Überwachung
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Ein SZ-Artikel geht nochmal der Frage nach, ob Edward Snowden in
Deutschland sicher sei. Das Ergebnis: Nein.
Dank vieler Abkommen gelte faktisch in
Deutschland für Angestellte (auch ehemalige, wie Snowden) amerikanischer
Behörden US-Recht.
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Kaum hat das Verfahren gegen den Autobahnschützen begonnen,
kommt die Polizeigewerkschaft wieder
aus ihrem Loch gekrochen und fordert mehr Überwachung, speziell, daß
die Daten der Mautbrücken von der Polizei ausgewertet werden dürfen. Die
Zeit hat hierzu einen richtigen Kommentar: Die Trolle von der Polizei.
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Von Kritikern wurde schon von Anfang an das sog. »Safe
Harbour«-Abkommen zwischen der EU und USA zum Schutz von Daten
europäischer Kunden bei amerikanischen Firmen als Feigenblatt bezeichnet.
Nun hat eine amerikanische NGO, Center for Digital Democracy, Beschwerde bei der Handelsbehörde FTC gegen 30 Firmen
eingereicht. Mit dabei sind AOL, Adobe und Neustar (eine große
amerikanische Domain-Registry). Siehe auch
Heise.de, FAZ.
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Laut neuer Dokumente versuchen die NSA und GCHQ,
alle Computer auf der Welt nach
möglichen Lücken abzusuchen, zu infiltrieren und sie später für getarnte
Aktionen zu nutzen.
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Ebenso bedenklich sind automatisch ablaufende Cyberkrieg-Programme der NSA.
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In USA klagen erstmals fünf Muslime, vier davon mit
US-Staatsbürgerschaft, gegen die No-Fly-Liste und die Verletzung ihrer Bürgerrechte.
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Bundestrojaner einsatzbereit
(siehe auch Heise.de). Mit im Boot
ist CSC Deutschland Solutions GmbH, die Tochter des
Haus-&-Hof-Lieferanten der NSA. Bekommt da eigentlich die NSA
automatisch eine Kopie des Mitschnitts?
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Der »Kill-Switch« für Mobiltelefone, d.h. das ferngesteuerte Blockieren
des Telefons durch den Provider: Gut, um Dieben den Reiz des Klauens zu
nehmen. Aber auch gut für den Staatsapparat, um Bürgerrechte wie z.B. legalen
Widerstand zu unterminieren.
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Golem-Kommentar hält Vorratsdatenspeicherung für veraltet. Das
erwähnte »Predictive Policing« sollte im Auge der Datenschützer bleiben –
zwei Bundesländer beschäftigen sich mittlerweile damit, wie ich neulich
gelesen habe.
Handelsabkommen TTIP & CETA
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Wie letztens schon erwähnt, hat die Süddeutsche Zeitung zur Zeit eine
Themenwoche zum Thema TTIP. Hier eine Auswahl Artikel:
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Die konsolidierte Fassung des CETA-Abkommens ist
publik geworden. Laut Heise sei
das SPD-geführte Wirtschaftsministerium dabei, das Abkommen zu prüfen.
Was wird dabei wohl herauskommen? Entsprechend der Tradition der
Verräterpartei mit Sicherheit das Schlechteste für den Bürger.
Was in dem Abkommen wirklich drinsteht, ergibt sich mir (und vermutlich
vielen anderen auch) nicht so direkt, dank Bürokraten- und
Juristenenglisch und fehlendem Hintergrundwissen. Die Süddeutsche Zeitung
hat schon mal einen Blick hereingeworfen und identifiziert erste
Brandherde: 521 Seiten Stoff für
Zoff.
Sonstiges
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Bundesregierung versucht mit fadenscheiniger Begründung, Liste mit den
Gesetzesvorhaben der Ministerien vor den Bürgern zu verstecken. Netzpolitik.org veröffentlicht sie trotzdem.
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ZDF und ARD-Landesanstalten manipulieren massiv Online-Umfragen, bis
sie ihnen für ihre Sendung passen: Ein Stern-Journalist meint: Das Fernsehen nimmt uns nicht ernst, nur unser Geld.
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Die Zeit beleuchtet das Image Deutschlands bei den Zuwanderern. Dumm nur, daß hier nur
Länder betrachtet werden, aus denen die wenigsten Zuwanderer herkommen.
Waren die Aussagen aus den anderen Ländern etwa nicht politisch
korrekt?
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Die Zeit diskutiert ein Buch, das in USA Bestseller ist. Es geht um den
Niedergang
USAs.
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Ey Alder, da wo man spricht, geht kaputt, voll kraß! Ein Lehrer
beklagt in einem Interview den immer kleiner werdenden Wortschatz der
Jugend]. Er sieht zwar auch eine Mitschuld der Schule, aber meiner
Meinung nach falsch. Wenn man in Grundschulen heute noch richtig Lesen
und Schreiben lehren würde und nicht so unmotiviert, unambitioniert und
quasi im »Freilauf«, dann hätten die Schüler auch später keine Probleme
bei dem »Lehren des Gehabten«.
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Der Stern berichtet von dem Informellen Mitarbeiter der DB AG, Ronald P., und seine Tätigkeit im
Bundeskanzleramt. Auf den Mond mit dem Kerl, oder besser, ins
Gefängnis!
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Wie gewöhnt ein Vater seinen Kindern den Wunsch ab, Kriegsspiele am
Computer spielen zu wollen? Er zeigt ihnen den echten Krieg, oder, um genauer zu sein, dessen
Auswirkungen.
Überwachung/Internet
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Hier noch ein Kommentar auf
Heise.de zu dem vorläufigen Microsoft-Cloud-Debakel (siehe letzten
Beitrag).
