Das ist wirklich ein hitziger Kampf um das Billionen-Schuldenpaket. Ich
erspare mir die Links, weil ich vieles davon im Laufe des Tages gelesen
habe und ich jetzt sie erst noch mühsam zusammensuchen müßte.
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Die Linke macht offenbar final nicht mit bei dem Versuch der AfD, die
Konstituierung des neuen Bundestags zu erzwingen. Gregor Gysi redet sich
heraus, der Versuch der AfD sei »juristischer Unsinn«. Dem widerspricht
der Staatsrechtler Ulrich Vosgerau. Die Frage ist zudem, warum man es
nicht trotzdem versuchen sollte, selbst wenn es so wäre. Mehr als
scheitern kann man ja nicht. Nun ja, Links kann weg! Nachtrag:
Sahra Wagenknecht hat laut Welt die Linke nochmal aufgefordert, bei dem
Versuch mitzumachen. Wird aber vermutlich nichts nutzen.
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Nachdem im Finanzausschuß heute nachmittag die finale Gesetzesvorlage
eingebracht worden war, ist es zu einem Eklat gekommen. Die FDP hatte
eine Anhörung von Sachverständigen beantragt. Dabei hatte sie dabei das
dafür notwendige Quorum von 25% erreicht. Der Vorsitzende des
Ausschusses, Helge Braun (der früherer Kanzleramtsminister von Angela
Merkel), hat diesen Antrag einfach nochmal formal darüber abstimmen
lassen, wodurch er mit einfacher Mehrheit abgelehnt wurde. Das entspricht
wohl nicht der Geschäftsordnung. FDP hat angeblich heute abend noch einen
Eilantrag an das Bundesverfassungsgericht gestellt, die AfD nach Angaben
der Jungen Freiheit ebenfalls.. Die FDP bemängelt laut Bild-Newsticker,
daß selbst einfache Fragen zu dem Entwurf nicht beantwortet wurden bzw.
werden konnten. Sie fühlt sich hierbei in ihren Rechten verletzt. Da das
Bundesverfassungsgericht laut Staatsrechtler Dietrich Murswiek mit ihren
Entscheidungen vom Freitag an einem neuen Tiefpunkt angelangt ist, sind
die Erfolgsaussichten vermutlich ziemlich gering. Es würde mich nicht
wundern, wenn sie die Begründung der letzten Entscheidung
wiederverwenden.
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Fahrt nimmt auch die Diskussion um die Zustimmung Bayerns bei der
Ratifizierung im Bundesrat auf. Die Zustimmung ist notwendig, um im Rat
die notwendige Zweidrittel-Mehrheit zu erringen. Der Konflikt zwischen
der CSU und den Freien Wählern wird stärker. Hubert Aiwanger will für
seine Partei das Schuldenpaket ablehnen, was zu einer Enthaltung Bayerns
im Bundesrat führen würde. Im Laufe des Tages wurde in der Presse
verbreitet, daß nicht die ganze Partei hinter Aiwanger stünde. Später am
Abend hieß es dann, das sei ein von der CSU in die Welt gesetztes Gerücht
gewesen. Tatsächlich steht der Erhalt der Schuldenbremse auch im
Koalitionsvertrag zwischen den beiden Parteien. Seitens der CSU wird von
einigen Politikern eine Aufkündigung der Koalition ins Gespräch gebracht,
die SPD dient sich sogleich als neuer Koalitionspartner an. Irgendwo las
ich auch, daß Aiwanger/die Freien Wähler ein mögliches Nachgeben
signalisiert haben. Das könnte aber auch eine Ente gewesen sein. Auf
jeden Fall wurde jetzt eine Sitzung des Koalitionsausschusses für Montag
angesetzt.
