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Wie schamlos mittlerweile die privaten Daten auch von sogenannten
seriösen Programmen abgegriffen werden, zeigt eine Tastatur-Applikation
für die Android-Plattform. Wie Golem.de berichtet, hat ein Nutzer entdeckt, daß die beliebte
Tastatur »Swype«, die das Schreiben von Wörtern ohne Abheben des Fingers
erlaubt, bis zu 4.000 mal pro Tag die GPS-Koordinaten des Nutzers abfragt
und nach Hause zum Hersteller schickt!
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Das war mir auch noch nicht bekannt: Die Banken müssen aufgrund einer
EU-Vorschrift bei Überweisungen den Text in dem Feld »Verwendungszweck«
nach Schlüsselwörtern durchsuchen und Verdachtsfälle an die Behörden
weiterleiten. Die Leute landen dann laut
Telepolis
für 10 Jahre auf einer Verdachtsliste, was dann diverse Repressalien zur
Folge haben kann.
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Es geht weiter in dem Streit, ob der Staat die Veröffentlichung
unangenehmer Papiere, die ihren Weg nach außen gefunden haben, mittels
des Urheberrechts unterbinden können oder nicht. Nachdem das
Bundesinnenministerium die Aktivisten, die ein kritisches Gutachten zur
3%-Hürde bei der EP-Wahl veröffentlicht hatten, abgemahnt und eine
Unterlassungserklärung eingefordert hatte, aber das nicht weiter verfolgt
hatte, haben jetzt diese laut
Heise.de eine negative
Feststellungsklage eingereicht, um das juristisch zu klären.
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Die Süddeutsche Zeitung hat ein interessantes Interview mit einem BGH-Richter a.D., der sagt, daß
die ganze Argumentation der Bundesregierung, warum Edward Snowden nicht
nach Deutschland kommen und hier befragt werden könne, eine reine
Verarschung der Bürger ist.
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Ebenfalls in der Süddeutschen Zeitung
kommentiert Heribert Prantl die
äußerst fragwürdige Anmaßung der Bundesregierung, alleinig das
»Staatswohl« zu definieren.
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Auch Sascha Lobo macht die katastrophale Aufklärung der
Überwachungsaffäre zum Thema seiner Kolumne: »Tiefpunkt einer simulierten Aufklärung«.
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Der Öffentlich-rechtliche Rundfunk unabhängig, kritisch und
investigativ? Quatsch mit Soße! Das sind alles Propagandasender!!!
Fefe hat ein unglaubliches
Beispiel ausgegraben, wie der ÖR der Regierung nach dem Mund redet.
Ein Gutes hat das Interview immerhin: Es zeigt auf, daß jede Kritik der
Bundesregierung am TTIP reinste Heuchelei ist: Zitat des
amerikanischen Unterhändlers:
Deutschland ist innerhalb der Europäischen Union einer der führenden
Verfechter des Freihandelsabkommens. Die Kanzlerin unterstützt die
transatlantische Wirtschaftskooperation persönlich und in hohem Maße.
Das hat sie gerade wieder in Washington getan.
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In den deutschen Wäldern hängen geschätzt 100.000 Videokameras,
aufgehängt durch Jäger, um das Wild zu beobachten. Wie die DPA berichtet
(Spiegel-Artikel), fangen Datenschützer an, die Jäger zu
bestrafen, weil das Aufstellen von Kameras im öffentlichen Raum –
insbesonders ohne Schilder – eine Verletzung der Privatsphäre von
Spaziergängern ist. Daß die Jäger sauer sind und mit fadenscheinigen
Argumenten ankommen, verwundert nicht allzusehr. Viel schlimmer finde ich
allerdings die Uneinsichtigkeit der Foristen beim Spiegel – die Leute
haben den Datenschutz immer noch nicht kapiert.
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Die Bundesregierung will laut
Heise.de die Datenhehlerei stärker
bekämpfen. Klammheimlich baut sie aber in die Gesetzestexte einen
Freibrief für sich selber ein: Sogar bei Ermittlungen wegen einfacher
Ordnungswidrigkeiten sollen die Beamten sich an der Hehlerei beteiligen
dürfen: § 202d StGB:
(5) Die Absätze 1 bis 4 gelten nicht für Handlungen, die
ausschließlich der Erfüllung gesetzlicher Pflichten durch Amtsträger
oder deren Beauftragte dienen. Die Absätze 1 bis 4 gelten ebenfalls
nicht für Handlungen von Amtsträgern oder deren Beauftragten, um Daten
ausschließlich der Verwertung in einem Besteuerungsverfahren, einem
Strafverfahren oder einem Ordnungswidrigkeitenverfahren
zuzuführen.
