Da sind sie nun, die Pläne zur Maut. Seehofers unterwürfigster Diener
Dobrindt hat heute geliefert. Dabei sind zwei neue Konzepte ans Tageslicht
getreten, die bislang so nicht bekannt waren:
-
Die Maut soll für alle Straßen gelten, also nicht nur für Autobahnen,
und
-
die Regelung ist in zwei Teile aufgeteilt, zum einen die Maut selber,
zum anderen die Neuregelung der Kraftfahrzeugsteuer.
Beides sind Katastrophen, wobei ich für mich noch nicht entschieden habe,
welche die größere dabei ist.
Daß die Maut für alle Straßen gelten soll, hat weitreichende
Implikationen. Ziel war angeblich gewesen, daß sich kein Ausländer der Maut
entziehen können soll, also zum Beispiel auf Bundesstraßen ausweichen kann.
Was für den Durchreiseverkehr und den Verkehr tief nach Deutschland hinein
irgendwo verständlich sein mag (wenn man von dem generellen Unsinn einer
Maut mal absieht), wirft aber natürlich massive Probleme für den
sogenannten »kleinen Grenzverkehr« auf. Ausländer aus Nachbargemeinden
jenseits der Grenze, die mal kurz in den deutschen Baumarkt, Bäcker,
Fleischer, Supermarkt wollen, brauchen plötzlich eine Eintrittskarte
für Deutschland. Mit mindestens 10€ wird aus einer Spontanentscheidung eine
wohlüberlegte Aktion – oder eben auch nicht.
Dadurch, daß Kommunal- und Landesstraßen nicht dem Bund gehören, wollen
die Länder und Kommunen ihren Obulus verlangen. Der eh schon mickrige Topf
müßte also viele Mäuler stopfen. Hinzu kommt wohl, daß der Bund den Ländern
nicht vorschreiben darf, wie diese Gelder zu nutzen seien. Daß das an die
Länder ausgezahlte Geld dann tatsächlich im Straßenbau landet, ist nicht
gesichert und meiner bescheidenen Meinung nach – bei den ewig klammen
Kassen – eher unwahrscheinlich. Damit wird aber auch gleich das Versprechen
gebrochen, daß das Geld ausschließlich für den Straßenbau verwendet werden
würde. Wobei dieses Versprechen sowieso nur Blendwerk ist, da der Bund
leicht den geringen Anteil, der aus der Mineralöl- und Kfz-Steuer (fast 50
Milliarden Euro laut Bund der Steuerzahler!!!) in den Straßenbau fließt,
weiter nach unten anpassen kann, sodaß selbst im Idealfall unterm Strich
nicht mehr für die Straßen herauskommen könnte. Außerdem wird die Maut von
Dobrindt jetzt als Infrastrukturabgabe bezeichnet. Nun, zur
Infrastruktur gehören aber natürlich auch das Schienennetz, die
Wasserstraßen und Flughäfen. Wenn der Begriff auch als Verwendungszweck so
im Gesetz landen sollte, dann ist der mißbräuchlichen Verwendung Tür und
Tor geöffnet – vielleicht für Stuttgart 21, den Berliner Flughafen oder den
neuen Bahnhof in Hamburg…
Zuletzt schafft eine für alle Straßen geltende Maut einen
Präzedenzfall. Soweit mir bekannt gibt es das in Europa und auch sonst auf
der Welt nicht. Neben Maut für Autobahnen gibt es zwar noch welche für
besondere Brücken und Tunnel, auch einige Städte (z.B. London) haben eine
Maut eingeführt, um des Verkehrskollaps Herr zu werden, aber das hat wohl
jeder als Sonderfälle betrachtet. Die vorgeschlagene Maut senkt die
Hemmschwelle für neue Mautideen. Warum sollten nicht nur Staaten eine Maut
einführen? Warum nicht einzelne Bundesländer, Regionen, Kreise oder Städte?
Es ist der Anfang vom Rückfall ins Mittelalter, eine Wiederauflage der
Wegelagerei. Das ist irgendwie diametral zu dem, was immer als Vision von
einem freien und offenen Europa gepriesen wird, oder nicht?
Die Aufteilung in zwei Gesetze kann man als geschickten politischen
Schachzug, ja, fast schon Gabelzug betrachten, zum Leidwesen der
Bundesbürger. Das ganze ist ja ein Konstrukt, um einerseits dem Versprechen
gegenüber den kleinkarierten, kindlich-naiven CSU-Wählern gerecht zu
werden, daß nur Ausländer von der Maut betroffen sein würden, und
andererseits der EU Genüge zu leisten, die eine Diskriminierung von
Ausländern verbietet. Vorgeblich sind die beiden Gesetze voneinander
unabhängig. Solle die EU – die ja nicht zu blöd ist zu erkennen, was da
gespielt wird – dem aus irgendeinem Kalkül heraus dennoch zustimmen, so
wäre die Bundesregierung später in der glücklichen Lage, das Mautgesetz zu
ändern und die Maut zu erhöhen, die Kfz-Steuer aber unverändert zu
belassen. Da diese – mit dem Segen der EU – ja bezugsfrei zur Maut wäre
(bzw. sein müßte), dürfte es keinen Automatismus geben, welcher die Steuer
weiter nach unten korrigiert und das Versprechen somit aufrecht läßt. Der
deutsche Autofahrer zahlt damit auch mehr.
