20. Januar 2016
Januar 201620

Dies & Das

Politik

Sex-Angriffe am Kölner Hauptbahnhof und andere Migrationsprobleme

Das Ereignis am Kölner Hauptbahnhof zum Jahreswechsel hat viele Facetten. Von Political Correctness und Zensur bis zur Instrumentalisierung von Überwachungsfanatikern und Feministinnen.

Überwachung & Zensur

Datenschutz

Automobiles

Der Drang zur Vernetzung der Autos scheint unaufhaltsam. Bei manchen zweifelhaften Vorschlägen und Plänen muß man sich ernsthaft fragen, ob es nicht »Hidden Agendas«, also ganz andere, versteckte Ziele gibt – die Erlangung von Informationen, die der Autofahrer normal nicht hergeben würde. Speziell ist hier der Aufenthaltsort gemeint. Sowohl der Staat als auch die Wirtschaft haben großes Interesse daran, aus unterschiedlichen Motiven. Der Staat will überwachen, die Automobilindustrie die Daten weiterverkaufen – vermutlich nicht zu unserem Nutzen.

Gentechnik

TTIP

Sonstiges

1. Januar 2016
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Kehraus 2015

Mehr als 300 Links habe ich in den letzten zwei Jahren gesammelt, aber irgendwie nicht verwurstet, aus verschiedenen Gründen: Teils waren sie thematisch nicht passend, teils von den Ereignissen überholt, teils einfach zu viel zu einem Thema. Aber ich möchte sie eigentlich nicht so mir-nichts-dir-nichts löschen.

Darum probiere ich heute etwas Neues, den Kehraus. Grob thematisch und chronologisch sortiert, aber ohne Kommentar, meist mit der Originalüberschrift des entsprechenden Artikels (in der Hoffnung, daß mir die Leistungsschutzrecht-Mafia nicht in die Quere kommt).

Wer sich nicht die Mühe machen will, sich da durchzuarbeiten, möge das einfach überspringen. Ich hoffe, das Interessanteste bereits in anderen Artikeln verarbeitet zu haben.

Deutsche Politik

EU

Politik international

Griechenland / Finanzpolitik

TTIP, CETA, TISA usw.

Überwachung

Datenschutz

Vorratsdatenspeicherung

Internet / Computer

Meinungs- und Pressefreiheit, Meinungsmache und -diktatur

Medien

Geheimdienste

Urheberrecht

Automobiles

Religionen

Flüchtlinge / Ausländer

Demokratie

Bargeld

Ernährung

Medizin

Atomkraft

Vermischtes

30. Dezember 2015
Dezember 201530

Dies & Das

Überwachung, Datenschutz, freie Meinungsäußerung & Co.

Urheberrecht

Islamismus/Terrorismus

Flüchtlinge

EU

Sonstiges

11. Dezember 2015
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Dies & Das

Überwachung, Datenschutz & Co.

Die Terroranschläge von Paris beflügeln die Phantasien der Überwachungsbefürworter.

Islam

TTIP

Finanzen/Euro

Gentechnik

Sonstiges

25. November 2015
November 201525

Dies & Das

Überwachung, Terrorismus

Datenschutz

EU – Sonstiges

Flüchtlinge

Sonstiges

17. November 2015
17

Dies & Das

Aufgeschoben ist nicht aufgehoben – ein altes Sprichwort und immer noch wahr. So wird meine interne Liste von Ärgernissen immer länger, gleichzeitig steigt meine Unlust, darüber zu granteln, denn leider baut das meinen Frustrationsgrad nicht in dem Maße ab, wie eigentlich erwünscht: Manchmal erreicht es sogar genau das Gegenteil, wenn ich dann den Unsinn dieser Welt so geballt sehe!

Überwachung

Ein leider immer mehr umsichgreifender Schwachsinn ist die Überwachung der Bürger, primär bei der Kommunikation, aber nicht nur. Trotz eben dieser trifft der zweite Terroranschlag in Paris die Behörden völlig unvorbereitet. Die ganze Überwachung, von Vorratsdatenspeicherung über das Analysieren von Social Networks bis hin zum Abschnorcheln aller Daten an den Datenleitungen, wie sie in Frankreich praktiziert wird – völlig für die Katz! Da muß man sich schon fragen, was in dem Herr Jörg Radek von der Gewerkschaft der Polizei vorgeht, wenn er was fordert? Ja! Den massiven Ausbau der Vorratsdatenspeicherung! Entweder hat der Mann einen IQ von 10, oder er hat eine Hidden Agenda, deren Schnittmenge mit dem Grundgesetz, mit Demokratie, mit Bürgerrechten und Freiheit wohl leer ist. Leider ist Radek aber nicht allein, wie ein Artikel in der Zeit zeigt. Und in Großbritannien nutzt Cameron den Terrorakt, um seine Überwachungsphantasien (s.u.) möglichst schnell und ohne große Diskussion durchzudrücken (Wired, via Fefe).

