Vorratsdatenspeicherung
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LKA-»Experten« wollen weiterhin die Vorratsdatenspeicherung. Das
hat schon was von kleinen Kindern, die sich im Sandkasten um die Förmchen
streiten. Vor allem die gleichen und immer noch falschen Uralt-Argumente
wie der Enkeltrick oder daß man irgendeinen Fall nicht aufklären konnte.
Nochmal für Euch Ignoranten: DER ZWECK HEILIGT NICHT DIE MITTEL.
PUNKT. Vorratsdatenspeicherung widerspricht dem Verständnis der
Zivilation von Menschenrechten. Warum fordert Ihr nicht das Einführen von
Waterboarding, Scheinerschießungen, Streckbank, Eisernen Jungfrau oder
sonstigen perversen Foltermethoden aus der Vergangenheit? Egal, welchen
Orwellschen Überwachungsstaat man noch aufbaut, es wird immer Verbrechen
geben, die sich nicht aufklären lassen, auch Morde.
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Nicht besser als die obigen »Experten« sind die Dumpfbacken der CDU/CSU
im Europäischen Parlament, wie Heise
zu berichten weiß. Hatte ich schon erwähnt, daß man die am 25. Mai
besser nicht wählen sollte?
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Noch ein paar Leute mehr, die
eine Einsichtsfähigkeit haben wie Fliegen, die immer wieder vor die
Scheibe knallen. Die üblichen Täter: der zu spät geborene Uhl, Bosbach,
Polizeigewerkschaftler.
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Golem.de hat zum Thema Vorratsdatenspeicherung und die Auswirkungen des
EuGH-Urteils einen meines Erachtens lesenswerten Artikel geschrieben.
Sonstiges
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Soviel zur Zensurfreiheit des Westens: Twitter sperrt zwei Accounts, über die die Telefonmitschnitte von
Erdoğan veröffentlicht wurden. Sperrung wegen Verletzung von
Persönlichkeitsrechten heißt Zensur also jetzt euphemisch, soso.
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TTIP: Netzpolitik.org berichtet: Die Amerikaner wollen den Datenschutz
verwässern, insbesonders wollen sie EU-Bürgern keinen Rechtsschutz bei
Datenschutzverletzungen in den USA gwähren.
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Maas’ Anti-Nacktbilder-Pläne in der Kritik: Zu weitgehend, zu
unspezifisch für die Richter – wann jemand bloßgestellt ist, sei ein
Werturteil.
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Industrie hat Vorrang vor den Bürgern: Französisches Dorf kämpft um seinen Namen, den ihm ein
Unternehmen »geklaut« hat.
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Ein Telepolis-Artikel zur Parteiensituation in Österreich bei der Wahl
zum Europäischen Parlament: Auch dort gibt es eine Anti-EU-Bewegung,
auch, weil die Österreicher dank EU zunehmend ihre zugesicherte
Neutralität verlieren.
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Der Chef des Axel-Springer-Verlags, Mathias Döpfner, weint sich
in der FAZ öffentlich über Google aus. Der beschwert sich also,
daß es ein Unternehmen gibt, das noch böser als sein eigenes ist…
Wenn es noch irgendein Beweis bräuchte, daß das teilweise gezeigte
Verständnis der CDU, CSU, SPD und FDP an der Kritik am TTIP-Abkommen
Heuchelei erster Kajüte ist, dann braucht man sich nur den Heise.de-Artikel
über die jüngste Abstimmung im
EU-Parlament durchlesen. Warum habe ich so ein harsches Wort in die
Überschrift gebraucht? Erstens ist das hier der Grantler-Blog, zweitens muß
man sich nur vergegenwärtigen, was das ist, dieser Investoren-Schutz. Es
geht darum, daß eine Firma klagen darf, wenn ein demokratisch
verabschiedetes Gesetz die Pläne und/oder die Geschäftsmodelle dieser Firma
durchkreuzt. Und das findet nicht vor einem ordentlichen Gericht (die
»judikative« Säule) statt, sondern von einem Schiedsgericht, das mit dem
vorherigen nicht mehr als den Namen gemein hat. Soetwas widerspricht
fundamental den Interessen der Bevölkerung und ist eine Beschädigung
und Einschränkung der Demokratie – es wird entweder die
Entscheidungsfreiheit der Bürger (via ihren sogenannten Vertretern in den
Paralamenten) eingeschränkt oder in den Geldbeutel der Bürger gegriffen.