Sollte andererseits die EU den Zeigefinger in die Höhe reißen und
Njet sagen, dann wäre vermutlich nur die Neuregelung der Kfz-Steuer
betroffen, nicht aber das Gesetz für die Maut. Die Maut würde also weiter
laufen, die Kompensation wäre dahin. Die Bundesregierung könnte dann auch
noch so dreist sein und mit dem Finger auf die EU zeigen, und damit
versuchen, den Zorn der Autofahrer dorthin zu lenken. Und so, wie ich die
Deutschen mittlerweile einschätze, würde ihr das auch gelingen.
Also wenn die Maut mit diesem Doppelgesetz verabschiedet wird, kann die
Bundesregierung gar nicht verlieren.
Heute sind ungewöhnlich viele Artikel dazu publiziert worden, deshalb
liste ich sie mal einfach (fast) ohne Kommentar auf:
Spiegel
Frankfurter Allgemeine Zeitung
Süddeutsche Zeitung
Die Zeit
Stern
Beim Thema Verursachen und Gebühren ist noch viel Luft nach oben. Was
dem Bund recht ist, sollte Kommunen billig sein. Warum nicht gleich auch
noch eine Hamburg-, Stuttgart- und Berlin-Vignette? Und warum bei
Kraftfahrzeugen stehen bleiben? Die öffentlichen Wege werden schließlich
auch von Radfahrern und Fußgängern genutzt, ohne daß die einen Cent zum
Erhalt beitragen?
Focus
Überwachung
-
Der NSA-Untersuchungsausschuß hat am heutigen Donnerstag die
US-amerikanischen Whistleblower William Binney und Thomas Drake befragt.
Zusammenfassungen kann man bei Heise
(Zwischenmeldung und
Bericht), Golem (Zwischenmeldung und Bericht), FAZ, Spiegel und Stern finden.
Ein Mitwirkender von Netzpolitik.org hat sich die Mühe gemacht,
als Zuschauer dabei zu sein und ein Wortprotokoll zu erstellen.
Es sind zwar ein paar Lücken und einige Tippfehler (mehr als bei mir…)
drin – letztere werden bestimmt noch korrigiert, da die Veranstaltung bis
spät in die Nacht (0:20 Uhr) ging –, aber das ganze ist hochgradig
interessant. Vielen Dank dafür! Für mich ist mittlerweile klar:
Die Amerikaner sind die Nationalsozialisten des 21. Jahrhunderts! Und so
weit weg ist diese Position gar nicht von den der beiden Zeugen…
Interessanterweise wohnten auf der Besuchertribüne auch einige
Abgeordnete des US-Kongresses der Befragung bei.
-
Wie William Binney in der Befragung auch schon zum Ausdruck gebracht
hat: Obama hat nicht im Geringsten vor, die Massenüberwachung
einzuschränken: Sein eingesetztes »Privacy and Civil Liberties Board«
gibt grünes Licht für die Tätigkeiten der NSA, wie ArsTechnica gestern berichtete. Also nicht nur für die gegen die
Untermenschen im Ausland, nein, auch gegen die amerikanischen Bürger
selbst. Heise.de hat das Thema heute
aufgegriffen.
-
Durch die Medien (z.B. FAZ, Heise, nochmal
Heise, Golem) ging heute auch, daß ein Verzeichnisdienst für TOR, den
ein deutscher Student betreibt, explizites Ziel des NSA ist. Die nicht
ganz unerwartete Quintessenz ist: Jeder identifizierte Nutzer dieses
Servers wird als Extremist markiert.
-
Der von den Amerikanern praktizierte Polizei- und Überwachungsstaat
inspiriert natürlich auch faschistoide Leute in der EU.
Die EU-Agentur für Polizeisysteme soll
expandieren. Es soll auch das geplante Ein-/Ausreisesystem umfassen,
wie Heise schreibt. Und wer drängt besonders? Die Deutschen.
Zitat:
Vor allem das deutsche Bundesinnenministerium drängt die
EU-Kommission, im Rahmen des Pakets "Intelligente Grenzen" ein
"Ein-/Ausreisesystem" (EES) nach US-Vorbild zu errichten. Darin sollen
von Reisenden aus Drittländern nicht nur Zeit und Ort von Ein- und
Ausreise erfaßt werden, sondern auch alle zehn Fingerabdrücke.
Sonstige Politik
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Töten per Joystick: Das wollen die CDU/CSU und – natürlich – die
Umfaller von der SPD, die Bundesbürger jedoch nicht: 80% lehnen
Kampfdrohnen ab. In unserer Scheindemokratie ist das aber egal. Die
Opposition darf sich ein bißchen im Bundestag austoben, wie
Heise berichtet. Die Argumentation
der Befürworter ist natürlich tumb wie eh und je – z.B. als Schutz für
Soldaten im Auslandseinsatz. Das ist die bekannte Salamitaktik, früher
oder später werden alle Schranken fallen, für die sich diese
ehrenwerten Politiker jetzt aussprechen. Die FAZ – offenbar mal
wieder im Lobbymodus – vermag das nicht zu sehen.
-
PKW-Maut: Dobrindt konkretisiert zur Zeit Seehofers Schwachsinnseinfall
namens PKW-Maut. Die
Zeit
beleuchtet das. Sie erklärt das zum kompletten Unsinn, geht aber davon
aus, daß die Maut aus »Parteiräson« bis zum bitteren Ende durchgeprügelt
wird – das Ausblenden von Logik und Vernunft erinnert mich so fatal an
Stuttgart 21.
Unklar ist für mich noch die Position der EU. Der Focus interpretiert
die Äußerungen von dem zuständigen EU-Kommissar Kallas als Zustimmung. Das klang in Kallas’ Gastbeitrag in der FAZ vor
ein paar Tagen noch ganz anders.