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In den USA bildet sich eine Anti-Smart-Meter-Bewegung. Wenn man sieht, wie in den USA mit
Staatsgewalt die Installation durchgesetzt wird, muß das Zeug schon
ziemliches Überwachungs- und Abzock-Potential haben. In Deutschland ist
vor allem letzteres auch nicht besser, die angeblichen Vorteile für den
Verbraucher sind mehr als Augenwischerei – mein Kollege hat mir die
»günstigen« Tarife seines Anbieters gezeigt. Da einen Euro zu sparen ist
praktisch nicht möglich, in der Regel wird der Verbraucher (ordentlich)
draufzahlen.
Meine Petition gegen Smart-Meter hängt übrigens im Petitionsausschuß
schon bald ein dreiviertel Jahr herum, mein letzter Einspruch (wegen
Nichtzulassung der Online-Mitzeichnung) ist seit einem halben Jahr
unbeantwortet.
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(Zivile) Überwachung aus der Luft: Was ist das Problem von Drohnen? Sie
können nur eine begrenzte Zeit in der Luft sein. Dafür gibt es jetzt eine
Lösung: Luftschiffe (sog. Blimps), am Boden verankert.
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Die Wanze namens Mobiltelefon: Der Verfassungsschutz nutzt das Tracking mittels sog. »Stiller SMS«
immer intensiver (auch
Heise.de).
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War ja klar, jetzt kommen sie wieder aus ihren Löchern: Nachdem Google
durch automatisiertes Scannen einen Gmail-Nutzer als Versender von
Kinderpornographie identifiziert und den Behörden gemeldet hat, fordert
die hessische Justizministerin, daß alle deutschen Provider auch herumschnüffeln sollen. Der
Eco-Verband und die großen deutschen
Provider winken jedoch zum Glück und zu recht (Briefgeheimnis)
ab.
TTIP
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Die Süddeutsche Zeitung versucht, umfangreich über TTIP zu berichten,
und läßt daher auch einen der glühendsten Verfechter, EU-Handelskommissar
Karel De Gucht, zu Wort kommen. Wer
irgendetwas anderes als Propaganda, Abwiegelung und Desinformation
erwartet, der ist selber schuld. Ach, das ist übrigens genau der Herr,
der sich im Januar
so kompetent
in dem ARD Monitor-Beitrag gezeigt hat.
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Diesmal ist wohl der Focus mit ein bißchen Geld bedacht worden, um für
TTIP zu werben, und macht Stimmung gegen eine ARD-Dokumentation. Blöd nur, daß die Leser in
den Kommentaren das ganz anders sehen…
Update: Bei Netzpolitik.org habe ich dazu noch etwas zu der ARD-Dokumentation
und die Reaktion der EU-Kommission gefunden.
Sonstiges
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Maut: Die Süddeutsche Zeitung sieht die CSU-Taktik wie ich:
Scheitert die Maut an der EU, so kommt
sie trotzdem und die CSU hat einen Sündenbock.
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Seilschaften im Ländle? Der Verwaltungsgerichthof Baden-Württemberg hat
entschieden, daß die Kopien von Mappus’ E-Mails auf seinem ehemaligen
Dienst-PC gelöscht werden müssen.
Laut Stuttgarter Zeitung liegen aber wohl die relevanten E-Mails zum
»Schwarzen Donnerstag« (Wasserwerfer-Skandal bei Stuttgart-21-Demo) bei
der Staatsanwaltschaft und sind davon nicht betroffen.
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Ich finde es immer wieder spannend, wenn sich die wahren Qualitäten
eines Politikers zeigen. Wie jetzt bei Roland Koch – da knallen bei Bilfinger nach dem Rausschmiß Kochs die
Sektkorken. Nachdem das »so ein toller« CDU-Politiker war, kann man
abschätzen, auf welchem Niveau sich das CDU-Personal befindet. Gut, das
wissen wir aber eigentlich schon, durch Oettinger & Mappus zum
Beispiel.
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Wie wird man wirklich reich? Indem man ein Pharma-Unternehmen gründet
und eine Pille, die etwa 1€ in der Herstellung kostet, für 700€ verkauft (ja, pro Stück!).
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Israel-Gaza-Krieg: Nicht nur ein High-Tech-Spielfeld für Amerika und
Israel, sondern auch für Qatar.
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Auch schon mal aufgefallen, daß die Amerikaner noch nie einen Krieg
gewonnen haben, den sie angezettelt haben? Das hat jetzt auch Focus
gemerkt und listet so einige Niederlagen auf.
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Gibt es jemanden, der sich nicht darüber ärgert, daß die samstägliche
Werbesendung der Post »Einkauf aktuell« in Plastikfolie verpackt
daherkommt? Dagegen gibt es jetzt eine Online-Petition. Nach Angaben des Initiators sollen so 2.886
Tonnen Kunststoffmüll pro Jahr anfallen.
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Israel hörte Kerrys Telefonate ab, und zwar bei
Friedensverhandlungen in 2013. Die israelische Regierung hat die daraus
gewonnenen Informationen zur Verbesserung ihrer Verhandlungsposition
genutzt. Die Amerikaner sind wohl nicht begeistert. Warum eigentlich?
Haben die nicht uns erst gerade erklärt, daß das Abhören unter Freunden
normal sei?
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Weil wir gerade bei Israel sind: Die israelische Regierung wußte nicht
nur ziemlich schnell, daß die drei Jugendlichen kurz nach ihrer
Entführung erschossen worden sind, sondern auch,
daß die Täter nicht in
Verbindung mit der Hamas standen und erst recht nicht im Auftrag der
Hamas-Führung handelten (siehe auch ausführlich bei Radio Utopie). Das heißt, der offizielle Grund für den jetzigen
Krieg ist von vorne bis hinten erlogen und erstunken.