Ohne massiven Lobbyismus würde so eine Regelung nicht zustandekommen.
Also: keine Stimme für CDU/CSU, SPD und FDP bei der nächsten
Europa-Parlament-Wahl am 25. Mai!
Ja, Snowden gibt Putin im russischen
Fernsehen eine Steilvorlage. Das war nicht schön. Aber man kann an den
Fingern einer Hand abzählen, daß das irgendwie nicht freiwillig war –
ich kann Snowden keinen Vorwurf machen.
Wem ich jedoch massive Vorwürfe mache, sind die Idioten, die sich an dem
beginnenden Shit Storm beteiligen. Wieviele von diesen feigen Leuten sind
für ihn auf die Straße gegangen, wieviele von den Journalisten und
Politikern, die nicht einen Bruchteil der Courage von Snwoden besitzen,
haben im Rahmen ihrer Möglichkeiten für ihn gekämpft? Dafür, daß er in den
USA den verdienten Status als Wistleblower und Nationalheld bekommt, oder
dafür, daß er in Europa als politisch Verfolgter Aysl bekommt? Dann müßte
Snowden nicht in Rußland versauern und bei solchen Geschichten
mitmachen!
Vereinigte Staaten von Absurdistan
Snowden-Affäre
Bundesrepublik Absurdistan
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Keine Ermittlungen gegen die
Beteiligten an dem Skandal um Gustl Mollath (via
Fefe). Nein, das ist ja
völlig abwegig, daß da Willkür oder Vorsatz im Spiel war.
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Aktionismus des Justizministers wegen der Posing-Bilder (Edathy-Affäre)
in der Kritik (Süddeutsche Zeitung,
Zeit).
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Ein deutsch-türkischer Schriftsteller kritisiert in einem neuen Buch
massiv die Türken, die Moslems und Claudia Roth (und ihre Brüder und
Schwestern im Geiste). Wird mit Sarrazin verglichen. Zumindest in
dem, was er in dem Interview sagt, hat er meiner Meinung nach recht.
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Die beispiellos dumme Art und Weise, wie hier in Deutschlands
Grundschulen zur Zeit das Schreiben gelehrt (oder besser: eben nicht
gelehrt) wird, macht jetzt schon seine Runde in USA.
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Hohe Feinstaubbelastung trotz Umweltzonen. Wer hätte das gedacht?
Wenn man mal auf die Kritiker der Umweltzonen gehört hätte, wäre das
keine Überraschung.
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Manchmal erkennen sogar die Politiker, daß unser Bundestag nur noch
ein Abklatsch der Demokratie ist und zu einem (schlechten) Theater
degeneriert ist. Abschaffen der Fragestunde ist jedoch die falsche
Konsequenz, aber was will man von den Zwangsdemokraten auch erwarten?
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Drei Blinde unterhalten sich, wer besser sehen kann: Die Zeit hat ein
Streitgespräch zwischen Olaf Scholz, Anton Hofreiter und Christian
Lindner organisiert um die Frage, welche der
Parteien das Liberale vertrete. Scholz bekommt natürlich (zu
recht) sein Fett weg und windet sich ziemlich dumm. Die beiden anderen
Parteien sind meiner Meinung nach aber auch nicht besser. In Zeiten der
Regierungsverantwortung waren Freiheitsrechte bei beiden
Verhandlungsmasse und kamen letztendlich unter die Räder.