Was für eine Schweinerei! Wasser predigen und Wein trinken!
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Die Klette werden wir laut einem Forscher wohl nicht mehr los: Kosten der Wiedervereinigung: »Die Transfers in den Osten werden
nicht sinken«.
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In Ergänzung zu meinen Blogeinträgen zum Offenbarungseid der
Bundesregierung: Constanze Kurz vom Chaos Computer Club schreibt in der
FAZ über das Versagen Merkels in der Abhöraffäre.
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Big Brother’s Homeland: Ein ausführlicher Artikel in der FAZ, wie sich ein einst freigeistiges und
wehrhaftes Land in einen Polizeistaat verwandelt hat, aus dem es offenbar
kein Entrinnen mehr gibt!
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Ein weiterer hochinteressanter Artikel
in der Süddeutschen Zeitung, wie der sogenannte Invesitionsschutz im
Transatlantischen Handelsabkommen die Demokratie in Europa und in USA
(falls es die dort überhaupt noch in Ansätzen gibt) aushebeln wird. Wenn
ich daran denke, daß unsere Staatsratsvorsitzende und von Industrie und
Banken ferngesteuerte Drohne namens Merkel all das unterstützt, wird mir
speiübel!
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Focus hat einen bissigen Artikel über die Pfeifen, die zur
EU-Parlamentswahl antreten und Europa führen wollen: »Schaumschläger bei der Europawahl: Wichtigtuer gegen Lügner - wen
wählen Sie?«
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Die Zeit bringt einen Artikel über die Glaubensgemeinschaft der Pastafari, die an das fliegende
Spaghetti-Monster glauben. Ich kenne die schon länger – schön, daß die es
auch mal in die Mainstream-Medien schaffen. Es geht um eine
Pseudo-Religion, die gegründet wurde, um die Frage zu stellen, was denn
eine »echte« Religion sei, um pseudotolerante Leute vorzuführen, und um
zu prüfen, wie weit der Säkularismus in den Ländern tatsächlich geht. Bei
diesem Artikel sind auch die Kommentare amüsierend, zumindest, soweit ich
sie gelesen habe.
Wie der Spiegel und viele andere Medien berichten, will die Regierung die Herausgabe von Dokumenten an den
NSA-Untersuchungsausschuß verweigern, obwohl sie eine
Mitwirkungspflicht gegenüber dem Ausschuß hat. Es geht u.a. um Dokumente im
Kontext des sogenannten No-Spy-Abkommens. Die Begründung ist sehr
abenteuerlich: Es handele sich um ein »laufendes Verfahren«. Moment!
Hat die Regierung nicht mehrfach erklärt, aus dem Abkommen werde nichts???
Ein weiterer Grund sei, daß es um einen »Kernbereich der exekutiven
Eigenverantwortung« gehe, der »verfassungsrechtlich geschützt«
sei. Rechtsfreier Raum im Kanzleramt? Das kann ja wohl nicht sein. Das hört
sich mehr nach einem Totschlagargument an.
Für mich ist mittlerweile klar: Die Bundesregierung, in Persona Merkel
und Gabriel, hat der Demokratie den Krieg erklärt!
Es kommt noch schlimmer!!! Die Bundesregierung versucht nicht nur,
eine Befragung von Snowden in Deutschland zu verhindern, sondern überhaupt
eine Befragung irgendwo. Mit Hilfe der amerikanischen Freunde versucht sie,
die Mitglieder des Untersuchungsausschusses zu kriminalisieren, und
zwar nicht nicht nur jene, welche die Befragung durchführen würden, sondern
auch schon die, die diese Befragung fordern und planen!