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Der Juristische Dienst im Bundestag findet, daß Dobrindts Mautpläne rechtswidrig sind. Aber von solchen
Gutachten lassen sich ja Politiker in der Regel nicht irritieren, sondern
lassen sich dann lieber von den höchsten Gerichten zurechtweisen, wie das
zum Beispiel bei der 3%-Hürde für die EU-Wahl der Fall war. Zahlen tun es
ja die Bürger, in mehrfacher Hinsicht…
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US-Cloud-Dienste in Europa: Wie ich schon mehrfach berichtete, kämpft
Microsoft dafür, daß sie – stellvertretend für alle amerikanischen
Anbieter – Daten nicht aus europäischen Rechenzentren an die
amerikanischen Behörden (inklusiv Geheimdiensten, aber nicht nur)
herausgeben müssen, um EU-Recht einzuhalten und Kunden Schutz zu bieten
(was aber sowieso illusorisch ist, da allgemein europäische Behörden wohl
dennoch Zugriff haben dürften und speziell die Amis über die Briten dann
in wichtigen Fällen die Daten dennoch bekommen sollten). Bei einem ersten Gerichtsverfahren ist Microsoft aber gescheitert
(siehe auch The Register). Solange ein amerikanisches Unternehmen selber
Zugriff auf die Daten habe, müsse es liefern, egal, wo die Server
stünden, so der Tenor. Berufung sei aber zugelassen.
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Glenn Greenwald, der neben anderen von Snowden die Dokumente bekommen
hat, gibt dem deutschen NSA-Untersuchungsausschuß den Laufpaß (Golem.de, FAZ). Zu Recht. Er sieht keinen rechten Aufklärungswillen bei dem
Ausschuß, nachdem dieser es nicht geschafft habe, Snowden in Deutschland
zu befragen. Offenbar sei dem Ausschuß das Verhältnis zu den USA
wichtiger. Daher wolle er bei dem »Ritual«, bei dem es um »leere
Symbolik» ginge, nicht mitwirken.
Die Teilnehmer der Regierung an dem Untersuchungsausschuß haben
natürlich den Schuß nicht gehört. Golem zitiert SPD-Fuzzi Flisek:
»Diese hier an den Tag gelegte Haltung gegenüber einer rechtlich
bindenden Vorladung des Deutschen Bundestages untergräbt die Arbeit des
Untersuchungsausschusses«. Was ist denn die Arbeit des
Untersuchungsausschusses? Die Vertuschung und Zerredung des Skandals?
Nebenbei bemerkt: Für Ausländer ist eine Vorladung durch einen
Untersuchungsausschuß nicht bindend…
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Das bescheuerte deutsche Leistungsschutzrecht kommt jetzt hoffentlich
vor ein Gericht: Yahoo beschwert sich beim Bundesverfassungsgericht, sieht darin eine
verfassungswidrige Beschränkung der Informationsfreiheit.
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Die Spanier haben derweil diese Woche ein
Leistungsschutzrecht in der dritten
Potenz eingeführt, mit dem sie – Lobbyismus sei Dank – viel weiter
über das Ziel hinausschießen als die deutsche Regierung: Demnach werden
selbst für einfache Links, wie ich sie hier verwende, Abgaben fällig! Und
das gilt auch für Suchmaschinenbetreiber!! Ich bin ja gespannt, wie
Google reagieren wird. Ich würde bei der ersten Forderung Spanien
komplett aus dem Suchindex nehmen.
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Das »Internet der Dinge« wird ja seit Jahren zu dem »next big thing«
stilisiert. Bei den existierenden Produkten wird aber der Datenschutz
sehr, sehr klein geschrieben, wie die Zeit berichtet.
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Die Demokratie in Ungarn neigt sich dem Ende entgegen. Orbán
sieht Putin und Erdoğan sowie China als Vorbilder. Ich frage mich, wie
die EU reagieren wird und ob Ungarn noch vor Großbritannien aus der EU
ausscheidet. Aber vermutlich wird die EU lieber allem Unrecht und jedem
Verrat der sonst so hochgehängten »europäischen Werte« nachgeben und
Zugeständnisse machen, als dem Zerfall der innerlich schon verrottenden
EU den Startschuß zu geben, sofern Orbán nicht selbst den Austritt
forciert.
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Noch zwei Artikel zu Schavan: Lammert sagt Jubiläumsrede an der Uni Düsseldorf wegen Aberkennung
Schavans Doktortitel ab. Na ja, das dürfte kein großer Verlust sein.
Neben der SZ hat auch die FAZ jetzt noch einen Artikel über den massiven Versuch der Einflußnahme in das Plagiatsverfahren
publiziert.
Der Grantler macht Urlaub in seiner Geburtsstadt. Wegen ausgiebiger
Freizeitaktivitäten kommt er ein bißchen wenig zum Granteln.
Nichtsdestotrotz:
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Heiko Maas, seines Zeichens Bundesjustizminister, tritt ins
Fettnäpfchen. Fettnäpfchen? Nein, das ist schon ein großer Bottich. Rät
er doch Edward Snowden, nach Hause in die USA zurückzukehren.
»Er ist erst Anfang 30 und will sicher nicht den Rest seines Lebens
auf der ganzen Welt gejagt werden oder von einem Asyl zum nächsten
wandern«. Was glaubt er denn, was ihn in USA erwartet? Ein
Schauprozeß und 35 Jahre Haft unter erschwerten Bedingungen, so wie
Bradley/Chelsea Manning. Ist das etwa besser? Da helfen auch die
widerlichen, verlogenen Lobhudeleien (DPA-Meldung, via Focus und Heise.de)
nichts: »Danke für die Informationen, und jetzt verpiß Dich!« kann man
das summieren. Wie erbärmlich ist diese Flachpfeife eigentlich?.