Sonstiges aus dem Internet

Flüchtlingskrise

Politik

Umwelt/Gentechnik

TTIP

Sonstiges

So, das war’s für dieses Mal – auch, wenn ich immer noch nicht den ganzen Rückstand abgearbeitet habe!

29. Oktober 2015
Oktober 201529

Flüchtlinge: Ab ins Chaos?

»Der hohe Zuzug von Menschen aus anderen Weltteilen wird zur Instabilität unseres Landes führen. […] Wir produzieren durch diese Zuwanderung Extremisten, die bürgerliche Mitte radikalisiert sich, weil sie diese Zuwanderung mehrheitlich nicht will und ihr dies von der politischen Elite aufgezwungen wird. […] Wir werden eine Abkehr vieler Menschen von diesem Verfassungsstaat erleben.«

Nein, diese Sätze stammen nicht von einer Pegida-Demonstration. Sondern, laut Welt, von sog. Sicherheitsberatern. Auch wenn sie es bestreitet, Fakt ist, daß »Mutter«, »Tante« oder »Oma« Merkel, wie sie von den Flüchtlingen genannt wird, eine Migrationswelle losgetreten hat, deren Ende noch nicht abzusehen ist. Ein »wir schaffen das« nimmt ihr niemand mehr ab, die gesamte Regierung irrt planlos umher, aber das darf unter keinen Umständen zugegeben werden, es würde dem Image der Staatsratsvorsitzenden schaden. Aber das – die Beschädigung ihres Images – ist es, was meiner Meinung als allererstes passieren muß: Genauso, wie sich Merkels »kommt doch, ihr Beladenen« wie ein Lauffeuer verbreitet hat, muß jetzt die gegenteilige Message verbreitet werden, so klar und einfach, daß auch derjenige das versteht, der kein Wort Deutsch kann. Und das geht nur durch einen Rücktritt Merkels, oder, wenn sie nicht freiwillig geht, durch ein Absägen, unabhängig davon, wieviele Formen ihrer Inkompetenz und die ihre Junta noch Gründe obendrauf liefern.

Was mich bei der Flüchtlingskrise ganz narrisch macht, ist, daß dauernd von den syrischen und irakischen Asylanten geredet wird. Wenn man sich Artikel 16a des Grundgesetzes ansieht, steht dort drin, daß politisch Verfolgte Asyl genießen. Das sehe ich bei den allermeisten syrischen und irakischen Flüchtlinge nun wirklich nicht. Sie fliehen vor dem Krieg, vor den Bomben- und Granatenangriffen, aber nicht, weil sie individuell von Assad oder vom IS verfolgt werden. Selbst, wenn man es auf die religiöse Verfolgung ausdehnt, was nicht explizit im Grundgesetz steht, trifft es bis auf die nicht-moslemischen Minderheiten nicht zu. Sogar das Bundesministerium für Migration und Flüchtlinge schreibt auf ihren Webseiten:

Allgemeine Notsituationen wie Armut, Bürgerkriege, Naturkatastrophen oder Perspektivlosigkeit sind damit als Gründe für eine Asylgewährung grundsätzlich ausgeschlossen.

Natürlich muß den Menschen aus der Region geholfen werden. Aber es muß klar unterschieden werden zwischen Asylberechtigten und Flüchtlingen. Es muß allen Beteiligten klargemacht werden, daß die Syrer, Iraker und Afghanen Flüchtlinge sind und eben keine Asylberechtigten und sie daher nicht automatisch ein ewiges Bleiberecht in Deutschland erhalten, sondern wieder zurück in ihre Länder müssen, wenn die Konflikte befriedet sind und es gilt, die Länder wieder aufzubauen.

