klar ist.
EU
-
Der Brexit ist ja mittlerweile beschlossen, dennoch möchte ich diesen alten Artikel verlinken, und zwar wegen der letzten
Grafik. Sie zeigt, wie die Bürger einiger europäischer Staaten die
Begriffe »Verschwenderisch«, »Arrogant«, »Unnahbar«, »Unehrlich«,
»Demokratisch«, »Verantwortungsvoll«, »Effizient« und »Ehrlich« mit der
Europäischen Union assoziieren. Na, wie fällt das wohl aus?
-
EZB knallt völlig durch und kauft nun direkt Anleihen von
Unternehmen. Bei einer schnellen Google-Suche fand ich diese Liste. Neben staatlichen Banken wie Landesbanken und KfW
sind Firmen dabei wie Deutsche Börse, Allianz, Talanx, BMW, Continental,
Daimler, Hella, Volkswagen, BASF, Bayer, Lanxess, Linde, Metro, Deutsche
Bahn, Lufthansa, Wuerth, E.ON, EnBW, RWE, Bosch, Infinion, SAP, Siemens,
MAN, Deutsche Post, Telefonica, K+S, Merck, Bertelsmann. Also alles
Firmen, die dringend Kredite brauchen und sie von den Banken nicht
bekommen. (Ende Ironie)
-
Natürlich ist der Kauf von Unternehmensanleihen in die Hose gegangen,
wie von Kritikern befürchtet. Allgemein scheint Draghi mit seinem
Latein am Ende zu sein, wie auch die OECD meint (Focus, Welt).
-
Kurz vor der Entscheidung zum Brexit hatte die Schweiz offiziell ihren
vor 24 Jahren eingereichten Beitrittsgesuch zur EU zurückgezogen.
Faktisch lag das aber schon lange auf Eis, nachdem sich der Schweizer
Souverän (wir erinnern uns: das Volk!) in einem Volksentscheid dagegen
ausgesprochen hatte. Spiegel, Focus
-
Kommentar zu Brexit-Äußerungen von Juncker und Schulz: »Das unbelehrbare Duo«
-
Wagenknecht fordert Referendum über EU.
TTIP / CETA
Terrorismus und von Merkel importierte Gewalt
Migranten / Flüchtlinge
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Neue Zahlen: Bund erwartet 500.000 Familienangehörige aus Syrien, 80%
der Flüchtlinge haben keine Ausweispapiere. FAZ, Zeit, Focus
-
Duisburger »Integrationrat« leugnet in Resolution den Völkermord an den
Armeniern. Der Westen, Focus. Nach heftiger Kritik und fast zwei Wochen ist diese Resolution wieder aufgehoben worden.
-
Die Bundesregierung verbreitet ja permanent, daß der Flüchtlingsstrom
abgeebbt sei dank Merkels Türkei-Deal, auch mit Hilfe des ÖR und einigen
Mainstream-Medien. Während letzteres sowieso keiner glaubt (jeder weiß,
daß das – wenn überhaupt – der Verdienst von Österreich, Ungarn und
anderer osteuropäischer Staaten ist), stimmt auch ersteres nicht
wirklich. Andere Migrantenströme aus dem Osten würden über die
deutsch-polnische Grenze eingeschleust, da diese kaum überwacht werde.
Schätzungen gehen hoch bis zu 1000 Personen pro Tag.
-
Dazu paßt: Berlin verschleiert Flüchtlingszahlen – CSU will Klarheit
-
Und die Flüchtlinge, die Erdoğan uns dank Merkels Super-Duper-Abkommens
schickt, sind die, die er selber nicht gebrauchen kann. Hochqualifizierte Syrier läßt er hingegen nicht ausreisen.
-
Videoblog eines desillusionierten Flüchtlingshelfers. Bißchen
lang, aber sehenswert!
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Während hier die Politik und die Gutmenschen noch die
»Willkommen«-Transparente in die Luft halten und »Wir schaffen das« in
jedes mögliche Mikrofon schreien, ist das Migrationsvorzeigeland Nr.
1 zu der Erkenntnis gelangt, daß es die Zuwanderung eben nicht schafft. Mal schauen,
wie lange es dauert, bis es die doofen Deutschen schnallen.
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Selten dämlicher Kommentar: Wenn Flüchtlinge lügen, folgen sie nur ihren Interessen. Indirekt
billigt die Autorin dieses Verhalten. Warum nur lügen, warum nur
Flüchtlinge? Wenn jemand stiehlt, betrügt, vergewaltigt, mordet usw.,
folgt er auch nur seinen Interessen, oder etwa nicht? Also: Strafgesetze
abschaffen, oder nicht?
Uberwachung / Datenschutz / Zensur
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Digital Courage hat mal die existierenden Überwachungsmaßnahmen zu
einer Überwachungsgesamtrechnung zusammengefaßt. Vorsicht,
nicht erschrecken! Das reicht aber unseren Politikern noch lange nicht.
Und den meisten Deutschen ist das wohl egal.
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Neben »Privacy Shield« gibt es jetzt noch ein weiteres Abkommen mit den USA, das uns irgendeinen
Schutz vorgaukeln soll.
-
Quasi als »Aktion« bringt ein russischer Software-Entwickler eine
Smartphone-Applikation heraus, die ein aufgenommenes Gesicht im Internet sucht. Nun ja, die
Geheimdienste machen das bestimmt, und unsere Politiker phantasieren
(noch) von Videoüberwachung mit Gesichtserkennung.