Massive Kritik kommt von den Reportern ohne Grenzen (Golem.de, Focus). Netzpolitik.org findet auch ein paar treffende Worte. Der
»Moralapostel« der Süddeutschen Zeitung, Heribert Prantl,
regt sich mal wieder zu recht auf, und
nimmt auch noch die EU mit ins Boot:
Die EU, die sich »Raum des Rechts, der Sicherheit und der Freiheit«
nennt, ist auch ein Raum der Feigheit; sie traut sich nicht, Snowden
irgendeinen Schutz angedeihen zu lassen.
[…]
Minister Maas verlangt von Snowden ein Vielfaches des Mutes, den er,
Maas, selbst nicht aufbringt, um sich für Schutz und Sicherheit Snowdens
einzusetzen.
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Kann man leider mittlerweile zur Binsenweisheit erklären:
NSA-Skandal: Bundesregierung zieht aus
Expertenkritik an Überwachung keine Konsequenzen.
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Die nächste Verfassungsbeschwerde kommt: Professoren wollen Euro-Bankenaufsicht stoppen.
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Der Menschenrechtsgerichtshof hat
Polen wegen ihrer Beteiligung an
CIA-Entführungen verurteilt (mit
Kommentar von der SZ). Ich kann nur
hoffen, daß der Menschenrechtsgerichtshof sich auch mal mit der Rolle
Deutschlands beschäftigt.
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Beim Freihandelsabkommen mit Kanada (CETA), welches in etwa TTIP
entspricht, aber leider in den Verhandlungen schon weiter fortgeschritten
ist, lehnt die Bundesregierung vorerst die Investorenschutzklausel ab. Ich
glaube kaum, daß dies aus Überzeugung oder gar wegen des offensichtlichen
Bürgerwillens geschieht, sondern rein taktischer Natur ist. Vermutlich
wird das bald still und heimlich abgenickt.
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Ach, wie freut mich das: Nun ist es amtlich, daß Thomas Middelhoff
nicht der Star-Manager ist, für den ihn viele gehalten haben,
sondern schlicht ein unfähiger Blender: Er ist beruflich gescheitert und privat bankrott. Ich habe das
erste Mal von ihm gehört, als er bei Bertelsmann den absehbar desaströsen
Kauf von Napster eingefädelt hatte. Nicht, daß ich diesen Mißgriff ins
Klo Bertelsmann nicht gegönnt hätte…
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Die SZ beleuchtet die Seilschaften von
Annette Schavan, die ihren Doktor retten wollten, und bezeichnet
Schavan als schlechte Verliererin. Übrigens eine weitere Person, deren
tiefer Fall mich persönlich erfreut – war sie doch nicht unerheblich an
der Durchsetzung dieser versemmelten, sogenannten Rechtschreibreform
beteiligt.
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Maut-Wahnsinn hoch drei: Dobrindt will LKW-Maut senken. Die Begründung klingt sehr
abenteuerlich und vorgeschoben, so nach dem Motto: Jetzt brauchen wir die
PKW-Maut unbedingt.
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Neben der Open Rights Group (wie berichtet) wollen jetzt auch noch zwei
britische Abgeordnete gegen DRIP klagen, und zwar
mit Hilfe der Bürgerrechtsorganisation
Liberty. Angriffspunkt ist, neben dem inhaltlichen Widerspruch des
Gesetzes zu dem EuGH-Urteil, daß das Gesetz der EU hätte vorgelegt werden
müssen.
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Gute Vorbilder werden ignoriert, schlechte werden nachgemacht.
So kombiniert die französische
Regierung deutschen und britischen Mist: Die zweifelhafte
Gesetzgebung in Deutschland, die bereits Vorbereitungshandlungen für
schwere staatsgefährdende Gewalttaten (Googeln nach
Bombenbauanleitungen?) streng bestraft, dient unter anderem als Vorbild
für ein neues Gesetz, mit dem auch staatliche Überwachungsbefugnisse
massiv ausgebaut werden. Und von den Briten übernehmen sie gerade das
»Eilverfahren«, damit ihnen bloß niemand (kritische Abgeordnete, Presse,
Bevölkerung) dazwischenfunkt.
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Die US-Bürgerrechtsorganisation Human Rights Watch hat sich die
Terror-Attentatsversuche in den USA mal genauer angeschaut. Und was kommt
heraus? Überraschung: Hinter fast allen Delikten steht wer?
Al-Qaida? Nein! Das Federal Bureau of Investigation, besser
bekannt unter der Abkürzung FBI. Die Täter wurden angestiftet,
finanziert und ausgerüstet. Die Täter gaben bei Befragung an, daß sie von
sich aus nie den Versuch unternommen hätten, Pläne zu schmieden und sie
in die Tat umzusetzen. Das FBI hat gezielt Arme, Dumme und Kranke
ausgesucht. Der Guardian und Heise.de berichten.
Aber der Leser möge nicht glauben, daß das eine amerikanische
Besonderheit ist. Hinter dem
Oktoberfest-Attentat soll auch der BND stehen, und bei den
Sauerlandbombern gibt es ja auch viele Fragezeichen – so sind die nicht
funktionierenden Zünder angeblich vom CIA geliefert worden und auch der
Chemie-Cocktail, den sie brauen wollten, soll nach Angaben von Chemikern,
die von sich behaupten, sich damit auszukennen, völlig instabil und nicht
kontrollierbar sein. Demnach würden die Terroristen wahrscheinlich schon
bei der Herstellung in die Luft gehen, und wenn nicht, dann spätestens
beim Versuch des Transports zum geplanten Tatort. Daher gehen die
Verschwörungstheoretiker auch davon aus, daß ihnen das Rezept
untergeschoben wurde.