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Kein neues Gesetz zur
Vorratsdatenspeicherung. Nein, nur vorerst nicht. Wegen ungünstiger
Termine. Wo kämen wir denn hin, wenn man einsehen würde, daß das alles
Quatsch ist! Die üblichen Verdächtigen dürfen zum 1000. mal ihre
Verblendung zur Schau stellen.
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Heise.de bringt einen Artikel,
in dem der Mythos »Fachkräftemangel in Deutschland« entzaubert wird,
zumindest, wenn man den Links folgt.
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Schufa-Klägern will sich durch die Instanzen klagen. Recht hat
sie!
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Mehdorn fährt BER langsam endgültig vor die Wand. Na ja, wieso
sollte er das jetzt auch anders machen als bei der DB AG und Air
Berlin?
Europa/EU
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Die EU-Kommission will mit neuer Regelungswut den EU-kritischen
Parteien wohl ein bißchen unter die Arme greifen bei der bevorstehenden
Wahl: EU-Kommission stellt stromfressende Kaffeemaschinen kalt.
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Bundesrat muß laut Gutachten TTIP zustimmen. Das ist gut. Nicht,
weil ich glaube, daß der Bundesrat nicht zustimmen wird, aber es geht ja
schon die ganze Zeit die Frage herum, ob die EU-Mitgliedsländer überhaupt
mit abstimmen dürfen oder ob der EU-Apparat (mit ihren Lobbyisten) das
Abkommen alleine abschließen darf. Und diese Aussage spricht halt
dagegen. Das gäbe die Chance, daß es vielleicht doch ein Land gibt, das
das ablehnt, oder wegen dessen das TTIP entschärft werden muß – sollte es
den Aktivisten nicht gelingen, den Mist ganz zu stoppen.
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Hatte Schweden nicht mal das Image des Staates, in dem die Freiheit
wohnt? Das ist wohl längst nicht mehr der Fall. Seit der Geschichte mit
Assange bin ich nachdenklich geworden. In dem Interview in der FAZ geht es um das Verbot der Prostitution, das
in Schweden schon länger existiert und das hierzulande auch immer wieder
diskutiert wird. Ich habe dazu nicht wirklich eine Meinung und ich bringe
das auch aus einem ganz anderen Grund: Der interviewte Polizist erzählt
folgendes:
Wir können zum Beispiel bestimmte Wohnungen überwachen und so sehen, wie
viele Freier dort ein und aus gehen. Es ist in Schweden recht einfach,
Menschen zu identifizieren. Durch Nummernschilder etwa oder durch
Fotos.
[...]
Als Polizeioffizier in Schweden hat man das Recht, eine Überwachung ohne
richterliche Genehmigung zu starten. Wann wir Personen verfolgen,
Hausdurchsuchungen machen oder jemanden festnehmen, entscheiden wir
selbst. Wir sind da ziemlich frei. Nur wenn wir eine Telefonüberwachung in
einem größeren Ausmaß starten wollen, brauchen wir eine Erlaubnis vom
Richter.
Das sind Verhältnisse, die ich als Polizeistaat bezeichne. In Sachen
Vorratsdatenspeicherung und sonstigem Ausspionieren sind die Schweden ja
auch ganz weit vorne. Ebenfalls ist das ganze Thema Pirate Bay nicht
vergessen.
Noch eine Bemerkung zur Demo letzten Samstag in Köln: Zwar sind ein paar
hundert Leute gekommen, aber von einer »Großdemonstration« kann man leider
nicht reden. Ich finde das ziemlich schade. Der Kölner Raum, zusammen mit
dem Ruhrgebiet, umfaßt etliche Millionen Bürger, und dann kommt nur so eine
kleine Schar. Gerade in Köln, wo wegen so eines Schrotts wie Karneval oder
CSD Zehntausende auf die Straße gehen, ist das bedauerlich. In Berlin bei
der letzten »Freiheit-statt-Angst«-Demo ist wenigstens eine vierstellige
Zahl an Leuten zusammengekommen. Gut, man kann natürlich argumentieren, daß
die Veranstaltung nicht genügend beworben wurde, daß das Wetter zu gut oder
zu schlecht war oder daß das Problembewußtsein bei den Leuten einfach nicht
da ist, weder nach der NSA-Affäre,
noch nach dem jüngsten Heartbleed-Bug. Aber irgendwie werde ich den Verdacht nicht los,
daß die Ruhrgebietler noch weniger politisch und an ihren Bürgerrechten
interessiert sind als anderswo in der Republik.