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Warum wir Wistleblower schützen müssen.
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Zensurforderungen werden langsam zum Markenzeichen der SPD. Diesmal
darf Hannelore Kraft ran.
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Kommentar im Spiegel zu der suggestiven Bemerkung von
Verfassungsschutzchef Maaßen, Edward Snowden könne ein russischer Spion
sein.
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Ganz tolle neue Idee des US-Grenzschutzes: Pässe und Fingerabdrücke
kennt man ja schon, jetzt sind Abfrage von Daten zu Social Media-Diensten
im Gespräch. Natürlich nur freiwillig. Noch. Heise, Golem, Spiegel, Netzpolitik
Bildung
Unterwerfung (a.k.a. Islamisierung)
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Deutsche Politikerdelegation will in den Iran reisen, macht einen
Selbstdarstellungs-Flyer mit Bildern – bei den Frauen mit Kopftuch!
Spiegel, Danisch
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Im Sinne der Feministen oder im Sinne des Islam? Der neue islamische Bürgermeister Londons, Sadiq Khan, verbietet
»sexualisierte« Werbung im öffentlichen Nahverkehr, wie er es im
Wahlkampf wohl versprochen hat.
-
Islamverband Ditib kann in Deutschland tun und lassen, was er will –
deutsche Politik kuscht. Türkei-Experte bezeichnet Regierung als unterwürfig.
-
Für viele Deutschtürken geht Religion vor Gesetz.
-
Bürgermeister von Kleinstadt will islamischer Gemeinde kostenlos großes
Grundstück für Moscheenbau zur Verfügung stellen. Welt, Focus. Der Bürgermeister erklärt sein Vorgehen in einem Interview. Halt auch ein
Gutmensch.
-
Islamisierung findet nicht statt: Wegen Flüchtlingsunterkunft soll ein seit 110 Jahren existierendes
FKK-Camp in Sachsen nicht mehr entsprechend genutzt werden dürfen.
Die Meldung hat es sogar in die britische Presse gebracht. Mittlerweile ist doch wohl ein
Sichtschutz am Flüchtlingsheim gebaut worden.
-
Political Correctness: Weil nicht sein kann, was nicht sein darf.
Dafür läßt man sich auch schon mal im Schritt begrabschen. Da
kann man sich nur noch an den Kopf greifen!
-
Handschlag-Streit nun an der Berliner Platanus-Privatschule. Stern, SZ, Welt. Und das Schlimmste ist: Am Ende gab es eine Entschuldigung
… von der Schule! (siehe Spiegel). Das hat mich so aufgeregt, daß ich der Schule einen
»Dankesbrief« geschickt habe für soviel BLÖDHEIT.
-
In Flüchtlingsheimen wollen die islamischen Flüchtlingen den
christlichen die Einhaltung des Ramadans aufzwingen.
-
Kopftuchverbot für Jura-Referendarinnen unzulässig (Focus, Welt – hier sind die Leserkommentare auch ziemlich eindeutig).
Bayrische Landesregierung will in Berufung gehen. Die Gutmenschen
von der SZ beklatschen das Urteil: UNS könne man das zumuten das zu
ertragen, der Frau jedoch nicht, das Kopftuch abzulegen. Ein solcher
Schwachfug.
Politik
-
Beamtenpensionen liegen weit über den Renten. Warum müssen die Beamten
nicht auch mal bluten, sondern nur das gemeine Volk? 40% der Abgeordneten haben ein Interesse daran, daß es so bleibt. Und
eine Zweidrittelmehrheit wäre nötig, um das zu ändern.
-
Köstliche Redebeitrag der AfD im Brandenburgischen Landtag zu einem
»Gender«-Antrag von der SPD, den Linken und Grünen.
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Finanzministerium will mit den Obergrenzen Bargeld nicht
abschaffen. – und Ulbricht wollte mit der Mauer die DDR-Bürger nicht
an der Flucht hindern (»Imperialistischer Schutzwall«). Kennen wir
alles…
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Wie Korruption funktioniert: Sicherheitskonzerne finanzierten Verein für EU-Abgeordnete.
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Verbots-Politiker wieder unterwegs: SPD-Politiker fordert, Geschwindigkeitsüberschreitung von 20 km/h mit
1.000€ zu ahnden.
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Bundesverfassungsgericht weist Klage gegen EZB-Anleihenkaufprogramm
ab. Die Meinungen in den Leserkommentaren ist einhellig: Das
Bundesverfassungsgericht hat sich abgeschafft – alles, was es vorher
gesagt hat, z.B. zur Souveränität der Deutschen oder zum »letzten Wort«
des BVerfGs in Rechtsfragen, entpuppt sich nun endgültig als heiße Luft,
wie es Kritiker schon lange befürchtet haben.
-
Was man so alles durch das
Parlament jagen kann, wenn das Volk gerade abgelenkt ist (z.B. durch
Fußball).
Diverses
So, es gibt mal wieder eine große Aufräumaktion, sonst werde ich der
Sache nicht mehr Herr. Daher teilweise nur mit kurzen Kommentaren.
Überwachung
Automobiles
TTIP / CETA
Politik
Islamisierung
Windows 10