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Daß Microsoft so fleißig in USA gegen den Zugriff amerikanischer
Behörden auf im Ausland betriebene Rechenzentren amerikanischer
Unternehmen klagt, daran soll die Bundesregierung schuld sein. Laut
Heise.de hat sie Microsoft
klargemacht, daß unter der gängigen US-Praxis keine deutsche Behörde
Cloud-Dienste von Microsoft (oder anderen US-Unternehmen) benutzen
dürfe.
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Der tolle Porno-Filter der britischen Regierung wird von den meisten
Briten – abgeschaltet. Sechs von sieben Briten lassen ihn ausgeschaltet.
Das sei auch eine Folge des Overblockings. Engadget und Heise.de
berichten. Meiner Meinung nach wird die Konsequenz nicht sein, den Unsinn
einzustellen, sondern ich rechne damit, daß die britischen Zensur- und
Bevormundungsfanatiker die obligatorische Nutzung des Filters fordern
werden und das auch so umgesetzt wird.
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Ein amerikanischer Journalist von Ars Technica (siehe auch Bericht von Golem.de) findet heraus, welche Masse an Daten über ihn im Rahmen
des PNR (Passanger Name Record) von den amerikanischen Behörden
gespeichert werden, inklusive IP-Adressen, von denen er aus gebucht hat,
und Kreditkartennummern. Auch solche Daten, die die maximale gesetzlich
erlaubte Aufbewahrungsfrist bereits überschritten hätten. Willkommen in
der Welt der Untermenschen, d.h. der Nicht-Amerikaner. Er sollte sich
glücklich schätzen – im Gegensatz zum Rest der Welt erhält er wenigstens
Einblick in seine Daten…
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Dazu passen Artikel über das Regelwerk, welches festlegt, wie man auf
der No-Fly-Liste der US-Amerikaner landet und wie man wieder herunter
kommt. Kurze Zusammenfassung: Durch Willkür/Verdacht (eine dumme
Bemerkung auf Twitter oder Facebook kann schon reichen) hinauf bzw.
praktisch gar nicht herunter. Zum Selberlesen: The Intercept (Quelle), Ars Technica, Golem.de, Heise.de.
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Die FAZ analysiert den Irrsinn Inklusion. Lesenswert! Der Artikel
demaskiert das absurde Handeln der Betreiber der Inklusion.
Ich habe mich zu früh gefreut. Habe ich gestern früh noch die Presse
gelobt wegen der Abwesenheit von Jubelperser-Artikeln in der letzten Zeit –
bamm – taucht gestern abend genau ein solcher auf. Und wo? In der
FAZ, die diesbezüglich schon mehrfach negativ aufgefallen ist. Da wird bei
einer E-Mail-Aktion gegen TTIP schon von einer »Attacke« gesprochen und
auch sonst finden sich die üblichen Weichspüler wieder. Dazu noch ein paar
völlig belanglose Kommentare von Politikern, die den Müll unterstützen,
aber den Eindruck erwecken wollen, daß sie die Sorgen ernst nähmen. Wer
unbedingt diese politische Valium-Tablette schlucken will, der lese
hier).
Überwachung
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Die britische Bürgerrechtsgruppe Open Rights Group will gegen das neue britische Überwachungsgesetz DRIP klagen (via
Slashdot).
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Leider ist die Klage gegen das KFZ-Scanning nicht angenommen worden
wegen formaler Fehler. Da hilft es
erstmal wenig, wenn das BVerfG »gewichtige verfassungsrechtliche Fragen«
sieht.
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Langsam fragt sich auch die allgemeine Presse, wieso Bund und Länder – durchaus auch
sicherheitskritische – Aufträge an die Tochter des US-Unternehmens CSC
gibt, die im wesentlichen von der NSA lebt und ihr zuarbeitet.
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Sascha Lobo über die Spähsucht der Behörden.
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Peter Schaar, Ex-Bundesdatenschützer, sinniert über die
Europäischen
Grundrechte, die durch den Lissabon-Vertrag verankert wurden und die
letztendlich die Grundlage für das EuGH-Urteil gegen die
Vorratsdatenspeicherung bildete. Schade nur, daß sich die EU selbst und
die Mitgliedsstaaten in der Regel einen Sch…dreck um die Einhaltung
kümmern.
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Fortsetzung I: #BPjM-Leak: Netzpolitik.org versucht es mit einem
Interview mit der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien. Leider
nicht sonderlich ergiebig.
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Fortsetzung II: »Zensurheberrecht«: In der Angelegenheit um die
Veröffentlichung eines Gutachtens zur 3%-Hürde, das die Unrechtmäßigkeit
des damaligen Vorhabens der Bundesregierung/Bundestags vorhergesagt
hatte, knickt das Ministerium ein.
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Die australische
Wahlkommission verweigert die Herausgabe des Quelltextes der eingesetzten
Wahlmaschinen. Begründung: Das würde die Wahlmaschinen offen für’s
Hacken und für Manipulationen machen. Die haben wohl auch noch nicht
gehört, daß »security by obscurity« eine ganz schlechte Idee ist.
Vermischtes
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Wer bis jetzt immer noch der Meinung ist, bei dem eskalierten Konflikt
in Nahost wäre es jemals um die drei entführten und getöteten
Jugendlichen gegangen, der sollte das
Fundstück von Fefe mal
lesen: Es war nur ein zufälliges, passendes Ereignis, um eine
militärische Aktion/Eskalation zu rechtfertigen.
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Deutschland hat seit Februar ein Antikorruptionsgesetz für Politiker,
wie ich damals auch
schon berichtete. Daß es für die Politiker relativ ungefährlich ist,
ging damals schon die Runde.
Fefe hat nun einen
Zeit-Artikel gefunden, in dem der Vorsitzende Richter am BGH das
Gesetz näher beleuchtet: Sein Schluß: »Nur ein Abgeordneter, der sich
extrem dumm anstellt, kann überhaupt bestraft werden«.