Der deutsche Big Brother Award 2014 ist vergeben. In dem Bereich
Politik hat Merkel ihn für die zweifelhafte Rolle des Bundeskanzleramts in
der Überwachungsaffähre und Merkels mangelnden Aufklärungswillen
bekommen.
Im Bereich Technik hat ihn übrigens die Automobilindustrie bekommen für
die zunehmende Datensammlung und Überwachung im Auto (inklusive eCall),
unter der Überschrift »Spione im Auto«. Ich habe ja schon mehrfach darüber berichtet.
Ausführliche Artikel zum Award bei
Heise.de und Zeit. Weitere Pressemeldungen bei Golem.de und Stern.
Nicht vergessen, morgen, am 12.4.2014, ist in Köln am Heumarkt von 14:00
bis rund 17:00 Uhr eine
Großdemonstration gegen Überwachung.
Als zusätzliche Motivation sei erwähnt, daß natürlich die SPD anfängt,
den Bürgern in Sachen Vorratsdatenspeicherung in den Rücken zu fallen, wie
Heise.de berichtet. Irgendwo habe
ich die Hoffnung, daß der Heise.de-Forist mit den Details aus dem EuGH-Urteil recht hat, die Pappköpfe der
SPD und CDU das noch nicht verstanden haben und es ihnen einer, auf
den sie hören, nochmal erklärt (vielleicht ist das ja mit »Sorgfalt«
gemeint).
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Eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus: Der Lohn von 1,60€ pro Stunde, den ein Anwalt seinen Angestellten
bezahlt, sei nicht sittenwidrig, urteilt ein Wald- und Wiesengericht.
Ich finde, die sollten noch etwas zahlen müssen, um dort zu arbeiten.
Schließlich können die ja damit protzen… – Ich hoffe, das geht durch die
Instanzen, so eine Sauerei!
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Ist das FAZismus? Zwei Kommentatoren der FAZ nörgeln in
unglaublich bräsiger Art und Weise an dem EuGH-Urteil zur Vorratsdatenspeicherung und der Reaktion von Justizminister Maas herum. FAZ, wie tief bist Du
gesunken, Dich zum Handlanger der Feinde von Demokratie und Freiheit zu
machen? Schäm Dich!
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Noch bevor ich Zeit hatte, darüber zu bloggen, ist die ganze Schose
schon vorbei. Ich bringe es aber trotzdem, wegen der Charakterstudie: Der
immer unerträglicher werdende Innenminister de Maizière wollte wieder
Passagierflugzeuge vom Himmel holen und dazu das Grundgesetz ändern
(FAZ, Spiegel)… Wartet mal… War da nicht etwas…? – Ach ja, das
Bundesverfassungsgericht hatte das für verfassungswidrig erklärt! Und das u.a. mit Artikel 1 und 2
begründet, die durch die
Ewigkeitsklausel geschützt sind. Das heißt, auch durch legale
Grundgesetzänderungen ließe sich das nicht hinbiegen! Zum Glück haben
Mutti und Papi den kleinen Tommilein erstmal auf die Stille Treppe
gesetzt – sicher nicht, weil das so lupenreine Demokraten sind,
sondern weil ihnen einfach das Thema momentan zu heiß ist. Da braucht man
schon noch einen passenden Terroranschlag dazu, um das wieder auf die
Agenda zu setzen.