Summa summarum: Die CDU, SPD und Grüne gehen gerade über Leichen, scheren
sich um Recht und Gesetz, treten sie mit Füßen. Aber sie wollen zu den
Demokraten gehören…
Die AfD hat einen letzten Strohhalm gefunden, die
Billionen-Schuldenmacherei zu verhindern. Gewollt oder ungewollt hat das
Bundesverfassungsgericht in seinen Ablehnungen der Klagen den Hinweis
gegeben, daß ein Drittel der gewählten Abgeordneten die sofortige
Konstituierung des neuen Bundestags durch die bisherige
Bundestagspräsidentin erzwingen kann. Zusammen mit den Linken hätten sie
dieses Drittel. Brüsk weist die Parteichefin Ines Schwerdtner der Linken
diesen Vorschlag zurück. Man arbeite nicht mit »Feinden der Demokratie«
zusammen. In einem Tweet weist Beatrix von Storch nochmal darauf hin, daß
keine Zusammenarbeit notwendig wäre. Sie (die AfD) habe bereits ihre
Aufforderung zur Bundestagspräsidentin geschickt. Die Linke bräuchte nichts
anderes zu tun, als ebenfalls eine Aufforderung zu schicken. Dann könne
sich am Montag der neue Bundestag konsitiuieren, der alte könne dann nicht
mehr am Dienstag die Beschlüsse fassen.
Der Samstag ist nun vorbei; vermutlich würde es auch noch reichen, am
Sonntag die Aufforderung zu verschicken. Mal schauen, ob die Linken
wirklich solche Idioten sind und diese Chance auslassen aus reiner
Borniertheit und Ideologie.
Details bei Apollo News, Tichys Einblick und Blogger Hadmut Danisch.
Laut Nius regt sich Widerstand in der CDU gegen die
Klimaneutralität im Grundgesetz. Klagewellen von NGOs werden befürchtet,
wie ich auch schon schrieb.
Nius bringt nochmal einen weiteren Artikel zum Thema Klimaneutralität
im Grundgesetz mit teilweise neuen Stellungnahmen dazu.
Eine Detailfrage bleibt weiterhin ungeklärt – zumindest bis Sonntag abend
oder spätestens Dienstag, wenn der finale Gesetzestext vorliegt: Wie
soll die Klimaneutralität ins Grundgesetz? Als eigenständiger Artikel oder
in die Formulierungen um die Nutzungsbedingungen für das »Sondervermögen
Infrastruktur«? Tatsache ist, daß die Änderung als »Beipack« zu einem der
drei initiierten Verfassungsänderungen kommen muß – eine eigenständige
Verfassungsänderung kann es nicht sein, da hier erst noch die erste Lesung
betrieben werden müßte, was zeitlich nicht mehr geht. Die Kopplung mit
einer der drei Änderungen schließt aber eben nicht aus, daß es als
eigenständiger Artikel formuliert wird.
Auswirkungen hat Art und Weise natürlich, inwieweit das dann einklagbar
ist (ich sehe schon die Deutsche Umwelthilfe ihre Messer wetzen…).
Nachtrag: Bei Apollo News wird diese Frage diskutiert.
Entsetzen geht durch Deutschland. Die Bild hält das festschreiben der Klimaneutralität im Grundgesetz für
eine Zeitbombe. Sie werde die Handlungsfähigkeit der Regierung lähmen.
NGOs werden den Staat mit Klagen überziehen.
Die alternativen/neuen Medien warnen sowieso: Apollo News zitiert den Staatsrechtler Boehme-Neßler (der auch davon
überzeugt war, daß das Bundesverfassungsgericht Merz Einhalt gebieten
müsse…):
»Ich halte die Idee, ein konkretes Politikziel wie etwa Klimaneutralität
bis 2045 in die Verfassung zu schreiben, für sehr unklug.« Sinn und Zweck
des Grundgesetzes sei es, »die ›ewigen‹ Grundwerte einer Gesellschaft und
eines Staates rechtlich verbindlich festzuschreiben«. Dementsprechend
hätten die Mütter und Väter des Grundgesetzes die Menschenwürde, das
Rechtsstaatsprinzip oder den Demokratiegrundsatz festgeschrieben.
»Klimaneutralität 2045 ist kein solcher Grundwert«, so Boehme-Neßler
weiter.