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Wie pervers ist das denn? Erst macht der Seehofer mit seiner CSU das
Thema Maut zum Wahlthema Nr. 1 und fährt damit selbst Merkel in die
Karre, und jetzt will sein bayrische Landesminister für Inneres und
Verkehr Hermann Ausnahmeregelungen für die Maut wegen Dobrindts
Pläne, die Maut für alle Straßen gelten zu lassen! Die Zeit und mittlerweile viele andere berichten. Seehofer ist
natürlich not amused. Ob er noch in der Lage ist zu erkennen, wie
sehr er sich da verrannt hat? Wann kommt denn seine Opportunisten- und
Wendehalsfähigkeit wieder zum Einsatz?
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Zur Maut noch ein Kommentar von einem
Heise.de-Autor: Würde sich der
Staat um seine Forderungen gegen Toll Collect wegen der Einnahmeausfälle
durch den verspäteten Start kümmern, wären die antizipierten
PKW-Maut-Einnahmen für die nächsten 11 Jahre gedeckt!
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Wie fliegt man zukünftig billig? In Stehsitzen und auf Fahrradsatteln, kein Scherz! Da fällt mir
wieder der alte Trabi-Witz ein: Wieso ist der Trabi das leiseste Auto der
Welt? Weil man beim Fahren die Knie in den Ohren hat.
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Der Stern berichtet über eine Greenpeace-Kampagne gegen Lego, weil der Ölkonzern Shell mit
Legos Hilfe Greenwashing im Kinderzimmer betreibt.
Europäische Bürgerinitiative geplant
Rund 150 europäische Organisationen sind im Begriff, eine europäische
Bürgerinitiative zu starten. Es gilt, mehr als 1 Millionen Unterschriften
aus mindestens sieben EU-Staaten zu sammeln. Los gehen mit der Sammlung
soll es im September. Die offizielle Kampagnenseite im Netz ist wohl
stop-ttip.org, sie ist momentan noch
etwas leer, aber ich denke, daß da noch daran gearbeitet wird. Weitere
Informationen findet man auch z.B. bei den deutschen Teilnehmern, z.B.
Campact,
Mehr Demokratie
e.V. oder Attac.
Die Süddeutsche Zeitung berichtet zu dem
Start der Initiative. Ein Problem ist wohl, daß speziell in den
südlichen EU-Staaten das Thema TTIP noch nicht die Aufmerksamkeit der
Bevölkerung hat, die es verdient.
Auch wenn es nur eine Bürgerinitiative ist und kein Bürgerentscheid (die
EU haßt ja Demokratie…), baut das doch erheblichen Druck auf. Ich werde
natürlich hier im Blog informieren, sobald die Möglichkeit zum Mitzeichnen
besteht.
TTIP & Medien
Trotz der Fußballweltmeisterschaft ist das Thema in den Medien nicht
unter die Räder gekommen. Interessanterweise sind mir in letzter Zeit auch
keine Jubelperser-Artikel mehr aufgefallen, bei denen der Geruch der
Käuflichkeit in der Luft liegt.
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Die Zeit hat einen
ausführlichen Artikel zum TTIP veröffentlicht. Hier sind auch
zwei Unternehmen beschrieben, ein amerikanisches und ein deutsches, die
sich von TTIP Vorteile erhoffen. Für mich klingen deren Hoffnungen
illusorisch und wenig faktenbasiert. Viel wichtiger ist jedoch die
Beleuchtung der Rolle der Schiedsgerichte in dem Artikel:
Genau das aber ist das Problem: TTIP soll den Unternehmen ermöglichen,
die staatlichen Gerichte zu umgehen und stattdessen vor sogenannte
Schiedsgerichte zu ziehen […].
Auch vor diesen Schiedsgerichten gibt es einen Kläger und einen
Beklagten, es treten Zeugen und Sachverständige auf, aber da sind die
Gemeinsamkeiten mit staatlichen Gerichten auch schon zu Ende. Die
Richter nämlich sind keine Beamten, nicht einmal Angestellte, sondern
private Anwälte, die von den Streitparteien für das jeweilige Verfahren
berufen werden. Sie treffen sich in einem Raum ohne Zuschauerbänke, denn
die Schiedsgerichte tagen unter Ausschluß der Öffentlichkeit. Das Urteil
ist unabänderlich, es gibt praktisch keine Möglichkeit, Berufung oder
Revision einzulegen.
Das Kalkül hinter den Investitionsschutzabkommen ist leicht zu
erkennen: Ein Staat entmachtet ein Stück weit seine eigenen Gerichte in
der Hoffnung, dadurch mehr ausländische Investoren ins Land zu
locken.
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Die Süddeutsche Zeitung veröffentlicht einen
Gastbeitrag der ehemaligen
Justizministerin Herta Däubler-Gmelin. Auch dort ist die Entmachtung
des Bürgers durch die Schiedsgerichte der zentrale Punkt.
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Ebenfalls berichtet die Süddeutsche
Zeitung, wie laut einer Studie die Ölindustrie nur darauf wartet, daß
TTIP kommt, um mit den dort gegebenen Mitteln EU-Vorschriften zu
torpedieren – zum Beispiel für Fracking oder die Gewinnung von Öl aus
Teersand, welche bereits in Kanada zerstörte und verseuchte Landschaften
hinterläßt (schlimmer, als bei uns der Braunkohleabbau).
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Der Stern bringt 10 Fakten zum TTIP. Eher an Leser gerichtet, die noch nicht in
dem Thema drin sind. Also gut zum Weiterschicken an Freunde und
Verwandte, die im Tal der Ahnungslosen wohnen!
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Fefe hat einen Artikel
gefunden, in dem es darüber geht, wie Unternehmen bzw. deren Verbände
im US-Bundesstaat Vermont gegen ein neues Gesetz klagen, das zur
Kennzeichnung von gentechnisch veränderten Lebensmitteln verpflichtet.
