Ich kannte den Herrn Stahl bislang nicht, aber die Bild protegiert ihn
momentan auf ihrem YouTube-Kanal. Laut Wikipedia ist er
Gewaltpräventionsberater. Dafür haut er – verbal – aber ordentlich auf den
Tisch und nimmt kein Blatt vor den Mund.
Wie zum Beispiel
hier, gegen »Klimachaoten«, Steinmeier und Scholz. Gefällt dem
Grantler!
Was hatten sich die linken Twitterer gefreut, als nach immer mehr Sperren
für nicht-meinungskonforme, »rechte« Teilnehmer diese nach Alternativen
gesucht haben, was in der Gründung von Trumps eigener Alternative, »Truth
Social«, gipfelte.
Und obwohl Elon Musk in Richtung Nutzer noch nichts gemacht hat, außer
anzukündigen, alle lebenslange Sperren (d.h. auch die gegen Trump)
aufzuheben, rennen die Linken herum wie aufgscheuchte Hühner. Zu »Gettr«,
wo sich wohl viele herausgeschmissene oder -geekelte Konservative
niedergelassen haben, wollen sie offenbar nicht. Die Plattform »Mastodon«
empfehlen sie sich nun gegenseitig. Die gibt es schon länger, hat sich aber
bislang nicht durchsetzen können. Sie ist Open Source und dezentral.
Letzteres ist ihr Vor- und Nachteil. Man muß jemanden finden, der einen
teilnehmen läßt, oder selber einen Knoten betreiben. Das könnte so zu einem
Skalierungs- und Finanzierungsproblem werden, wenn jetzt Millionen dort
hinwandern wollen. Andererseits braucht es für einen Erfolg auch eine
kritische Masse an Nutzern, darunter auch genügend Prominente. Aber kümmert
mich das wirklich? Nein. Ich finde es nur spaßig zuzuschauen!
OH! Der Bundespräsident hät eine Grundsatzrede. Die ist offenbar so
unerträglich, daß niemand von der Regierungsbank anwesend war. Auch in den Medien
eher Pflichtberichte. Da inhaltlich wenig berichtet wurde, außer, daß
»rauhere Jahre« auf uns zukämen, dachte ich mir, na ja, lieste halt mal nach. Nachdem ich mich nach den ersten paar Zeilen
beinahe geistig übergeben habe, beschloß ich, den Rest nur zu überfliegen.
Kurz gesagt: Feinste Kriegsrhetorik, was Rußland und die Ukraine betrifft.
Und dann war da ja noch das Klima, das mit allen Mitteln gerettet werden
muß. Damit wir Deutsche in ferner Zukunft wieder mit dem Wohlstand von
gestern leben können, werden wir große Opfer zu bringen haben, ob arm oder
reich. Der Krieg und das Klima, wie unabwendbare Schicksalsschläge, für die
niemand etwas kann (wir wissen es besser!). Das alles hört sich an
wie die übelsten Durchhalteparolen der Kriegsparteien im Zweiten Weltkrieg.
Man könnte das übrigens auch als die Einstimmung auf die »Neue
Weltordnung«, die sich viele der »Elite« herbeisehnen, sehen. Vielleicht
ist der Krieg ein willkommener Hebel für diese Mischpoke – zu der
Steinmeier eventuell auch gehört –, darüber müßte man mal nachdenken.
Summa summarum, eine Rede bestehend aus dummen Geschwafel, das Steinmeier
so einzigartig kann (ich denke nur an seinen Spruch »wir leben in dem
besten Deutschland, daß es je gab«). Eine Rede, die man meines
Erachtens nicht gehört oder gelesen haben muß. Wer sich das doch antun
will: Ich habe sie ja oben im Text verlinkt.
Nachtrag: Weil ich von Pflichtartikel schrieb: Ein längerer
Artikel ist mir bei der FAZ begegnet. Das nur der Vollständigkeit halber. Gelesen habe ich
ihn nicht. Mir reicht, was ich selber in der Rede gelesen habe.