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Personalien: Dirk Niebel (FDP) macht für seine eh schon am Boden
liegende Partei Negativschlagzeilen: Er wechselt zu einem Waffenkonzern.
Dummerweise saß er früher auch im Bundessicherheitsrat, der über
Waffenexporte entscheidet. Der ehemalige Innenminister Baum und andere
Kollegen werfen ihm Beschädigung der Partei vor.
Bei der CDU mißfällt der Mißfelder. Speziell der Besuch von Schröders
Party in Moskau, bei der auch Schröders Busenfreund Putin zugegen war,
stößt immer noch auf.
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Der Spiegel berichtet über einen neuen amerikanischen Dokumentarfilm
zum zweiten Irakkrieg und speziell darüber, daß Donald Rumsfeld all seine Lügen weiterhin aufrecht hält, in purer
Ignoranz der Faktenlage. Definitiv ein Kandidat für den Internationalen
Strafgerichtshof in Den Haag…
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TTIP: Der Lehrerverband VBE warnt vor Risiken für die Bildung durch das Transatlantische Handelsabkommen
TTIP. Auch die Kulturschaffenden haben mittlerweile Angst, daß
TTIP sich negativ auf ihre Arbeit auswirken wird.
Ich glaube mittlerweile, man sollte TTIP als Putschversuch der
Industrielobby und ihren Handlangern in der Politik gegen die westlichen
Demokratien betrachten.
Gesellschaft und anderes
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In den Medien – jenseits des politisch hyperkorrekten
Öffentlich-rechtlichen Rundfunks, für den das ein Nicht-Thema war – wurde
in den letzten Tagen viel über das Urteil des Menschenrechtsgerichtshof
in Straßburg diskutiert. Dieser hat das französische Burka-Verbot für rechtens erklärt. Es setzt
damit Grenzen der Religionsfreiheit, die für mich noch viel enger sein
sollten (Stichwörter: Schächtung und Beschneidung). Die FAZ schreibt zur
Begründung des Gerichts:
Die Burka errichte eine Barriere zwischen ihrer Trägerin und der
Umwelt und untergrabe damit das Gefühl des Zusammenlebens in der
Gesellschaft. Das Verbot sei daher angemessen.
In den Foren entstand ein heftiger Austausch zwischen verklärten
moslemischen Agitatoren und sonstigen Gutmenschen auf der einen Seite und
Leuten, die in der Vermummungspflicht eine Unterdrückung der Frau sehen,
auf der anderen Seite.
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Finger weg von Paypal! Paypal hat jetzt schon mehrfach Projekten, die
über sogenanntes »Croud Funding« finanziert werden sollen, mit
fadenscheinigen Begründungen den Saft abgedreht, d.h. die Gelder
eingefroren, sodaß diese weder den Projekten zur Verfügung standen noch
den Spendern wieder zurücküberwiesen wurden. Diesmal trifft es ein
Projekt, welches ein abhörsicheres E-Mail-System entwickeln will. Als
Grund gab Paypal an, daß es Zweifel hätten, ob die Entwickler denn die
Erlaubnis von der US-Regierung hätten. WIE BITTE??? Mittlerweile
ist es zurückgerudert. Golem und Heise
berichteten.
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Die FAZ und der Spiegel berichten, daß die Amerikaner keine Hamburger mehr von
McDonald’s mögen. Burger King und KFC (bei Geflügel) ergeht es nicht
wesentlich besser in dieser Umfrage. Alles hat mal ein Ende. Nur die
Currywurst hat zwei. Oder wie geht das nochmal?
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Schwarz-Rot will also nun offiziell
Snowden nicht in Deutschland
befragen. Als Alibi haben sie jetzt die »Vernehmung« per Video
festgelegt, »von seinem zu diesem Zeitpunkt aktuellen
Aufenthaltsort«, obwohl Snowden das bekanntlich schon explizit
abgelehnt hat. Pikanterweise – oder sollte man besser sagen:
perfiderweise – haben sie den Termin auf den Jahrestag der Anschläge in
den USA gelegt. Wenn sie jetzt die Uhrzeit noch rund 100 Minuten nach
hinten schieben würden, dann würde die auch noch stimmen.
Ich hoffe insgeheim, daß sich Snowden, Greenwald und die Aktivisten
rund um die beiden für diesen Tag noch etwas Hübsches einfallen lassen,
z.B. indem sie etwas für den deutschen Staatsapparat sehr
Kompromittierendes veröffentlichen.
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Auch wenn’s nichts bringt: Schöne Protestaktion von Greenpeace, Electronic Frontier Foundation
und Tenth Amendment Center gegen die NSA.
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Das deutsche Bundesverfassungsgericht hat die Vorratsdatenspeicherung
für verfassungswidrig erklärt, ebenso der Europäische Gerichtshof, das
ungarische und diese Woche [auch das österreichische
Verfassungsgericht](http://heise.de/-2240832](), bei der EU denkt niemand
mehr an eine Vorratsdatenspeicherung wegen der unmöglich einzuhaltenden
Schranken (wie berichtet), und was machen die deutschen Innenminister???
Sie halten sich die Ohren zu und fordern weiterhin die Vorratsdatenspeicherung (via
Fefe), weil die ja so
unheimlich wichtig für die Verbrechensbekämpfung sei. Welche Qualitäten
muß man nochmal vorweisen, um Minister zu werden? Keine?
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EU-Rat – nichts aus der NSA-Affäre gelernt, Transferleistung aus dem
EuGH-Urteil nicht erbracht, tritt Datenschutzrechte europäischer Bürger
weiterhin mit Füßen: EU-Rat besiegelt
neues Fluggastdaten-Abkommen mit Kanada.