Wie Fefe schon selbst sagt, hat das hat zwar mit TTIP nicht direkt zu
tun, aber es ist ein Vorgeschmack von genau dem, was mit TTIP kommen
würde: Das Klagerecht gegen Handelseinschränkungen, auch wenn es um den
Verbraucherschutz geht, das Ganze vor obskuren Schiedsgerichten (das
Problem hat hier Vermont noch nicht einmal) sowie mit enormen
finanziellen Risiken für den Staat (also uns Bürgern).
Georg Orwells Dystopie rückt immer näher. Die Briten haben nun
tatsächlich ihr »Notstandsgesetz« DRIP (Data Retention and Investigatory
Powers) im Eilverfahren im Parlament durchgepaukt. Es hat sich auch
bewahrheitet, daß das Eilverfahren dazu genutzt wurde, im Kleingedruckten
versteckt die Befugnisse deutlich auszubauen. Insbesonders können die
Behörden nun (Telekommunikations-) Unternehmen, die auch im nichtbritischen
Ausland tätig sind, zwingen, dort Kommunikationsmitschnitte und Metadaten
zu erstellen und an sie auszuliefern, also praktisch zur Auslandsspionage
gezwungen werden. Somit kann man Cameron klar als Lügner bezeichnen. Das
Zitat in der Überschrift stammt übrigens von einem der eher wenigen
Politiker, die gegen dieses Gesetz gestimmt haben.
Meldungen dazu:
Und noch mehr erinnert an 1984: Greenwald hat passend dazu Dokumente aus
Snowdens Fundus veröffentlicht, daß das GCHQ nicht nur bis zum Abwinken
Daten sammelt, sondern auch versucht, die öffentliche Meinungsbildung zu
beeinflussen, zum Beispiel, indem Online-Abstimmungen manipuliert werden.
Es berichten der Spiegel und die Süddeutsche
Zeitung.
Außerdem bauen die britischen Polizeibehörden die Gesichtserkennung aus –
nicht nur für die von den CCTV-Kameras geschossenen Bilder, sondern auch
von Kameras, die von Beamten am Körper getragen werden, wie Engadget berichtet. Big Brother is watching you!
Im Gegensatz zu dem britischen Politiker, der sich an einen Schurkenstaat
erinnert fühlt, bin ich der Meinung, daß Großbritannien in vielen
Aspekten ein Schurkenstaat ist. Daher:
Liebe Briten, haut doch endlich ab. Am besten nicht nur aus der EU,
sondern von der Erde! Zieht auf den Mond oder auf einen weiter entfernten
Planeten und baut dort Euer faschistoides Königreich auf!
Spionage-Affäre
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Peinliches Detail in der ersten Spionage-Affäre: Der Verfassungsschutz
bittet die amerikanischen Geheimdienste um Hilfe.
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Selbst ewiggestrige Überwachungsfanatiker wie CSU-Uhl haben langsam die Schnauze voll: »USA gleicht einer digitalen
Besatzungsmacht«.
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Während sich die Bundesregierung ziemlich in Schweigen hüllt bzw. mit
dieser absolut lächerlichen und oberpeinlichen Ausweisung
reagiert, fordern andere echte Konsequenzen, die den Amerikanern auch weh
tun. Zum Beispiel Leutheusser-Schnarrenberger in einem
Gastkommentar bei Heise.de. Die
SPD fordert auch ein bißchen, nämlich die
Unterbrechung (nicht den
Abbruch!) der TTIP-Gespräche. Aber die SPD hat sowieso als ewige
Umfaller- und Mittäterpartei keine Glaubwürdigkeit mehr, daher ist so ein
Statement auch ziemlich egal.
Snowden
Überwachung
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Was macht man, wenn die Vorratsdatenspeicherung verboten wird? Man
macht einfach ein neues Gesetz, alter Wein in neuen Schläuchen. Das wird
gerade im Überwachungsstaat Nr. 1 (also Großbritannien) probiert, und die
dortige Opposition unterstützt dieses Gesetz, das im Eilverfahren
durchgepaukt werden soll, auch noch! Die ganze Panikmache wird wieder
aufgefahren, inklusive Kinderpornographie. Berichte bei Heise.de
(Vorabmeldung und
weitere Meldung) sowie bei
Golem.de. Ich hoffe nur, daß das nicht die deutschen
Überwachungsfanatiker auf dumme Ideen bringt…
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Mit ähnlicher Panikmache verbieten jetzt die USA und Großbritannien
Personen das Fliegen, wenn sie Mobiltelefone und anderes elektronische
Equipment mit sich führen, deren Batterien leer sind. Die Batterien
könnten auch durch Sprengstoff ersetzt worden sein. Hmm, daß ihnen das
erst jetzt einfällt? Fefe hat
da so seine eigene Theorie. Allerdings sollten solche Spitzel doch
dann auch passende Ladegeräte zur Hand haben.
Egal, langsam geht es den Leuten auf den Wecker, wie zum Beispiel
diesem Heise.de-Redakteur. Der
Postillon hat auch schon einen Verbesserungsvorschlag.
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In Großbritannien muß ein Student für sechs Monate ins Gefängnis,
weil er das Paßwort für eine verschlüsselte Datei nicht
herausgibt. Um korrekt zu sein, er hat Paßwörter herausgegeben, 50
Stück, aber die waren alle falsch…
Netzpolitik
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Das »Recht auf Vergessen«, das von dem EuGH gewährt wurde, wird
zunehmend kritischer gesehen. Der FAZ-Artikel sieht das als Kampfansage an die Pressefreiheit.
Der Spiegel demonstriert dieses neue Recht an einem eigenen, konkreten Fall.