Nachtrag 2: Böser Kommentar bei n-tv, auch bei Tichys Einblick gibt es
Anmerkungen negativer Art:
»Mein
Gott, (Frank) Walter! Wieder einmal eine Rede vergeigt« und »Rede in den Wind: Bundespräsident Steinmeier redet und kaum jemand
hört noch zu«
If you can't stand the heat, don't go into the kitchen!
Zugegeben, ich habe den schönen englischen Spruch etwas abgewandelt, denn
eigentlich heißt es »…get out of the kitchen«, aber ich finde ihn so
passender.
Es ist immer wieder schön, wenn Leute, speziell Prominente und Politiker,
auf Twitter herumhetzen und spalten, aber den Gegenwind, den sie erzeugen,
nicht aushalten, dann herumheulen, daß alle so gemein sind und Twitter
nichts dagegen machen würde, um zum Schluß groß und breit erklären, daß sie
sich jetzt zurückziehen würden. Heute ist es Saskia Esken, für mich im linken Lager so ziemlich der Antipode zu
Sahra Wagenknecht. Sie ist nicht die erste, und sie wird nicht die letzte
sein. Kein Verlust für Twitter. Leider werden ihre Hetzworte andere Wege in
die Öffentlichkeit finden, nicht zuletzt dank der öffentlich-rechtlichen
Sender.
Was Twitter betrifft, bin ich jetzt gespannt, ob sich sichtbar was ändern
wird, nachdem Elon Musk offiziell die Lenkung übernommen und, so lese ich
gerade, in der Führungsetage mal ausgemistet hat, inklusive der Dame, die
für Haß, Hetze und Zensur zuständig war.
Sahra Wagenknecht hat mehrere Anfragen an Ministerien zu Erkenntnissen
über den Anschlag auf die Nordstream 2-Pipeline gestellt. Sie sagen
nicht, daß sie es nicht wüßten, sondern daß sie keine Auskunft erteilen. In
einer Antwort wird geschrieben:
Die erbetenen Informationen berühren somit derart schutzbedürftige
Geheimhaltungsinteressen, daß das Staatswohl gegenüber dem
parlamentarischen Informationsrecht überwiegt und das Fragerecht der
Abgeordneten ausnahmsweise gegenüber dem Geheimhaltungsinteresse der
Bundesregierung zurückstehen muß.
Müßte man es geheimhalten, daß man wisse, die Russen seien es gewesen?
Wohl kaum. Im Netz werden werden die USA, Großbritannien, Norwegen, Polen,
Ukraine und auch Deutschland selber weiterhin als Täter gehandelt. Die
Schweden machen übrigens ihre Untersuchungen mittlerweile völlig alleine,
angeblich, weil sie nicht wollen, daß ihre Erkenntnisse ungewünschte Wege
gehen…
Der Bundestag hat klammheimlich am §130 StGB herumgefummelt, Mittwoch
nacht um 23:00 Uhr, dazu noch im sogenannten Omnibus-Verfahren. Dabei wird
die Änderung einfach einem anderen Gesetzesänderung, die damit nichts zu
tun hat, angehängt. Obwohl nicht notwendig, hat die CDU/CSU-Fraktion der
Änderung zugestimmt, während AfD und Linke dagegen gestimmt haben.
Bei dem Paragraphen handelt es sich um den sogenannten
Volksverhetzungsparagraphen. Die bisherige Version stellte die Leugnung des
millionenfachen Mordes der Nationalsozialisten an Juden und anderen unter
Strafe. Dieser Paragraph ist nun ausgedehnt worden auf alle Völkermorde,
Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Kriegsverbrechen.
Eigentlich kann doch niemand etwas dagegen haben? Dennoch regt sich
Widerstand. Es erregt schon Mißtrauen, wenn so eine Änderung so heimlich an
der Öffentlichkeit vorbei beschlossen wird. Die inhaltliche Kritik kommt
aber auch. Wie immer, alles zu unbestimmt. Wer definiert, was ein
Kriegsverbrechen ist? Außerdem sei das Gesetz »zeitlos«. Man sieht
allgemein die Meinungsfreiheit in Gefahr, bei konträrer Meinung könne man
sich schnell strafbar machen.