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Ein amerikanisches Gericht folgt nun dem Beispiel Großbritanniens, das
die Herausgabe privater Kryptoschlüssel mit dem Recht des Beschuldigten,
sich nicht selbst belasten zu müssen, für vereinbar hält. Ich kann die Argumentation nicht
nachvollziehen.
»The defendant is only telling the government what it already
knows«
Das erinnert mich irgendwie an Hexenprozesse. Der herangezogene
Vergleich mit einem Tresor trifft zwar eventuell (wobei die Kritiker auch
das schon bestreiten), aber die Argumentation, warum der Schlüssel zu
einem Tresor herausgegeben werden müsse, ist die gleiche Hexenjagd:
»For example, an individual can be forced to hand over a key to a
locked safe if the government already knows that’s your safe – the
documents in there have already been created«
Zudem könnten ja im Tresor auch noch andere Dokumente liegen, die
Beweise für Verbrechen darstellen, die den Strafverfolgungsbehörden noch
gar nicht bekannt sind oder bei denen zumindest der Beschuldigte nicht
als Täter verdächtigt wird. Dies würde wieder das obige Recht
verletzen.
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Ich hatte neulich
schon mal über den Irrsinn an amerikanischen Schulen berichtet, die
Sonnenschutzcreme als Gift deklarieren und verbieten. Die FAZ hat
offenbar ihren Artikel aufgemöbelt, recycled oder wie man es auch immer
nennen will, und bringt das in größerem Kontext. Das wird für die Amis nicht charmanter…
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Einige in der FDP meinen, die Partei habe ein Image-Problem (und kein
inhaltliches), und ein neuer Name würde es schon richten. Mal nachdenken … »DLP
– Deutsche Lobbyistenpartei« … »ELP – Ehemalige liberale Partei« … »PSF –
Parteispenden sind fruchtbar« … »BSE – Bürgerrechte sind egal« … »ÜPD –
Überflüssigste Partei Deutschlands«…
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Posse: USA düpieren China, indem sie den Platz vor der chinesischer Botschaft in Washington nach dem
Dissidenten Liu Xiaobo benennen. Die zitierten Vorschläge im Artikel
sind schon richtig: Die Chinesen sollten im Gegenzug die Straße vor der
amerikanischen Botschaft in Peking doch von »Anjialou Road« z.B. in
»Edward Snowden Road« umbenennen.
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Wir haben nicht nur einen Kriegstreiber im Lande: Von der Leyen will bewaffnete Drohnen für die Bundeswehr.
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Weil mich der religiöse Fanatismus hin und wieder beschäftigt:
Eigentlich können die mordenden Islamisten nicht an die Allmacht ihres
Gottes glauben, denn ein wirklich allmächtiger Gott hätte Handlanger wie
sie gar nicht nötig. Aber Argumentieren hat bei solchen Leuten gar keinen
Zweck – entweder man bekommt krude Rechtfertigungen (z.B. »von Gott
beauftragt«) oder man wird gleich erschossen.
Und zwar mit Hilfe des
Bundesnachrichtendienstes. Die haben über Jahre Daten aus einem
Internet-Verteilknoten in Frankfurt (höchstwahrscheinlich DE-CIX)
abgeleitet und nahezu ungefiltert und in Rohform an die NSA
weitergeleitet.
Preisfrage: Wer hat das damals genehmigt? Gehard Schröder und
Frank-Walter Steinmeier. Wer hat uns verraten – Sozialdemokraten! Ich
fordere hiermit den sofortigen Rücktritt von Steinmeier, diesem subversiven
Element! Und für Schröder die Streichung sämtlicher Apanagen.
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Die Kritik an Gauck geht weiter, ein Bundestagsabgeordneter der Linken
nennt ihn einen widerlichen Kriegshetzer. So ungern ich das sage – die Linken
stellen zur Zeit halt die einzige wirkliche parlamentarische Opposition
dar.
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Die CDU will Oettinger auf keinen Fall zurück,
der soll bei der EU bleiben, egal, was
er dort dann macht.
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TTIP: Offenbar sprechen sich die äußerst negativen Auswirkungen TTIPs
für den normalen Bürger herum. Nur so läßt sich erklären, daß die
deutsche US-Botschaft Fördergelder bis zu 20.000 Dollar auslobt für Leute, die diesen
Müll schönreden. Na, vielleicht hat sich
hier schon jemand ein Zubrot
gesichert? Der hier eher nicht.
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Religiöser Fanatismus: Oberstes malaysisches Gericht bestätigt
behördliches Verbot, daß Christen ihren Gott »Allah« nennen, der ja bekanntlich der
gleiche ist, wie der, den die Moslems anbeten. Besonders abenteuerlich
ist die Begründung: »Die malaysischen Behörden hielten […] entgegen,
daß die Verwendung des Wortes ›Allah‹ die Muslime verwirren und dazu
verführen könnte, zum Christentum zu konvertieren«. Wie blöd müßte
ein Mensch sein, um das zu tun?
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Jetzt winken auch die EU-Juristen
bei der Vorratsdatenspeicherung ab. Sollten wir wirklich das Kapitel
schließen können?
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Piratenpartei – Ende oder Neubeginn: Führung der Piratenpartei zieht sich komplett zurück.
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Neue Radarfallen blitzen nicht mehr – kein Lerneffekt mehr, aber
dafür mehr Einnahmen!
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In Berlin geht es zu wie in der Dritten Welt: An bestimmten Kreuzungen werden den Autofahrern Scheibenreinigungen
aufgedrängt. Da wundert sich noch jemand, daß Sinti und Roma so
beliebt sind? Und der größere Skandal ist, daß das die Polizei einen
Dreck interessiert.