Das wäre übrigens auch eine Möglichkeit, innenpolitisch viel Wind aus den Segeln zu nehmen, mit dem viele Bürger in die rechte Verzweifelung getrieben werden. Aber sowohl die Bundesregierung als auch die Opposition im Bundestag sind entweder zu dumm, diese Unterscheidung zu treffen, oder sie wollen es nicht, aus welchen Gründen auch immer. Einzig die FDP-APO vertritt ein ähnliches Konzept.

Meldungen zum Thema:

Wir werden belogen!

Um das Problem mit den Flüchtlingen kleinzuhalten, schreckt man auch vor der Lüge nicht zurück. Hier ein paar Beispiele:

Und sonst noch…

18. Oktober 2015
18

Dies & Das

Vorratsdatenspeicherung: When will they learn?

Tja, es wäre ein Wunder gewesen, wäre die Entscheidung am Freitag im Bundestag anders ausgefallen. Immerhin haben nicht alle SPDler, im Gegensatz zu den CDU- und CSU-Abgeordneten, ihr Hirn an der Pforte abgegeben: 50 haben mit Nein abgestimmt oder sich enthalten. Eine Ohrfeige für Gabriel und Maas, aber halt nicht ausreichend.

Natürlich wurde im Bundestag »debattiert«, aber die Verfechter der Vorratsdatenspeicherung haben natürlich nur wieder ihre üblichen Lügen aufgetischt. Wer sich das antun will, kann sich den Live-Blog von Netzpolitik durchlesen. Für einen Befürworter aus den Reihen der SPD mußte selbst das Charlie-Hebdo-Attentat herhalten, das sicherlich vieles belegen kann, aber mit Sicherheit nicht den Nutzen der Vorratsdatenspeicherung (zur Erinnerung: die Täter waren bekannt und wurden wegen ihres Verhaltens bereits total abgehört – und selbst das hat kein einziges Leben gerettet. Und zur Aufklärung wurden die bei der Totalüberwachung aufgezeichneten Daten verwendet und nicht irgendwelche Vorratsdaten).

Nun muß halt die Vorratsdatenspeicherung wieder vor das Bundesverfassungsgericht. Mindestens drei Klagen sind in Arbeit: Eine vom AK-Vorrat, digital courage und anderen Bürgerrechtsorganisationen (man kann hier mitzeichnen, aber der Server hat evtl. noch Lastprobleme). Zudem wollen die Grünen klagen sowie Wolfgang Kubiki von der FDP. Bei letzterer Klage könnte ich mir vorstellen, daß da auch noch ein paar FDP-Kollegen (Baum? Leutheusser-Schnarrenberger?) mitwirken, aber nicht die FDP als Partei. Laut einem Heise-Artikel ist sie wohl immer noch auf der Suche nach einer Position in Sachen VDS, die Parteiführung ist sich da wohl nicht einig. Verwunderlich ist das ja nicht, waren die Bürgerrechte bei den Liberalen schon in der letzten Legislaturperiode mehr Verhandlungsmasse als inhärenter Bestandteil der Parteigrundsätze.

Bis auf polizeinahe Kreise, denen die nun beschlossene Vorratsdatenspeicherung nicht weit genug geht, wird die Entscheidung massiv kritisiert. Heise faßt Stimmen zusammen.

Weitere Meldung:

EU-Netzneutralität kommt … nicht

Datenschützer sprechen schon von einem Schwarzen Oktober für die Bürgerrechte. Nach dem Beschluß zur Vorratsdatenspeicherung steht am 27. Oktober auf EU-Ebene ein Beschluß bevor zur Netzneutralität – oder auch nicht. Laut Aktivisten ist der Entwurf durch die lobbygetriebene Kommission und Abgeordneten soweit verwässert worden, daß von der Neutralität nicht mehr viel übrigbleibt. Mittels vieler Schlupflöcher und absichtlicher Unklarheiten kann die finanzielle Ausbeutung des Kunden und des Diensteanbieters (YouTube, Facebook usw.) durch die Netzbetreiber beginnen. Auch durch die Nichtanrechnung der eigenen Dienste auf die Datenmenge kann ein Telekommunikationsunternehmen die eigenen Dienste bevorzugen.