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Die Europaparlamentarierin Nadja Hirsch (FDP) behauptet: eCall soll von außen aktiviert werden können, um so die Autos orten
zu können. Das wäre ein klarer Widerspruch zu den ständigen
Beteuerungen. Ob das stimmt? Es würde mich zumindest in keinster Weise
überraschen bei dieser Lügenbande. Denn ohne »hidden agenda« wäre
das alles ein viel zu teures Spielzeug.
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Unabhängig von der oberen Meldung hat Golem.de einen interessanten
Artikel über die zunehmende Bevormundung des Autofahrers durch die
Vernetzung und Überwachung des Autos veröffentlicht.
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Habe ich das nicht vorhergesagt? Ein paar Wochen sind wieder herum, und man lanciert
die nächste PR-Aktion, um uns mit
Zwangsfiltern im Namen des Jugendschutzes zu beglücken (siehe auch
Golem.de). Denkt doch an die armen Kinder! Jagt diese
selbsternannten Zensoren zum Teufel!
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Schock für die Bertelsmann-Stiftung: Die Deutschen mögen das Transatlantische Handelsabkommen (TTIP)
nicht, insbesonders nicht die tollen amerikanischen, lobbygetriebenen
»Standards«. Bei dieser Neocon-Organisation werden bestimmt die
Zahlen geschönt, die Realität sieht vermutlich noch schlimmer aus.
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Schavan gibt den Kampf um ihren Doktortitel auf, dafür bekommt
sie einen weiteren H.C. von der Uni Lübeck als Gegenleistung für ihre
Rettung durch Schavan. Nein, Korruption gibt es in Deutschland nicht.
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Wer mehr Unschönes über das deutsche Wikipedia lesen will, der findet
hier in Englisch etwas (via Slashdot). Ich gebe zu, ich hab's nur angelesen, ich finde es nur
noch peinlich, was da abgeht.
Wie in diversen Medien zu lesen war (exemplarisch Spiegel), hat der Europäische Gerichtshof die
Vorratsdatenspeicherung als weitestgehend unvereinbar mit den Grundrechten
in Europa erklärt. Das ist zwar schön, aber ein paar kleine Hintertürchen
bleiben offen. So wird weiterhin erklärt, daß die Vorratsdatenspeicherung
ein probates Mittel zur Verbrechensbekämpfung sei, was aber bislang nicht
bewiesen wurde, beziehungsweise dem die bisher durchgeführten Studien genau
widersprechen. Auch wird nicht ausgeschlossen, daß eine
Vorratsdatenspeicherung unter Einschränkungen prinzipiell möglich wäre.
Die Vorratsdatenspeicherung gilt nach dem BVerfG-Urteil von 2010 und eben
diesem EuGH-Urteil nun zwar als praktisch tot. Das hindert nun aber die
Demokratie- und Freiheitsfeinde in der deutschen Politik und Gesellschaft
leider nicht, weiterhin die Vorratsdatenspeicherung zu fordern, allen voran
de Maizière, wie Heise.de berichtet.
Auch andere Betonköpfe machen von sich ähnlich reden, wie CDU-Hardliner
Wolfgang Bosbach oder Marco Wanderwitz, zu dessen
unsäglichem Tweet häufig verlinkt wurde. Aus der Polizei-Ecke war
auch nichts besseres zu erwarten: Das
BKA fordert natürlich auch weiterhin die
VDS, die Terrorstaat-Lobbyisten der Polizeigewerkschaft GdP haben sogar
die Cuzpe, das Urteil als »Grünes Licht« für die Einführung der
Vorratsdatenspeicherung umzudeuten!
Und was macht die SPD? Justizminister Maas hat
mit seiner Äußerung bislang
lediglich den Druck aus Diskussion genommen, ein klares »Nein« zur
Vorratsdatenspeicherung war dies nicht. Von dem Rest dieses
Mehrheitenbeschaffervereins der CDU hört man bislang nichts. Und genau da
liegt die Crux: Zwar gibt es in der SPD bekanntlich viele VDS-Gegner,
vermutlich sogar in der Überzahl, aber nachdem die SPD eine jahrzehnte-,
fast schon jahrhundertelange Tradition darin hat, dem Bürger und Wähler in
den Rücken zu fallen und umzukippen, wenn man Courage bräuchte, müssen wir
wohl damit rechnen, daß die SPD wieder einmal vor der CDU kuschen wird.