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Das Thema Leistungsschutzrecht geht weiter,
jetzt greift VG Media neben Google
auch andere Schnipselanzeiger wie Microsoft, Yahoo und Telekotz an.
Über das Forum habe ich einen interessanten Artikel gefunden, wie die
wenigen Nachrichtenagenturen die Themenhoheit in den Medien bestimmen.
Snowden und sein deutscher Anwalt haben erst einmal die Notbremse gezogen
und dem Wunsch des Untersuchungsausschuß nach einem »informellen« Gespräch
in Moskau eine Absage erteilt (Netzpolitik.org hat hierzu den Wortlaut des Schreibens).
Das ist meiner bescheidenen Meinung nach zwar eine schlechte Lösung, aber
die bessere. Denn während dieses informelle Gespräch in Moskau als
Vorgespräch angekündigt war, kann ich mir gut vorstellen, daß dahinter ein
Plan stand, der weder im Interesse von Snowden noch im Interesse von uns
Bürgern war – zum Beispiel, ihn in irgendeiner Form zu diskreditieren oder
Gründe zu erfinden, warum eine offizielle Befragung nicht durchzuführen
sei. Es bliebe vermutlich bei dieser Alibi-Veranstaltung.
Hinzu kommt, daß der Ausschuß und die Bundesregierung offenbar zu
keinerlei Gegenleistung bereit sind. Das ist natürlich entlarvend, denn
wären sie wirklich an einer Aufklärung interessiert, dann würde man sich
auch etwas einfallen lassen.
In einem anderen Kontext äußerte Snowden auch seine Verwunderung über das Verhalten Deutschlands. Ihm ist offenbar noch
nicht klar, daß die Niedertracht der deutschen Politiker der der
amerikanischen in nichts nachsteht. Bitter muß für ihn wohl auch sein, daß
sich seine Erwartungen nicht erfüllt haben:
»Ich war felsenfest der Überzeugung, daß, wenn die Öffentlichkeit davon
erfährt, die Programme nicht fortbestehen würden. Diese waren nicht nur
ungesetzlich, sondern auch unmoralisch. Selbst wenn sie in wenigen Fällen
wirksam wären, würden sie trotzdem abgelehnt, so, wie wir Folter
ablehnen.«
Ich bin immer noch unentschieden, was am Ende herauskommen wird. Es gärt
unter der Oberfläche, aber der Druck der Gesellschaften weltweit ist
bislang noch nicht groß genug gewesen, um diesem Spuk ein Ende zu bereiten.
Der Überwachungsskandal alleine würde auch im Sande verlaufen. Aber es gibt
ja noch viele andere Angelegenheiten, die die Bürger immer weniger bereit
sind zu tolerieren. Da fallen mir spontan die völlig verfehlte Geldpolitik
in Europa, die Entdemokratisierung und Zentralisierung durch den
EU-Apparat, die Entrechtung durch Abkommen wie TTIP, CETA oder TISA oder
die Zerstörung der Lebensgrundlagen durch »grüne« Gentechnik oder Fracking
ein. Vielleicht kocht der Topf doch mal über…
Überwachung
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Neues von den Snowden-Dokumenten: Der Spiegel enthüllt die Standorte, an denen die NSA in Deutschland tätig
ist. Da kommt einiges zusammen. Der Spiegel hat 53 Dokumente veröffentlicht, der NSA-Untersuchungsausschuß will
sich damit befassen. Golem.de hat sich ein paar von den Dokumenten
genauer angeschaut und kommt zu dem Schluß, daß die deutschen
Behörden und die Regierung sehr genau wußten, was die NSA treibt.
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Auch in Nordrhein-Westfalen werden immer mehr Funkzellenabfragen
durchgeführt. Die Landespiraten
kritisieren das.
-
Wen wundert’s? Die Briten biegen
sich ihre Gesetze zurecht, damit sie ihre eigenen Bürger überwachen
können.
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In Deutschland ist es nicht besser. Ein Ossi-Innenminister verharrt
wohl geistig im DDR-System und erklärt allen Ernstes, daß Grundrechte nicht online gelten würden. Wie war das bitte
nochmal damit, daß das Internet kein rechtsfreier Raum sein dürfe? Habe
ich das nicht tausend mal von den Regierigen gehört? Das ist übrigens der
gleiche, der wohl maßgeblich daran beteiligt war, daß Snowden erstmal
nicht die Ehrendoktor-Würde der Uni Rostock bekommen hat. Laut Golem.de will die Uni aber weiterhin ihm diese geben, die Freie
Universität Berlin hat ihn schon zum Ehrenmitglied ernannt.
Natürlich gibt es für jeden Ewiggestrigen und Bürgerrechtsfeind einen
Journalisten, der das genauso sieht. Diesmal ein Herr Händler in der
Zeit,
der – um den von Sascha Lobo geprägten Begriff zu bemühen –
Sicherheitsesoterik betreibt. Die Zeit-Foristen strafen ihn entsprechend
ab.
-
Süddeutsche Zeitung und die Zeit berichten, daß die US-Amerikaner neben TTIP ein weiteres
Abkommen vorantreiben. Das unter noch größerer Geheimhaltung mit EU und
weiteren 21 Staaten verhandelte TISA soll u.a. Finanzkonzernen
erlauben, Kundendaten ins Ausland zu bringen und damit den Datenschutz
auszuhebeln. Daß die Daten dann auch letztendlich bei der NSA & Co.
landen, sollte offensichtlich sein. Ähnlich wie bei TTIP sollen auch hier
Staaten verklagbar sein, wenn sie den Finanzhandel durch neue Gesetze
einschränken.