Außerdem legalisiert der Entwurf Internetsperren, die nicht einmal durch Gesetz oder Gericht festgelegt sein müssen. Das öffnet den Weg nicht nur zu Porno-Sperren wie in Großbritannien, sondern erlaubt nach meinem Verständnis auch die Sperrung von Download-Sites auf Zuruf der Content-Industrie. Vielleicht versteht die EU das unter einem »offenen Internet«…

Wer sich informieren will oder auch noch aktiv werden will, der sollte unbedingt »Save the Internet« besuchen. Dort gibt es auch ein tolles Video (auch direkt bei YouTube zu sehen), das die Problematik sehr schön erklärt. Titel des Videos ist übrigens »Netzneutralität tötet«. Das ist ein u.a. vom EU-Kommissar Oettinger vorgebrachtes Argument, das sich bei näherer Betrachtung nicht unerwartet als völlig abstrus herausstellt.

Hintergrund-Artikel gibt es auch bei Futurezone, Golem und Heise.

TTIP

Sonstiges aus dem Internet

15. Oktober 2015
15

Über die Haftung von Politikern

Die Presse zerreißt sich gerade das Maul darüber, daß auf der letzten Pegida-Demonstration ein Teilnehmer einen Galgen mit sich führte, daran zwei Stricke mit Schildern, die deren Bestimmung für Merkel und Gabriel erklärten. Von Aufruf zum Mord bis hin zur Volksverhetzung wird von der Presse da geschrieben. Ich glaube, da gehen einigen die Gäule durch. Wie das darin eindeutig und gerichtsfest herauszulesen ist, bleibt mir ein Rätsel. Schließlich sind wir (noch) nicht im Islam, und das war keine Fatwa. (Falls es jemand tatsächlich noch nicht mitbekommen haben sollte: Spiegel, FAZ.)

Ich bin gegen Gewalt und ich glaube auch nicht, daß es wirklich etwas bringen würde, Merkel und Gabriel aufzuhängen. Aber auf der anderen Seite sehe ich, genau wie dieser Demonstrant, nicht ein, daß Politiker in Regierungsverantwortung überhaupt nicht für ihre Taten haften. Sei es, Soldaten für eine völlig illegitime Sache in den Tod zu schicken (z.B. Afghanistan), Grundrechte deutscher Bürger zu verletzen (z.B. Vorratsdatenspeicherung), Amtseide zu brechen (Nichtstun bzw. Koorperation mit einem offensichtlichen Angreifer in der NSA-Affäre), deutsche und europäische Gesetze brechen (z.B. Griechenland-»Rettung«), die Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und das Grundgesetz auszuhebeln (Machtübertragung an die EU, Zustimmung zu Handelsabkommen, die in die Legislative und Judikative eingreifen wie CETA und TTIP) oder uns sonst wie zu verraten und zu verkaufen – welche Konsequenzen, ja, welche Haftung droht denn einem Politiker? Höchstens das vorzeitige Ende ihres Amts (natürlich mit Erhalt aller bis dahin akkumulierten Versorgungsansprüchen) und vielleicht einen Makel für den Rest ihres Daseins (so wie bei Schröder), mit dem aber jeder hartgesottene Politiker leben kann.

Ich kann mich noch gut an einen höchst arroganten Herrn Fischer von den Grünen erinnern, der in einem Untersuchungsausschuß sinngemäß gesagt hat: »Schreiben Sie ins Protokoll, der Fischer übernimmt die volle Verantwortung« – wohlwissend, daß es für ihn nicht die geringste Konsequenz haben werde. Für alle anderen Menschen – im begrenzten Umfang selbst für die Bonzen der Großindustrie – gilt: sie müssen für ihre Fehler einstehen, mit ihrem Vermögen und/oder gar mit ihrer Freiheit. Dieses Ungleichgewicht, welches die Politiker für sich geschaffen haben, sorgt bei sehr vielen Menschen für Verdruß, auch bei mir. Deshalb habe ich auch kein Mitleid, wenn »Spitzen«-Politiker durch solch eine Aktion mal ein bißchen aufgeschreckt werden und realisieren, daß das alles kein Brettspiel ist – im Gegensatz zu Kommunalpolitiker müssen sie ja nicht wirklich um ihr Leben fürchten mit dem ganzen Polizeiapparat um sie herum.