Wie der Spiegel berichtet, taucht die Bundesregierung mit einem
Rechtsgutachten einer wohl bekannten US-Kanzlei auf. Dieses Gutachten
untersucht die Strafbarkeit des Handelns der Mitglieder nach amerikanischen
Recht und geht der Frage, ob die Immunität, die für Abgeordnete in
Deutschland gilt, von USA anerkannt würde, wenn diese Leute in die USA
reisen würden. Wie das bei bestellten Gutachten so ist, kommt nahezu der
gewünschte Worst Case heraus.
Unklar ist in dem Artikel, wer dieses Gutachten letztendlich in Auftrag
gegeben hat. Waren es die Deutschen selber (d.h. die deutsche Botschaft in
Washington) oder war es ein Freundschaftsdienst der Amerikaner? Aber es ist
letztendlich egal, es ist eine absolute Sauerei, mit welchen schmierigen
Tricks Merkel & Co. hier arbeiten, das ist einer Demokratie
nicht würdig.
In diesem Zusammenhang sei auch ein Kommentar vom Spiegel erwähnt, der Merkels Reise in die USA als
politischen Fehler erklärt – sowohl für sich selbst als auch für die
Diskussion um den Datenschutz. Mit ersterem kann ich aber sehr gut
leben.
Passend dazu auch ein Beitrag im Satire-Blog Der Postillon:
»Merkel reist in USA, um sich bei Obama für NSA-Skandal zu
entschuldigen«. (Danke S.K.)
Nachtrag: Reaktion der Opposition.
Nachtrag 2: Bei Netzpolitik.org kann man sich das Gefälligkeitsgutachten
herunterladen. Aus dem Gutachten wird klar, daß die deutsche Botschaft
den Auftrag gegeben hat. In der Netzpolitik.org-Meldung gibt es auch
weitere Informationen und Links. So hat die Bundesregierung ein ähnliches
Gutachten auch in Großbritannien anfertigen lassen, mit umgekehrten
Ergebnis.
Es ist einfach unglaublich. Die Bundesregierung definiert, salopp gesagt,
die Bespitzelung der Deutschen durch die Amerikaner zum Staatswohl,
wie die Süddeutsche Zeitung berichtet.
Und deshalb ist Edward Snowden in Deutschland nicht willkommen, weder als
Zeuge, noch als Asylant. Ich kann gar nicht soviel fressen, wie ich kotzen
möchte. Wieviel müssen wir uns eigentlich noch von diesen A....löchern
gefallen lassen? Wieso gibt es in Deutschland immer noch Leute, die diese
A....löcher wählen? Heribert Prantl von der SZ hat auch einen passenden,
deftigen Kommentar.
Nachtrag: Kritik kommt auch von den Grünen: »Merkel zeigt Feigheit vor dem Freund USA«. Na, mein Freund ist die
amerikanische Regierung schon lange nicht mehr.
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Die Cloud ist out, Teil II:
Heise.de und Golem.de berichten von einem Urteil eines US-amerikanischen
Bundesgerichts (in anderen Quellen wird von einem Bezirksgericht
gesprochen), nach dem amerikanische Unternehmen auch Daten an die
Behörden des Terror-Staats herausgeben müssen, die auf Servern außerhalb
des amerikanischen Territoriums liegen. Damit wird der eh schon klägliche
Versuch amerikanischer Cloud-Betreiber wie Amazon, Google oder Microsoft,
europäische Kunden nach dem NSA-Skandal mit europäischen Rechenzentren zu
ködern, nun vollends zunichte gemacht. Gut so! Ex-Bundesdatenschützer
Schaar bezeichnet übrigens das Urteil als klaren Widerspruch zum
internationalen Recht. Aber hat das die Amis schon jemals gejuckt?
Microsoft, die Beklagte in dem Verfahren, will übrigens in Revision
gehen.
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Was Malte Spitz von den Grünen zusammen mit der Zeitung Die Zeit
schon vor längerer Zeit demonstriert hat, haben jetzt ein Politker in der Schweiz und zwei Politiker in Dänemark
nachgemacht: Die Visualierung der angeblich harmlosen Metadaten, wie
sie bei der Vorratsdatenspeicherung und bei anderen Internet-Diensten
gesammelt werden. Wie jeder selber überprüfen kann, stehen die Politker
sprichwörtlich ziemlich nackt da, und so fühlen sich die Politker auch
selbst. In der Schweiz war diese Aktion übrigens der Auftakt zu einer
Online-Petition gegen die dortige VDS.