Da wird doch deutlich, mit welcher Ignoranz und Brutalität Merz
vorgeht!
Nius zitiert den ehemaligen Umweltminister der SPD in Hamburg, Prof.
Dr. Fritz Vahrenholt:
»Zur heutigen Entscheidung von Friedrich Merz, den Grünen den Wunsch zu
erfüllen, die Klimaneutralität Deutschlands für 2045 in das Grundgesetz zu
schreiben, stelle ich fest: Es hat noch nie eine weitreichendere
Entscheidung gegeben, die innerhalb von 3 Werktagen in dritter Lesung des
Bundestags durchgewunken werden soll. Kein Land der Welt will 2045
Klimaneutralität erreichen, nicht einmal die EU.« »Merz betreibt
wirtschaftspolitischen Selbstmord Deutschlands, der niemals rückgängig
gemacht werden kann, da es immer eine Sperrminorität von SPD, Linken und
Grünen von 33 % geben wird. Merz übernimmt das fehlerhafte und
zweifelhafte Verfassungsgerichtsurteil ins Grundgesetz und macht es
unumkehrbar«, so Vahrenholt weiter »Merz macht es möglich – die
Deindustrialisierung und damit den Niedergang Deutschlands«, urteilt der
Umweltsenator.
Hervorhebung von mir.
Auch moniert Christian Dürr laut Bild Newsticker:
» »Nachdem Friedrich Merz seine Überzeugungen bereits in den Sondierungen
mit den Sozialdemokraten über Bord geworfen hat, folgt jetzt sogar noch die
vollständige Kapitulation vor den Grünen« … »Wenn jetzt sogar die
ideologische Klimapolitik ins Grundgesetz aufgenommen werden soll, fällt
Friedrich Merz sogar noch hinter den Status quo zurück«
Irgendwo habe ich schon einen Vergleich mit dem Ermächtigungsgesetz
von 1933 gelesen.
Heute war ein furchtbarer Tag:
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Das Bundesverfassungsgericht hat mit aus meiner Sicht ziemlich
fadenscheinigen Begründungen sämtliche Klagen gegen die Merzschen
Grundgesetzänderungen vom Tisch gewischt. Rational nicht
nachvollziehbar. Es gibt noch ein zwei, drei Hürden, an denen das ganze
Unterfangen noch scheitern könnte (z.B. im Bundesrat), aber ich habe die Hoffnung heute begraben.
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Sind die Billionenschulden nicht schon schlimm genug, hat sich jetzt
Merz bei den Grünen die Zustimmung erkauft mit der Festschreibung der
Klimaneutralität bis 2045 im Grundgesetz. Kein anderes Land in dieser
Welt strebt dieses Ziel an und erst recht nicht schreibt es das in seiner
Verfassung fest. Das wird Deutschland massiv schaden, gar zerstören.
Und aufgrund der jetzigen und vermutlich auch der zukünftigen
Mehrheitsverhältnisse wird sich das zu meinen Lebzeiten nicht mehr aus
dem Grundgesetz entfernen lassen!
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Apropos Lebzeiten: Ich bin heute auch noch ein Jahr älter geworden. Ein
Jahr näher am Ende. Vielleicht gut so.
Jetzt kommt es heraus: Die Bundesregierung unter Merkel wußte schon 2020 kurz nach dem Start
der Pandemie von der höchstwahrscheinlichen Herkunft des Virus, nämlich aus
dem Forschungslabor in Wuhan. Das war zumindest die
allerwahrscheinlichste Quelle aus Sicht des Bundesnachrichtendienstes.
Diese Information hatte natürlich auch die Nachfolgeregierung unter Scholz.
Wir wurden also großflächig belogen, die Anhänger der Labortheorie zu
Unrecht als Idioten und Verschwörungstheoretiker hingestellt.
Dafür entschuldigen wird sich bestimmt niemand. Wozu auch, wenn man
sieht, wie wir uns von Merz & Co. ganz offen verarschen lassen!