Bei Netzpolitik.org findet sich noch eine gute Zusammenfassung aus
Sicht der VDS-Gegner.
Nachtrag: Heise.de hat
einen Artikel über die Geschichte der Vorratsdatenspeicherung. Bei Digitalcourage beleuchtet einer der Kläger im BVerfG-Verfahren von
2010 das EuGH-Urteil.
Überwachung
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Erst kamen neue Snowden-Dokumente zum Vorschein, daß die Amerikaner die
komplette Kommunikation einiger Länder abschnorcheln, es war aber unklar,
welche das waren. Als dieser Tage dann herauskam, daß der Irak eines dieser Länder ist, war die Überraschung bei den
meisten sicherlich nicht groß – sie hatten ja genügend Zeit und Einfluß,
vor Ort die Technik zum Abgreifen zu installieren, und auch Interesse
(Soldaten und anderes Personal im Land).
Die jüngste Meldung ist da deutlich brisanter:
Auch Österreich gehört dazu! Mal
schauen, ob hier für die Bürger Österreichs eine rote Linie überschritten
wurde und eine Protestwelle entsteht, die in irgendeiner Form mal etwas
bewegt.
Nebenbei bemerkt: Ich halte es nun für sehr wahrscheinlich, daß auch
Deutschland dazu gehört, und daß genau wie in Österreich der
Regierungsapparat vollständige Kenntnis darüber hat. Mit so unglaubwürdigen Dementis wie bei dem von Ramstein aus gesteuerten
Drohneneinsatz, die an die drei Affen erinneren, kommen die dann
hoffentlich nicht mehr davon.
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In einem Atemzug die US-Überwachung kritisieren und die
Vorratsdatenspeicherung zu fordern, für so eine Bigotterie muß man schon
geboren sein. Innenminister de
Maizière ist zum Beispiel so einer.
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Lustig ist dagegen die Kritik der
Amerikaner am geplanten, sogenannten Schengen-Netz, das ihre
Schnorchelei wohl geringfügig schwieriger machen würde (und natürlich
noch für die Bürger in Europa neue Probleme aufwirft). Und wenn TTIP so
wie geplant durchkommt, könnten sie ja dann auch mit der Argumentation
(»Ausschluß oder […] Diskriminierung von ausländischen Firmen und
Lieferanten«) gegen die EU klagen! Toll, was?
Sonstiges
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EU will leise Autos verbieten: elektrisch fahrende Autos (inklusive
Hybrid) sollen für Fahrradfahrer und Fußgänger Lärm machen (via Engadget). Tüüütüüütüüütüüüt Beepbeepbeep, Pseudo-Motor-Geräusch?
Ein Grund weniger, sich soetwas zu kaufen.
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Da wiehert der Amtsschimmel: Keine
negativen Formulierungen in Zeugnissen. Ich als Arbeitnehmer finde
das ja prinzipiell gut, aber im konkreten Fall wurde meiner bescheidenen
Meinung nach der Bogen deutlich überspannt.
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Weil es die Political Correctness verbietet, daß es ein Deutscher sagt,
bedarf es einer Polizistin mit Migrationshintergrund: Straffällige Migranten, insbesonders Moslems, haben keinen Respekt
vor der Polizei (und vor dem Rest des deutschen Staats vermutlich
auch nicht…).
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Computerspiele sind plötzlich keine Software mehr, sondern
Spielfilme, und deshalb darf man sie auch nicht weiterverkaufen.
Selten einen so an den Haaren herbeigezogenen Blödsinn gelesen.
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Krisen haben ja oft Nebenwirkungen, vom Schauplatz weit entfernt:
Ukraine-Krise beflügelt Freihandels-Gespräche. Da kann Merkel
bald wieder ihr »Alternativlos« anbringen…