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Warum die Datenschützer und Bürgerrechtler so vehement gegen
Vorratsdatenspeicherung und Internet-Zensur von Kinderpornographie
kämpfen, ist unter anderem, daß das jeweilige Argument, sei es
Terrorismus oder Kindesmißbrauch, lediglich der Türöffner ist: Ist das
Überwachungsinstrument erst einmal da, fallen mit der Zeit die Schranken
und es wird für viel harmlosere Dinge genutzt. Den Beweis liefert in
diesen Tagen die Abfrage der Bankkontendaten, wie die Süddeutsche Zeitung berichtet. Dieses Instrument wurde
ursprünglich für den Kampf gegen den Terrorismus, insbesonders gegen die
Finanzierung desselben, geschaffen. Heutzutage dürfen diese Abfragen
jedoch schon Gerichtsvollzieher machen, wenn es um profane Schulden von
nur 500€ (!) geht und auch viele Behörden weit jenseits der
Terrorbekämpfung (Steuerbehörden, Jobcenter, Sozialämter,
Kraftfahrtbundesamt usw.). Entsprechend der breiteren Nutzung schnellt
auch die Anzahl der Abfragen in die Höhe. Vielfach werden auch die Regeln
nicht eingehalten – es werden keine Begründungen zu den Abfragen
angegeben und die Betroffenen werden nicht nachträglich informiert, wie
es gesetzlich vorgeschrieben ist.
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Ein anderes Überwachungsinstrument, das auch im Mäntelchen der guten
Tat – Umweltschutz – daherkommt, ist der/die/das Smart Meter.
Glücklicherweise macht das Projekt zur
Zeit nur kleine Fortschritte. Hätten wir allerdings nicht so einen
Lobby-Sauhaufen in der deutschen und europäischen Politik, wäre das Ding
schon längst tot – wegen der Überwachung und, weil es absolut nichts
bringt – außer vielen Kosten für den Endverbraucher bei der Anschaffung
und Betrieb, die zusammen die vermuteten Sparpotentiale bei weitem
übersteigen. Man kann auch an den Fingern einer Hand abzählen, daß man am
Ende bei den zeitabhängigen Tarifen mächtig draufzahlen wird, wenn man
sich seinen Tagesablauf nicht von den Energieunternehmen vorschreiben
lassen will und auch mal seine Wäsche nicht zwischen 3 und 4 Uhr am
Sonntag morgen waschen lassen will. Es wäre doch eine Illusion zu
glauben, daß das Energieunternehmen oder der Staat auf auch nur einen
einzigen Cent des Bürgers verzichten würde! Auch das FAZ-Blog Deus ex
Machina beschäftigt sich mit diesen Themen rund um das »smarte« Ding.
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Was macht der abgehalfterte Lobbyist und Ex-Bundeskanzler Schröder?
Er feiert mit dem lupenreinen Demokraten Putin seinen 70. Geburtstag
nach!. Wie oberpeinlich ist das denn? Andererseits paßt das
hervorragend in mein Weltbild über die SPD.
Der Anwalt und Blogger Thomas Stadler hat sich die Mühe gemacht, die
immer wieder wiederholten Mythen der Vorratsdatenspeicherungsfreunde zu
zerlegen. Ein paar Zitate:
Tatsächlich gibt es in keinem einzigen EU-Mitgliedsstaat (empirische)
Belege dafür, daß die Vorratsdatenspeicherung zu einer erhöhten
Aufklärungsquote geführt hat, obwohl sie in den meisten EU-Staaten über
viele Jahre hinweg praktiziert worden ist.
[...]
Die Vorratsdatenspeicherung wird öffentlich mit der angeblichen
Notwendigkeit der Bekämpfung von Terrorismus und organisierter
Kriminalität begründet, obwohl man weiß, daß sie im Kern anderen Zwecken
dient.
[...]
In einem Rechtsstaat gibt es keine Strafermittlung um jeden Preis. Darin
besteht nämlich gerade der Unterschied zu Unrechtsstaaten wie der DDR, die
jede Form der Überwachung und Kontrolle des Bürgers für legitim hielten.
Der Rechtsstaat muß auf eine Totalüberwachung verzichten und damit evtl.
einhergehende Defizite bei der Kriminalitätsbekämpfung in Kauf nehmen.
