9. Januar 2014
Januar 201409

Umgang mit Andersdenkenden

Ich will inhaltlich zu der sogenannten »Petition gegen Homosexualität im Unterricht« gar nicht Position beziehen, mich interessiert das Thema auch nicht wirklich. Aber weil seit Tagen in den Überschriften und Teasern der Online-Medien der Petent niedergemacht und gleichzeitig das Outing des einen Fußballers so hochgelobt wird, wollte ich mir doch mal meine eigene Meinung bilden – wie gesagt, nicht zum Thema selbst, sondern ob die Petition wirklich so homophob ist, wie sie dargestellt wird: Name des Petenten in Google eingegeben, schnell ist die Petition gefunden.

Die Petition ist lang, rund 1000 Wörter, der Petent beschreibt sehr genau, worum es ihm geht und worum nicht – es wirkt nicht oberflächlich. Keine der angesprochenen Personengruppen wird angegriffen und beleidigt, deren Lebensweise wird nicht mißbilligt. Man kann dem Petenten nicht einmal richtig nachsagen, daß er eine konservative Wertevorstellung (im Sinne von CDU/CSU z.B.) habe.

Es ist somit eine Meinung, nicht mehr und nicht weniger.Das Grundgesetz gibt jedem das Recht, seine Meinung öffentlich zu machen, und dieses Recht hat der Petent auch. Man muß nicht dieser Meinung sein, aber man muß sie respektieren.

Was die Medien, aber auch die hinter dem Lehrplan stehenden Politiker und Parteien hier exerzieren, ist daher unredlich. Sie nehmen sich heraus, die einzig gültige Weltanschauung zu definieren, und jeden, der dieser Political Correctness nicht entspricht, auf’s Schlimmste zu diffamieren. Es ist schon pervers, denn sie tun letztendlich genau das, was sie dem Petenten vorwerfen, nur mit umgekehrtem Vorzeichen.

Aber das ist ja alles nichts neues. Es passiert laufend. Erstmalig habe ich das bewußt bei der Rechtschreibreform erlebt. Aktuell kann man das – neben dem obigen Themengebiet – auch bei bei den Themen »Klimawandel«, »Religion« im allgemeinen und »Islam« im speziellen, »Nahost«, »amerikanische Freundschaft« und »Europäische Union« beobachten. Bei letzterem wird jeder, der die Entdemokratisierung, Entrechtung, Zentralisierung und Bürokratisierung in der EU aufzeigt, der gegen die Mißgeburt Euro und die billionenschweren Rettungsversuche ist, als Europafeind (als wären die EU und Europa ein und dasselbe), Nationalist oder gar Rechtsradikaler diskreditiert. Das stinkt mir gewaltig.

9. Januar 2014

Dies & Das

Mal etwas zur Entspannung:

8. Januar 2014
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CSU will der SPD den Ruf als Verräterpartei abringen

Da bleibt mir die Luft weg:

Die Großmäuler im eigenen Land gerieren sich als internationale Ar…kriecher und Verräter erster Kajüte: Die CSU lädt den US-Botschafter Emerson zu ihrer Partei-Klausur nach Wildbad Kreuth ein! Und läßt sich von ihm auch noch bedrohen, falls Snowden im zukünftigen Untersuchungsausschuß angehört werden würde!

Ich glaube, es ist wichtig zu verstehen, daß sich der amerikanische Kongreß das sehr genau anschaut.

Und was macht der US-Kongreß bitte dann? Kann das Herr Emerson bitte etwas weiter ausführen? Boykott ausrufen? Atombomben auf Deutschland werfen lassen, oder was?

Aber selbst solche, durch die diplomatische Verpackung sehr vagen, dennoch unbestreitbaren Drohungen reichen schon aus, damit CSU kuscht. Die »transatlantische Partnerschaft«, was immer das jenseits der Worthülsen auch sein mag, ist also der CSU wichtiger als die Bürgerrechte, als das Grundgesetz.

Lustig, in Anführungszeichen, ist auch das, was Emerson sonst noch zu den Abhöraktionen sagt, z.B.