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Der Verfassungsschutzbericht verliert kein Wort über den
NSA-Skandal (siehe auch hier). Als würden die Amerikaner nicht unsere Verfassung
bedrohen. Ich finde das langsam unerträglich, wie die
Bundesregierung und die anderen Organe den Skandal totschweigen. Wann
hat das endlich mal Konsequenzen?
-
Der EuGH wird sich damit befassen, ob Facebook mit der NSA
zusammengearbeitet und somit das Safe-Harbour-Abkommen verletzt hat
(Slashdot, Heise).
Netzneutralität
Politik
-
Der Focus und die Süddeutsche
Zeitung sorgen sich darum, daß die Ablenkung der Bevölkerung durch
die Fußball-Weltmeisterschaft wieder einmal von der Politik genutzt
werden könnte, um klammheimlich von der Bevölkerung abgelehnte
Gesetzesvorhaben durchzuwinken.
-
Ein mir bislang unbekannter Ex-Bundestagsabgeordneter und Autor, Jürgen
Todenhöfer, ist ähnlich entzürnt wie ich über die elendige
Kriegstreiberei des Bundespräsidenten Gauck. Auf seinem Blog zeigt er
eine (eher schlechte) Fotomontage mit Gauck in Islamistenmontur. Wohl um Angriffen aus
der islamisch-religiösen Ecke vorzubeugen, erklärt er gleichzeitig, der
Islam sei eine Religion des Friedens. Das ist aber Heuchelei ersten
Grades: Eine Religion, die den Tod von Andersgläubigen und Abtrünnigen fordert (nein,
das ist keine Interpretation der Islamisten), kann schwerlich eine
»Religion des Friedens« sein.
Nachtrag: Köstlich: Die selbsternannte Politikelite geifert herum. Ich sehe überhaupt
nicht ein, wieso Gauck andere als Spinner bezeichnen darf, er selber aber
vor nicht niedrigeren Attacken geschützt sein soll.
Nachtrag II: Jakob Augstein kommentiert das auf Spiegel.de.
Sonstiges
-
Die Bologna-Reform der universitären Ausbildung stellt sich immer mehr
als ein Griff ins Klo heraus. Der
Bachelor-Grad wird von der Industrie nicht akzeptiert, gilt in den
meisten Fachgebieten als nicht ausreichend. Der Autor prägt den Begriff
des akademischen Tellerwäschers und fordert, daß der Master
(gleich dem früheren Diplom) der Regelabschluß sein sollte.
-
Die Zeit bringt einen weiteren
Artikel, warum die PKW-Maut völliger Unsinn ist.
-
Po-falla bekommt jetzt offiziell einen hohen Posten bei der Bahn,
mit Aussicht auf einen Vorstandsposten. Und natürlich bleibt dieser miese
Charakter bis zur letzten Sekunde Bundestagsabgeordneter.
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In Griechenland wurde der oberste Steuereintreiber gefeuert, weil er zu gut arbeitete.
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Beim Focus packt ein Ex-Banker aus und beschreibt, welche Macht mittlerweile die Banken über die Staaten hätten. Ich
könnte mir gut vorstellen, daß das stimmt und daß es der Grund ist,
weshalb die Politik sich so von der Finanzindustrie vorführen läßt.
-
Weiter Zoff um die eGK. Wenn zwei sich streiten, freut sich …
meine Wenigkeit. Je früher diese Datenschutzkatastrophe den Bach
hinabgeht, desto besser.
Datenschutz/Überwachung/Snowden
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tad-tataa! Microsoft versucht sich weiter als Retter der
Europa-Wolke: Wie schon früher berichtet, krankt das Geschäftsmodell
amerikanischer Unternehmen für den Cloud-Betrieb in Europa daran, daß
bislang die Daten europäischer Kunden vor dem Zugriff der amerikanischen
Behörden praktisch nicht geschützt sind. Das wissen mittlerweile auch die
potentiellen Kunden und laufen davon.
Microsoft kämpft nun vor den
Gerichten, um das zu ändern.
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Wie schon mehrfach erwähnt, haben moderne Automobile ein massives
Datenschutzproblem. Bei der Herstellern der Nobelmarken ist das noch nicht wirklich ganz
angekommen – insbesonders bei BMW, mit denen ich auch selber
diesbezüglich schon Kontakt hatte und ziemlich enttäuscht wurde.
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Obama hatte mal behauptet, daß sie wegen Snowden kein Flugzeug
aufsteigen lassen würden. Alles gelogen, das war schon in der Luft und
auf dem Weg, wie Fefe
berichtet.
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Wie wir mittlerweile wissen, sind im »Kampf gegen Terror« Amerikanern
und Briten jedes Mittel recht. Die Briten haben jetzt einen kleinen
Dämpfer bekommen: Verfahren gegen vermeintliche Terroristen dürfen nicht vollkommen
geheim geführt werden. Aus Sicht von Bürgerrechtlern ist das aber
weiterhin untragbar und mit Rechtsstaatlichkeit nicht zu vereinen.
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Spiegel deckt auf: 200 Spione arbeiten – mit Diplomatenstatus – in Deutschland, um
Deutsche auszuspionieren, mit Wohlwollen unserer Regierung!
Das gibt’s doch gar nicht! Wann hat das denn endlich mal Konsequenzen?
Dazu paßt auch die Meldung der
Süddeutschen Zeitung, daß der
Verfassungsschutz seine Zusammenarbeit mit den Amis ausbauen will.