Danke für diesen hervorragenden Beitrag. Ich denke, den sollte man
täglich den de Maizièrs, Bosbachs, Uhls und anderen Ewiggestrigen dieser
Welt um die Ohren hauen.
Nein, diese Überschrift habe ich mir nicht ausgedacht. Sie kommt aus den
Propaganda-Kanonen, mit denen die Stasi- und Gestapo-Freunde aus allen
Rohren schießen, als ginge es um den Endsieg. Es ist hoffentlich jedoch ein
Stalingrad für die Verfechter der Vorratsdatenspeicherung, um im
martialischen Wortschatz zu bleiben.
Es werden alle Register gezogen: Im ersten
Heise.de-Artikel wird der
Stuttgarter CDU-Mann Thomas Strobel (bei Stuttgart-21-Gegnern bestens
bekannt) mit einer Forderung eines »nationalen Alleingangs« zitiert. Aha –
gilt dann das EuGH-Urteil nicht mehr, und auf das BVerfG-Urteil wird dann
wie üblich gesch…? In 268 von 1020 Ermittlungsverfahren bei
Kinderpornographie hätten wegen fehlender VDS die Täter nicht ermittelt
werden können. Ein Heise-Forist fragt zu recht, ob sich die Polizei nicht
besser um die bandenmäßige Clan-Kriminalität oder die No-Go-Areas in Berlin
kümmern sollte! Aus dem gleichen Dunstkreis wie Strobel, spricht
SPD-Kollege Reinhold Gall (Innenminister BaWü) von einer »offenen Flanke
der Verbrechensbekämpfung« – oh Hilfe, Hilfe, ich traue mich schon gar
nicht mehr ins Internet!!!
Weiter geht’s im nächsten Artikel:
Heike Raab (SPD-Staatssekretärin im Innenministerium Rh-Pf.) plaudert von
einem »Verfolgungsvakuum«. Vielleicht sollte man die Frau mal aufklären,
was ein Vakuum ist – die völlige Leere. Wird denn kein einziges Verbrechen
im Internet mehr aufgeklärt? Ich glaube eher, das Vakuum herrscht wo ganz
anders.
Auch im dritten Artikel bringen
die Befürworter keine neuen Argumente, höchstens neue Panikmache, wie
»immer größer werdende weiße Flecken in den Ermittlungsakten«.
Den Vogel schießt die FAZ in einem Kommentar ab: Auch hier wird wieder der Konsum(!) von
Kinderpornographie zum aller-aller-schlimmsten Verbrechen hochstilisiert,
noch schlimmer, gefährlicher und gesellschaftszersetzender als der
Terrorismus, der nicht einmal Erwähnung erfährt. Jedoch konnten in der
damaligen Debatte um den Internet-Sperrfilter gegen Kinderpornographie die
Gegner anhand von Studien darlegen, daß die Kinderpornographie nur ein
Nebenprodukt des eigentlichen Mißbrauchs ist. Nur in einem Prozent
werden Kinder beim Mißbrauch gefilmt und das Material anschließend
verbreitet. 99% der Kinder würden weiterhin mißbraucht, gäbe es eine
vollständige Aufklärung bei der Kinderpornographie! Auch die
Fokussierung auf die Konsumenten hilft den Kindern nicht – nach den Studien
gibt es keinen echten Markt, das meiste wird getauscht. Würde der Konsum
großflächig wegfallen, änderte sich für die Kinder praktisch nichts.
Es sollte damit jedem klar sein, daß das alles nur ein Vehikel ist, um
die Vorratsdatenspeicherung durchzubekommen. In Wirklichkeit geht es nicht
um die Kinder, es geht um die Umkehrung der Unschuldsvermutung (alle
sind schuldig, man hat es ihnen nur noch nicht nachgewiesen) und darum,
den Grundstein für eine ausufernde kontinuierliche Überwachung wie in USA
und China zu legen. Und dieser miese Journalist, der die mißbrauchten
Kinder nochmal für seine unsäglichen Überwachungsphantasien mißbraucht, ist
so dreist zu schreiben, daß die Netzaktivisten und Bürgerrechtler über
Leichen surfen würden! Was für eine erbärmliche Kreatur!