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Zensur in Deutschland? Gibt es nicht? Nein? Ein Hacker hat die per Hash
geschützte Datei mit vorgeblich jugendgefährdenden Websites der
Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien (BPjM) zum großen Teil
rekonstruiert und sie bei dem amerikanischen Webseiten-Anbieter Neocities
zur Verfügung gestellt. Etliche Newsticker (z.B. von Heise, Chip) und
Blogger haben daraufhin den Link zu dieser Liste veröffentlicht. Das
paßte der BPjM überhaupt nicht, und bedrohte alle mit der Kinderporno-Keule. Eigentlich darf die Liste gar keine
Kinderpornographie enthalten, denn wenn die Prüfstelle davon Kenntnis
hätte, müßte sie ja aktiv werden (Löschen statt Sperren heißt ja das
funktionierende(!) Prinzip). So sind sich auch ziemlich alle einig, daß
die Drohung nur als Druckmittel eingesetzt wird. Aber niemand will sich
verständlicherweise dem Risiko aussetzen. Also: Schere im Kopf!
Letztendlich müßte man das BPjM wegen übler Nachrede und Erpressung
anzeigen. Übrigens, wer den Hashtag der Aktion mit der Domain des Hosters
kombiniert, kann die URL leicht erraten.
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Max Schrems, der österreichische Datenschützer, der sich beim irischen
Datenschützer massiv, aber wegen dessen Blockadehaltung relativ erfolglos
über Facebook beschwert, will jetzt dessen Posten übernehmen. Die Iren schreiben nämlich
diesen Posten gerade neu aus. Viel Erfolg!
PKW-Maut
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Der Stern fragt sich, wer oder was die Maut noch stoppen könnte.
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Eine Instanz dafür wäre die EU. Die Zeit hat ein
Interview mit dem Europarechtler Volker Boehme-Neßler.
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Auch die Süddeutsche Zeitung bringt einen negativen Kommentar:
»Dobrindts Tragik«.
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Der Bund der Steuerzahler sieht die Maut wie ich: Einfallstor für weiter steigende Abgaben. Die Maut wird mit
Solidaritätszuschlag verglichen, der mittlerweile auch völlig
zweckentfremdet wird. Gut, da könnte man auch die Sektsteuer hernehmen –
an der kaiserlichen Kriegsflotte wird, so glaube ich, auch nicht mehr
gebaut…
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Polizisten wollen nicht von Dobrindt zu Maut-Preller-Kontrolleuren degradiert werden.
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Den Schuß nicht gehört hat Baden-Württembergs Verkehrsminister Hermann
von den Grünen. Wenn eine Maut – so meint er –,
sollte man doch ein hochtechnisches,
GPS-gestütztes Mautsystem aufbauen. HALLO? JEMAND ZUHAUSE
IM STÜBCHEN? Was für eine inkompetente Pfeife! So ein System würde
nicht nur die Aufzeichnung der Position bzw. der Fahrrouten möglich
machen (wie eCall), nein, sie müßte die Aufzeichnung erzwingen.
Vielleicht ist mal ein grüner Parteikollege so nett und erklärt ihm, wo
seine Partei vorgibt, beim Thema Datenschutz zu stehen!
anderes
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Im Focus berichtet die Neu-EU-Abgeordneten Ulrike Müller (Freie Wähler)
von ihren ersten Eindrücke im EU-Parlament. Drei neue Abgeordneten der
Grünen haben aus ähnlicher Motivation ein Video gedreht, aber dafür nur
Hohn und Spott geerntet (ich habe mir das erst gar nicht
angeschaut…).
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Ich hatte neulich schon davon berichtet, wie Islamisten in
Großbritannien versuchen, Einfluß in den Schulen zu bekommen. Wie nun die
Zeit berichtet, ist das nicht nur ein britisches Problem. Auch in Deutschland findet das statt. Das haben wir nun von der
Toleranz dieser ganzen weltfremden Gutmenschen!
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Der Islamismus ist aber nicht das einzige Problem an deutschen Schulen.
Das Lesen- und Schreiben-Lernen ist immer noch unter der Kontrolle
durchgeknallter Pädagogen mit verbrämten Ideen, was zunehmend in eine Bildungskatastrophe führt. Meine Theorie ist,
daß aber genau das von der Politik gewünscht ist. Mit schlechten Lese-
und Schreibfähigkeiten kann man sich zwar halbwegs durch’s Leben
schlagen, aber für den mündigen und kritischen Bürger reicht das dann
halt nicht mehr.
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Deutsch ist sowieso nicht mehr so wichtig. Das EuGH hat ein deutsches Gesetz gekippt, das nachziehende Ehegatten
aus dem Ausland verpflichtet, Deutsch zu lernen. Schuld an dem Urteil
ist allerdings eine Vereinbarung, die Deutschland vor vielen Jahren mit
der Türkei schloß.
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Es wurde ja schon gemutmaßt, daß die Fußballweltmeisterschaft von der
Politik genutzt wird, um zweifelhafte Beschlüsse und Gesetze ohne große
mediale Begleitung durchzuschleusen. Das ist jetzt geschehen: Das Bundeskabinett stimmt nun der vom ESM (also uns) finanzierten
Rettung südeuropäischer Banken zu. Bei dem Artikel handelt es sich um
einen Gastkommentar von Hans-Werner Sinn.
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Unser Geld werden wir sowieso verlieren: Die EZB will mal so schnell 1.000.000.000.000 Euro locker machen.
Das sind eine Billion Euro – für den, der solche großen Zahlen nicht
lesen kann. Damit wird der Euro zum Monopoly-Geld.
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Der Bericht über die Folter der CIA muß so brisant sein, daß sich die
amerikanische Regierung im Moment nicht traut, ihn zu veröffentlichen. Man fürchte »Wut auf den arabischen
Straßen«.