-
Die spinnen, die Amerikaner: Ein amerikanisches Unternehmen beruft sich auf die verfassungsmäßig
garantierte freie Meinungsäußerung, um extensiv Autokennzeichen scannen
zu dürfen!. Wo da eine Meinungsäußerung ist, würde mich mal
interessieren (und Snowden vielleicht auch, vielleicht ist ja sein
Wistleblowing auch nur eine solche).
-
Neuer Beweis aus Österreich:
Vorratsdaten werden nicht für
Terrorbekämpfung genutzt – wofür sie angeblich sooo dringend benötigt
wurden.
Anderes
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Der Spiegel bringt zwei Artikel zum Islam: Im ersten Artikel geht das darum, daß in Großbritannien die
Islamisten versuchen, die Grundschulen zu unterwandern (insbesonders
solche mit hohem moslemischen Anteil), sodaß dort islamische »Werte« und
Vorstellungen vermittelt werden – das harmlosere dabei war noch, daß die
Mädchen hinten in der Klasse sitzen müssen und kein Schwimmunterricht
mehr stattfindet. Die britischen Schulbehörden versuchen jetzt, hier hart
aufzuräumen.
Der zweite Artikel ist ein Interview mit einem Rettungssanitäter, der
für eine Zeit seinen Dienst in der saudi-arabischen Hauptstadt Riad tat.
Die Beschreibungen sind schauderhaft, Lesen auf eigenes Risiko! Kurz zusammengefaßt: Die islamischen
»Werte« führen dazu, daß Männer lieber ihre Frauen und Kinder verrecken
lassen, als sie von Sanitätern retten zu lassen. Da könnte die Frage
aufkommen, warum denn die nicht von Sanitäterinnen behandelt werden? Auch
das klärt er auf: Die gibt es zwar, die dürfen aber im Außendienst dank
der islamischen »Werte« nicht arbeiten. Da kommt mir wieder dieser
saublöde Spruch vom Ex-Grüß-Otto Wulff hoch: Der Islam gehöre zu
Deutschland. Mitnichten.
-
Die EU fühlt sich – nach Jahren – doch langsam genötigt,
die Steuertricks von Apple, Starbucks
und anderen Firmen zu untersuchen, die dazu führen, daß diese
Unternehmen in Europa zwar massive Umsätze (und Gewinne) machen, aber
praktisch keine Steuern zahlen.
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Schulalltag in Deutschland: Gute Abiturienten werden keine Lehrer, nur welche mit wenig
Selbstvertrauen und Durchsetzungskraft. Kein Wunder, daß es mit der
Bildung bergab geht! Auch die Schüler werden immer schlechter. Dank
Fernseher, Spielekonsole und Smartphone reichen die motorischen Fähigkeiten der Erstkläßler häufig nicht mehr
aus, um das Schreiben zu lernen. Auch die neue Blockschrift hilft da
nicht. Die Lehrer seien hilflos. (Siehe auch
Heise.de)
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Was für eine Sauerei: Die in dem Sturm in NRW liegengebliebenen
Straßen- und S-Bahnen werden Opfer von Sprayern, wie z.B. hier berichtet. Was für kranke Hirne sind das eigentlich? Nach
den ersten Vorfällen haben die Betreiber Wachmannschaften postiert, die
die Fahrzeuge schützen. (via
Drehscheibe-Online)
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Einen etwas tieferen Einblick um die Causa Bowe Bergdahl, der
amerikanische Soldat, der gegen mehrere Islamisten aus Guantanamo
ausgetauscht wurde, gibt es beim Spiegel.
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Nachdem die AfD ins EU-Parlament gewählt und von der konservativen
Fraktion (in der auch die britischen Konservativen sind) aufgenommen
werden, gelingt es den EU-Fanatikern in Deutschland immer weniger,
EU-Kritiker in die rechte Ecke zu stellen. So war die Berichterstattung
in den Medien über die Äußerungen von Alt-Bundespräsident Herzog gegen die EU ziemlich
sachlich.
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Der aktuelle Bundespräsident Gauck dagegen agiert weiter als Kriegstreiber. Soll er doch selber eine Waffe
in die Hand nehmen und in die Welt ziehen mit seinen unchristlichen
Ideen, dieser Pfaffe. (Die Spiegel-Leser sind offenbar auch empört –
über 1.000 Forumsbeiträge, das habe ich schon lange nicht mehr
gesehen.)
Der Spiegel hat heute zwei Artikel zu den Gen-Food in der EU
veröffentlicht. Bei dem ersten Artikel geht es um Pläne, den Mitgliedsstaaten den Anbau
gentechnisch veränderter Pflanzen leichter verbieten zu lassen, eine Art
Opt-Out. Das klingt erst einmal gut, ist es aber nicht. Denn die
geplante Regelung hat zwei gewaltige Pferdefüße:
Erstens gibt die Neuregelung dem verbietenden Mitgliedsstaat keinerlei
Rechtssicherheit, zumindest aus Sicht der Kritiker. Das
Gentechnik-Unternehmen, sagen wir mal Monsanto, kann also eventuell dagegen
vorgehen. Zudem sei noch eine Regelung in der Diskussion, nach der die
Gentechnik-Firmen dem Verbot zustimmen müßten! Das erinnert mich an das
geplante Abstimmungsrecht beim TTIP.
Zweitens soll ein Land, das von dem Verbotsrecht Gebrauch macht, das
Recht verlieren, in der EU gegen die generelle Zulassung einer gentechnisch
veränderten Pflanzenart zu votieren! Beim Schach würde man das jetzt
Gabelzug nennen – egal, wie sich ein Land entschiede, die Gentechnik-Firmen
gewönnen immer.