Da kann man nur die Hände über dem Kopf zusammenschlagen
(Facepalm im
Fefe-Jargon): Eine Professorin für »transdisziplinäre Geschlechterstudien«
der Berliner Humboldt-Universität hat einen Leitfaden für gender-korrektes
Deutsch herausgebracht. Wer sich nach dem Lesen des Spiegel-Interviews und der beiden Focus-Artikel noch nicht übergeben hat, der sollte mal das verlinkte PDF
herunterladen und versuchen, es zu lesen – ja, nur lesen, von Verstehen ist
hier nicht die Rede! Schlimm ist, daß wir solch einen Müll aus
Steuermitteln finanzieren. (Danke, S.K.)
Da glaubt mal wieder ein Politiker, ganz schlau zu sein, und will eine
»Sonderabgabe« für die Reparatur unserer ungepflegten, maroden
Infrastruktur. Man braucht nur kurz in einen Artikel darüber hineinlesen, dann ist klar, der besagte
Politiker, der SPD-Ministerpräsident Thorsten Albig, will nichts anderes
als eine PKW-Maut, denn diese Sonderabgabe sollen nur Autofahrer bezahlen
und dies auch jährlich.
Und dann wieder dieses unsägliche »Versprechen«: »Es müsse den Bürgern
allerdings versichert werden, daß jeder Cent für ein solches
Investitionsprogramm nur für die Reparatur der Verkehrswege verwendet
werde.« Solange aber gleichzeitig Kfz-, Öko- und Kraftstoffsteuer
erhoben werden, ist das ein Taschenspielertrick. Denn von diesen Steuern
wird eh schon der Großteil für andere Zwecke abgezweigt, und dieser Anteil
ließe sich natürlich nach einer Maut auch noch erhöhen, sodaß am Ende
genausowenig oder gar noch weniger in die Instandhaltung fließen
könnte!
Meiner Meinung nach sollte man stattdessen dieses elendige Umverteilen
der Steuereinnahmen beenden. Zwar sind Steuern per definitionem nicht
zweckgebunden, aber der zweckfremde Einsatz – speziell in Verbindung mit
der dann aufkommenden Lüge, die spezifischen Steuereinnahmen wären zu
gering, wie in diesem Fall – nervt die Bürger meiner Beobachtung nach
ungemein. Die Steuereinnahmen, die direkt oder indirekt vom Autofahrer
eingenommen werden, müssen primär zum Erhalt und Ausbau des
Straßenverkehrs verwendet werden. Wenn der übrige Rest für andere
sachferne Dinge nicht ausreicht, müssen halt neue Steuern erfunden werden –
dieses Recht haben Bund und Länder.
Spiegel.de hat die Reaktionen ihrer Leser zu dem Vorschlag zusammengefaßt. Das
Resultat ist eindeutig.
Nachtrag: Der Spiegel hat noch zwei Redakteure ausgegraben,
die loben, daß der Staat dem Autofahrer noch weiter in die Tasche
greifen soll: »Autofahrer sind in Deutschland tabu«. »Tabu« –
das sehe ich jedes Mal an der Tankstelle! Ganz toll finde ich dabei ein
Zitat eines »Verkehrsexperten«:
Rechne man Umwelt- oder Unfallschäden ein, lägen die autobedingten
Kosten je nach Schätzung bei 50 bis 200 Milliarden Euro.
Zustätzlich also, neben den Bau- und Instandhaltungskosten. Das sei viel
mehr, als was an Steuern hereinkäme. Nur: Selbst wenn die Zahlen
stimmen würden – ich wüßte nicht, wo Bund und Länder für Umwelt- und
Unfallschäden, die durch den Straßenverkehr verursacht werden, aufkommen.
Speziell bei Unfallschäden sind es die Versicherungen, und die werden zu
100% von den Bürgern direkt bezahlt, ohne einen Cent aus Steuermitteln. Im
Gegenteil: Der Staat nimmt da auch noch zusätzlich Versicherungs- und
Umsatzsteuer ein! Also ziemlich dummes Argument. Auch, daß für die meisten
Straßen die Kommunen und nicht der Bund zuständig wären und nichts von den
Steuermilliarden abbekämen – das ist kein Einnahmenproblem, sondern ein
Steuerverteilungsproblem.
Nun, anderswo gibt es auch Experten, die sehen das ganz anders: »Politik nimmt Autofahrer nicht
ernst«.