Ja, wir haben Kommunikationsgeräte auf dem Dach unserer Botschaft … Wir sind eine Kommunikationsorganisation. Botschaft bedeutet Botschaft.

Ich hätte den Kerl achtkantig herausgeschmissen, muß ich sagen. Verarschen kann ich mich nämlich selber.

8. Januar 2014

Dies & Das

7. Januar 2014
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Dies & Das

6. Januar 2014
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Wichtig: Kurzvideo zum Transatlantischen Handelsabkommen (TTIP)

Es gibt ein neues animiertes Aufklärungsvideo zum geplanten Transatlantischen Handelsabkommen zwischen USA und EU (TTIP). Bitte unbedingt anschauen und weiterverbreiten. Und wer bei Campact noch nicht mit unterzeichnet hat, kann es hier tun. Mehr als 290.000 besorgte Menschen haben es schon gemacht! Dort gibt es auch detailliertere Information dazu.

6. Januar 2014

Dies & Das

5. Januar 2014
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Vorratsdatenspeicherung auf Eis

Die gute Nachricht:

Die Vorratsdatenspeicherung ist weiterhin auf Eis (und hier auf netzpolitik.org).

Die schlechte Nachricht:

Auch wenn Maas’ Äußerungen etwas nach einem Sinneswandel klingen, glaube ich das nicht. Entgegen ihres propagierten Antlitzes ist die SPD traditionell bürgerrechtsfeindlich und fällt dem Bürger nicht selten in den Rücken (Stichwort »Verräterpartei«). Es ist wohl eher einem Rest an Verstand geschuldet, daß man jetzt eine Neuregelung nicht über’s Knie brechen muß, wenn Änderungen sicher sind.

Aber selbst das geht den verstandlosen Wadenbeißern der CDU und CSU (z.B. Uhl, Bosbach, Krings) natürlich schon mal gar nicht in den Kopf, denn sie wollen Fakten schaffen für ihre ebenso dumbe Klientel, und sie bellen schon wieder herum.

Da die Wahrscheinlichkeit, daß der EuGH die VDS in Gänze ablehnt, ähnlich groß ist wie die, daß die NSA mit ihrer globalen Schnüffelei aufhört, wird es daher eh nur ein kleiner Aufschub sein.

Update: mehr Reaktionen auf heise.de.

5. Januar 2014

Pofalla und kein Ende

Die Medien überschlagen sich. Pofalla soll 2010 maßgeblich an der Besetzung des Aufsichtsratsvorsitzenden der DB AG beteiligt gewesen sein. Erwartet er jetzt ein Dankeschön von diesem? Zudem macht er den Wulff: Was er für andere fordert, gilt natürlich nicht für ihn selbst. 2005 hat Pofalla Schröder scharf wegen seines Wechsels zu Gazprom kritisiert.

Und Mandatsaufgabe, wozu? Da gibt es doch keine Interessenkonflikte, oder? Einem Fernsehbericht zufolge sollen die Wähler und die CDU-Lokalpolitiker in seinem Wahlkreis Kleve stinksauer sein. Gönne ich denen aber irgendwie. Wer es nach der Bosbach-Beleidigung und seinem NSA-Erklärungsdebakel nicht kapiert hat, wie charakter- und kompetenzlos der Mensch ist, und weiterhin Wegbereiter für ihn spielt, hat es nicht besser verdient.

Wenigstens gibt es kleine Hoffnung: Die Stimmung im Aufsichtsrat, der ja ihn bestellen muß, ist wohl auch nicht so gut. Andererseits wird, so schätze ich mal, Merkel den Aufsichtsratsmitgliedern mit Konsequenzen drohen, damit sie es sich noch in ihrem Sinne überlegen. Wobei Pofalla mittlerweile politisch so verbrannt ist, daß es eigentlich relativ egal ist, wie das alles endet.

4. Januar 2014
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Dies & Das

1 ich weiß, vielen Griechen geht es momentan saudreckig. Aber es ist nicht nur das Handeln der oberen Zehntausend, das zu dem Status Quo geführt hat. Korruption, Steuerhinterziehung und Erschleichung von unrechtmäßigen Staatsleistungen waren und sind offenbar ein Volkssport quer durch alle Schichten.