Weil ich es wirklich wichtig finde, spendiere ich heute einen regulären
Artikel statt wie sonst nur einen Videolink:
Professor Rieck
befaßt sich heute mit dem geplanten digitalen Euro der Europäischen
Zentralbank, der Ende des Jahres erstmal als Pilotprojekt eingeführt
werden soll.
Ihn stören zwei Dinge ganz massiv: Zum einen, daß er – anders als Bargeld
– keine Anonymität mit sich bringen wird. Der Staat kann und wird sich
anschauen, wer wem etwas bezahlt. Die zweite negative Eigenschaft ist die
Programmierbarkeit. Digitales Geld kann ausgezeichnet werden, sodaß es
zeitlich, räumlich oder in der Nutzbarkeit beschränkt ist. Bei dem ersten –
die Nachverfolgbarkeit – ist es wohl sehr sicher, daß das kommen wird
(tatsächlich ist es technologisch sehr schwierig, anonymes digitales Geld
zu entwickeln). Bei dem zweiten, der Programmierbarkeit, meint er, daß das
noch nicht final wäre. Es könne auch sein, daß man das einbauen wird, aber
vorerst nicht nutzen wird. Allerdings ist er genauso wenig blauäugig wie
wir und ist auch der Meinung, daß wenn es einmal eingebaut ist, es früher
oder später auch genutzt werden wird. Er fordert alle dazu auf, dagegen
anzukämpfen.
Wer aussieht wie ein Kaninchen, riecht wie ein Kaninchen, ist ein
Kaninchen. Ähnliches gilt auch für Sozialisten. So eine ist die neue
Familienministerin Karin Prien. Um ihre Demokratie (= Sozialismus) zu retten, will sie Lügen unter
Strafe stellen. Sie sollte aber eigentlich mitbekommen haben, daß das
Bundesverfassungsgericht klar auch die Lüge unter die Meinungsfreiheit
gestellt hat. Daher sind solche Leute, die vorsätzlich gegen das
Grundgesetz arbeiten, die wahren Feinde der freiheitlich-demokratischen
Grundordnung.
Daß ich nicht lache! Heise hat einen Artikel zu einer Präsentation der BSI-Präsidentin
zum Thema des von der Bundesregierung geplanten E-Wallets unter der
Zielsetzung der EU einer »digitalen Identität« (EUDI).
Dort fiel der Spruch, der den Titel dieses Artikels bildet. Ich denke
gerade an das Desaster um die elektronische Patientenakte. Davon abgesehen,
daß sie zur Zeit mehr schlecht als recht funktioniert, ist sie nun wirklich
nicht ein Aushängeschild für den Datenschutz. Apotheken können auf alle
Daten zugreifen, sie werden zwangsweise an die Industrie »zur Forschung«
weitergegeben, der Staat darf die Daten beschlagnahmen.
Zudem muß man sich eins klarmachen: Weder die EU noch die Bundesregierung
sind wirklich am Datenschutz interessiert. Ob bei der Patientenakte oder
beim digitalen Euro. Das ist die explizit ausgegebene Devise – der
»Datenreichtum«, den man ausschöpfen will. Der neue Digitalminister
schwadroniert darüber im Bundestag. Zudem muß der Bürger für den Staat
vollständig transparent sein. Ob Vorratsdatenspeicherung,
Eigentumsregister, Kontozugriff und Transaktionsüberwachung oder
Reiseüberwachung.
Wieso sollte es beim E-Wallet auch nur einen Deut anders sein? Ich
betrachte die Sprüche als heiße Luft. Dazu das Gerede von dem Einsatz von
Hardware Security Modules (HSMs). Was für Schlüssel sollen denn darauf
gespeichert werden? Definitiv nicht die der Bürger. HSMs mit einer
Kapazität von 80 Millionen Schlüsseln gibt es meines Wissens nicht. Das ist
nicht nur obige heiße Luft, sondern Sand in die Augen.
Nachtrag: Dieser Artikel von Apollo News paßt wie die Faust auf's Auge: Statt
den Datenschutz zu stärken, schränkt das Gesundheitsministerium die
Möglichkeit bei der elektronischen Patientenakte für den Patienten ein, den
Zugriff auf einzelne Einträge zu unterbinden.
Nachtrag 2: Ein etwas vertiefenderer Artikel bei Heise. Die HSM-Geschichte zur
Speicherung der eigenen Schlüsseldaten wird wiederholt. Lustig die
Argumentation, das sei sicherer als die im Mobiltelefon eingebauten
kryptographischen Komponenten. Das erzeugt bei mir Stirnrunzeln.
Schon gewußt? In Deutschland sind teilweise schon Kopftücher und Turbane bei der
Polizei erlaubt! Wenn schon eine Religion dabei ist, die alle
Ungläubigen umbringen will, werden dann auch Hakenkreuz-Armbinden
zugelassen? Gleiches Recht für alle? Was ist mit der
Neutralitätspflicht?
Ich bin ja der Meinung, man muß das Religionsprivileg massiv beschneiden.
Wenn eine Gruppierung politisch aktiv ist oder auch nur den leisesten
Verdacht der Mißachtung der freiheitlich-demokratischen Grundordnung nährt,
sollte sie ihren Status als Religion verlieren. »Mein Reich ist nicht von
dieser Welt« – so soll es sein.