Die NZZ bringt ein Interview mit einem Strafrechtsexperten, in dem die Probleme
angesprochen werden. Auch die Welt hat einen kritischen Artikel, der aber
leider schon hinter der Paywall verschwunden ist.
Hans-Georg Maaßen, ehemaliger Verfassungsschutzpräsident, sieht noch ein ganz anderes Problem:
Ich empfehle den vorgesehenen neuen § 130 StGB aus dem FDP-Hause
Buschmann Ihrer besonderen Aufmerksamkeit. Diese Neuregelung ist […] ein
Angriff auf die Meinungsfreiheit. Vermutlich wird nicht wahrgenommen, daß
§ 3 Abs. 1 S. 1 Nr. 6a G10-Gesetz auf diese Vorschrift verweist. Danach
kann eine Telekommunikationsüberwachung (Überwachung von Telefon,
WhatsApp, Emails etc etc) und eine Überwachung des Postverkehrs durch die
Nachrichtendienste bereits dann angeordnet werden, wenn der Verdacht
besteht, daß jemand eine Volksverhetzung plant. Dadurch daß der Inhalt von
§ 130 StGB nunmehr erweitert wird, wird der Anwendungsbereich des § 3
G10-Gesetz ins Beliebige ausgedehnt. Die bereits bestehende Regelung ist
einer freiheitlichen Demokratie unwürdig, weil die Nachrichtendienste
schon beim VERDACHT, daß jemand eine Volksverhetzung (und nicht ein
Kapitaldelikt) PLANT, abhören dürfen. Mit der Ausdehnung des Tatbestandes
von § 130 StGB und der damit folgenden Ausweitung von § 3 G10-Gesetz wird
das Post- und Fernmeldegeheimnis zu einer Farce.
So, die Gretchenfrage: War die Koalition zu dumm, um das zu merken, oder
war das ganz im Gegenteil willkommener Nebeneffekt oder gar die
Absicht?
Audi ist am Ende. Erst die Mitwirkung im mütterlichen Dieselskandal, dann
das Gender-Gaga im Unternehmen, und jetzt will der Audi-Chef noch autofreie Tage und Tempolimit, aber angeblich gleichzeitig in
die Formel-1 einsteigen. Wir haben hier wirklich nur noch Bekloppte am
Start.
Nachtrag: Kommentar beim Focus
Da sind sie mal wieder, die ach so hochgelobten Werte – ob europäische
oder deutsche. Die Politik wird nicht müde, uns zu erklären, daß wir nicht
mit Schurkenstaaten zusammenarbeiten dürfen, aber der Bundeskanzler
höchstpersönlich setzt sich ein, daß mit dem Deal um ein Terminal im
Hamburger Hafen der chinesische Staat, der bei dem gerade abgeschlossenen
Parteitag klar gezeigt hat, daß es mit ihm in eine noch düstere Zukunft
geht, sich einkaufen darf. Was für eine Verlogenheit. Würde mich ja
interessieren, wieviel Scholz persönlich dafür kassiert.
Nebenbei habe ich in diesem Kontext gestern wieder schöne Manipulation im
Staatsfunk gesehen – bei der Tagesschau. Die leben wohl in einer anderen
Realität als ich. In den 20-Uhr-Nachrichten wurde glatt behauptet, die
Entscheidung wäre noch offen und die sechs Ministerien hätten noch nicht
zugestimmt. Derweil habe ich gestern nachmittag bereits in den
Online-Medien gelesen, daß die Ministerien nach dem Kompromißvorschlag mit
24,9% umgefallen seien. Ich weiß nicht, was die Tagesschau damit bezwecken
wollte, aber es war schlichtweg falsch.