Ein zweiter Artikel beleuchtet die Lobbystrategie der Gentechnik-Firmen
und kommt zu dem erschreckenden Erkenntnis, daß die Eurokraten nahezu
genau das machen, was die Lobbyisten von ihnen wollen. Es geht denen
also am Allerwertesten vorbei, was die europäischen Bürger wollen – halt
die beste Regierung, die man für Geld kaufen kann.
Bei Greenpeace finden sich auch noch Informationen dazu.
Daß das noch schlimmer geht, zeigt die USA. Ich bin darauf gestoßen, als
ich einen Kommentar im Spiegel-Forum fand. Eine kleine Recherche läßt zwar
vermuten, daß bei dem Autor das etwas durcheinander geraten ist,
nichtsdestotrotz ist die Geschichte erwähnenswert:
Obama hatte im Mai 2013 ein Gesetz unterzeichnet, das spöttisch als
Monsanto Protection Act bezeichnet wurde. Damit hätten die
Gentechnik-Firmen selbst dann ihren Gen-Müll weiter produzieren und
verkaufen dürfen, wenn wissenschaftlich der Nachweis erbracht worden wäre,
daß das Zeug zu Krankheiten, Krebs, Erbgutschädigungen usw. beim Menschen
führt. Eingebracht wurde das Gesetz von einem Senator namens Roy Blunt, der
nachweislich Spendengelder in fünfstelliger Höhe von Monsanto erhalten
hat.
Dies ging jedoch selbst den Amerikanern zu weit. Bei Radio Utopie fand ich einen Artikel, daß sich ein massiver Protest
in den USA aufgebaut hatte, sodaß bei der notwendigen Verlängerung des
Gesetzes der Senat die Zustimmung verweigerte (im Gegensatz zu uns werden
in den USA häufig Gesetze mit beschränkter Laufzeit verabschiedet, die dann
regelmäßig verlängert werden).
Diese Geschichte sollte doch auch dem letzten die Augen öffnen, wieviel
kriminelle Energie und Morallosigkeit diese verabscheuungswürdige
Gentechnik-Bande hat.
Snowden
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Zum Jahrestag der Snowden-Enthüllungen gab es natürlich viele
Kommentare und andere Beiträge. Ein paar habe ich gesammelt, ohne
spezifische Präferenzen: Heise.de hat gleich mehrere Kommentare (z.B.
diesen) verschiedener Redakteure
und eine Bilanz. Dort kommt auch
Peter Schaar zu Wort, der
offizielle Ex- und der inoffizielle Noch-Bundesdatenschutzbeauftragte
(von der aktuellen – wie hieß sie doch gleich? – hat man zum Jahrestag
nichts gehört…). Weiterhin kommentieren Golem.de und der Spiegel/Sascha Lobo.
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Der SNA-, ach nein, der
NSA-Untersuchungsausschuß tagte mal wieder. Netzpolitik.org hatte einen
Live-Blog dazu aufgesetzt,
Heise.de faßt das zusammen.
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Wenn jemand noch der Meinung sein sollte, daß die Grünen die Themen
Datenschutz und Bürgerrechte nicht genauso opportunistisch und ohne
innere Überzeugung betrachten wie diese eine ehemalige liberale Partei –
äh, wie hieß die doch gleich – ach ja, F.D.P., ist, der schaue sich das
Verhalten der Grünen im NRWschen Landtag an: Dort haben die Piraten einen
Antrag eingebracht, daß Deutschland Snowden Asyl gewähren solle. Zusammen
mit der CDU, SPD und FDP haben die Grünen diesen Antrag abgelehnt.
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Die Bundesregierung verteidigt sich zu den höchst umstrittenen Gutachten um die
Strafbarkeit der NSA-Ausschuß-Teilnehmern in den USA und in GB, mit denen
sie Druck ausüben wollte.
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Merkbefreit: Spiegel-Interview mit Justizminister Heiko Maas. Selbst nach
Nachfragen seitens des Spiegels kann er sich nicht vorstellen, daß
Snowden in Moskau wegen seiner Asylauflagen weniger frei reden kann als
hier in Deutschland.
Was ich bei dieser Gelegenheit mal loswerden muß: Ich finde die
Arroganz der Politiker zum Kotzen: Ich lese immer wieder: Snowden oder
Greenwood werden vorgeladen, es werden diverse Forderungen
gestellt (wie in dem Interview auch), man erwartet usw. Bitte,
was ist Eure Gegenleistung, Ihr Drecksäcke? Ein feuchter Händedruck?
Die sind Euch nichts schuldig, nein, Ihr seid denen (und uns) etwas
schuldig.
Anderes
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Ich dachte bislang, der ADAC sei ein Gegner von eCall. Deren Info-Seite dazu zeigt aber ziemlich wenig Kritik. Ich habe
zwischenzeitlich auch eine Petition gegen eCall gefunden. Leider bislang sehr, sehr schwach
besucht. Woran liegt’s?
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Wie krank ist das denn? In einem der wohl sonnenreichsten
US-Bundesstaaten, in Texas, dürfen die Schüler keine Sonnencreme auftragen! Mir ist komplett
neu, daß Sonnencreme giftige Substanzen beinhalten soll, zumindest hier
in Europa – ich weiß allerdings nicht, was die Amis da zusammenmixen
(aber dank TTIP werden wir das schon noch merken). Und das Krebsrisiko
eines sauberen Sonnenbrandes stellt bestimmt nur einen Bruchteil des
Gesundheitsrisikos der Creme dar…