PS: Ich hoffe, die Politik versucht jetzt nicht, in ihrem Kontrollwahn das bei Kindern beliebte Galgenmännchen-Spiel verbieten zu wollen…

12. Oktober 2015
12

Dies & Das

TTIP-Demo Berlin

Wow. Das war schon gigantisch. Laut Veranstaltern eine Viertelmillion, laut Polizei, die Demos immer kleinzählt, bloß 150.000 Teilnehmer. Aber selbst das wäre immer noch dreimal soviel, wie am Anfang geschätzt. Die Wahrheit wird wohl eher in Richtung Veranstalter sein – von der Siegessäule bis zum Brandenburger Tor soll alles voll gewesen sein, und das ist schon ein ganz schönes Stück Weg. Daneben gab es noch schönes, sonniges Wetter und eine herbstliche Stimmung. Da haben sich das Aufstehen um 4 Uhr morgens und 1.000km Fahrerei doch gelohnt…

Der einzige wirklich üble Moment war wohl der Redebeitrag von Gesine Schwan am späten Nachmittag. Ich habe ihn leider/zum Glück nicht gesehen, da ich da schon wieder in Richtung Heimat unterwegs war. Als Mitglied einer SPD-Kommission hat sie einen Standpunkt vertreten, der auch aus dem Mund von Gabriel hätte stammen können – im wesentlichen ein Ja zu TTIP und CETA mit ein paar kleinen Änderungen. Zwar haben auch manch andere Redner nicht unbedingt ein Ende von der Verhandlungen gefordert, aber im Gegensatz zu Schwan doch nicht mit herber Kritik gespart. Entsprechend wurde sie ausgebuht und nach ein paar Irritationen ihrerseits hat sie dann schnell mit ihrer Rede schlußgemacht. Selbst mit Wulff und Gauck im Hinterkopf können wir nur in die Hände klatschen, daß dieser Kelch – Schwan als Bundespräsidentin – an uns vorbeigegangen ist. Wer sich den Redebeitrag antun will, kann sich ihn auf YouTube anschauen.

Auch wenn TTIP bislang geheim ist und außer Industrievertretern und ein paar Antidemokraten aus der europäischen und deutschen Regierungsbürokratie niemand Details kennt, zeigen andere ähnliche »Freihandels«-Abkommen die klare Richtung auf. Dank einem Wistleblower und Wikileaks wissen wir jetzt zumindest, was in einem Kapitel von TPP, dem transpazifischen Bruder von TTIP, drinsteht. Es geht hierbei um Urheberrechte/»Intellectual Properties«. Erste Analysen zeigen, daß sich die schlimmsten Befürchtungen bewahrheiten: Das amerikanische Urheberrecht, Ergebnis jahrzehntelanger Lobbyarbeit von MPAA & Co. im korrupten und unterwanderten amerikanischen Regierungssystem, wird allen anderen an TPP beteiligten Staaten praktisch übergestülpt. Es ist nicht gerade unwahrscheinlich, daß dies in den anderen Teilen von TPP so ähnlich aussieht. Neuerdings nennt man das übrigens Lawfare, wie ich kürzlich gelernt habe – ein Kofferwort aus »Law« und »Warfare« für die Kriegsführung mit juristischen Mitteln.

Vorratsdatenspeicherung

Festhalten, liebe Leute, diese Woche soll laut Golem (siehe auch Netzpolitik, Heise) die kranke Vorratsdatenspeicherung durch das Parlament gejagt werden, dank Sigmar Gabriel und seinem Lakaien Heiko Maas. Von den gleichgeschalteten Parteisoldaten im Bundestag ist wie üblich kein nennenswerter Widerstand zu erwarten. Trotz der massiven Kritik aus allen Teilen der Gesellschaft, trotz offensichtlicher Verfassungswidrigkeit und Verstoß gegen EU-Recht sind nur ein paar unwesentliche Änderungen an dem originalen Entwurf gemacht worden – ein wahrlich »vorbildliches« Gesetzgebungsverfahren. Wir singen: Wer hat uns verraten…

Ich hoffe inständig, daß der AK-Vorrat, Grüne und Linke ihre Klagen schon fertig haben. Schön wäre es, wenn die Gegner einen Eilantrag stellen und das Bundesverfassungsgericht mitspielt. Nachdem Deutschland so viele Jahre ohne Vorratsdatenspeicherung ausgekommen ist, sollte es ihm bei der Abwägung nicht schwerfallen, das Gesetz erst einmal auszusetzen, zudem das Bundesverfassungsgericht wohl auch nicht sonderlich mag, wenn die Regierung sein Urteil dermaßen ignoriert.

Sonstiges aus der IT-Welt