Aha, Malu Dreyer (eigentlich lt. Wikipedia Marie-Luise Anna Dreyer)
meint, der öffentlich-rechtliche Rundfunk sei systemrelevant. Für das
System der Merkel-Diktatur im Demokratiemäntelchen? Für das System EU? Für
das System »Neue Weltordnung« der Eliten? Wenn noch ein Beweis dafür nötig
wäre, daß der ÖR die demütige, treue Propagandamaschine ist, hier wäre er.
Danke, Frau Dreyer, für dieses offene Geständnis.
»Wenn die Medien nicht ausreichend finanziert würden, könnten sie ihre
Aufgabe nicht mehr erfüllen.«
Soso, der ÖR nimmt also eine Schlüsselrolle in der Pandemiebewältigung
ein. Wie sieht das aus? Tausendfache Belehrungen, jeden niedermachen, der
anderer Meinung ist, AfD, die größte Oppositionspartei im Bundestag,
komplett ausschließen. Selten so schlecht gelacht.
Ich kenne KenFM und Ken Jebsen schon länger und hatte z.B. kürzlich auch
ein YouTube-Video verlinkt. Ich schaue aber seinen Kanal nicht
regelmäßig.
Mir war nicht klar, warum, wie ich vorhin schon schrieb, die sogenannte
Elite gerade durchdreht, und zum Beispiel gestern die Tagesschau ihn als
Verschwörungstheoretiker denunziert hatte (hatten ihn nicht namentlich
genannt, aber ein Bild von ihm wie auch von Martin Sellner gezeigt –
vielleicht wollten sie nicht, daß die Leute nach ihm googeln). Jetzt weiß
ich es. Ken Jebsen
hat vor ein paar Tagen ein Video veröffentlicht, in dem er sich
wirklich in Rage redet und erklärt, wie die Bill und Melinda Gates-Stiftung
zur Zeit alle Regierungen und Medien, inklusive unserere deutschen,
unterwandert, wie sie alle brav mitmachen. Er ruft eindringlich zum
Widerstand auf, um das Grundgesetz zu erhalten, um nicht im Namen der
Gesundheit totalüberwacht zu werden, in Berufsausübung und
Bewegungsfreiheit eingeschränkt zu werden, und um nicht zwangsweise mit
Impfstoffen geimpft zu werden, die schlecht getestet sind und zu
Behinderungen und Tod führen können, wie es schon durch die Gates-Stiftung
geschehen ist, z.B. in Afrika oder Indien. Er wirft Bill Gates vor, die WHO
und andere Organisationen zu mißbrauchen, darüber und durch Geldzuwendungen
und Vereinbarungen am Souverän, am Wähler vorbei die Demokratien
auszuhebeln, und fordert einen Untersuchungsausschuß sowie
Gerichtsverfahren gegen Politiker und Beamte, die sich an dieser
Aushebelung beteiligen. Er vergleicht die Zustände heute mit denen am Ende
der DDR.
Ich weiß, Ken Jebsen ist umstritten und es mag auch nicht alles bis ins
letzte Detail stimmen, aber wie heißt es: Getroffener Hund bellt. Und die
Presse und die Politiker bellen im Moment sehr, sehr laut.
Auch wenn es eine halbe Stunde dauert, kann ich nur empfehlen, das Video
anzuschauen, solange es noch zu sehen ist. Ich hoffe, YouTube traut sich
nicht, ein schon drei Millionen mal gesehenes Video zu löschen, aber wer
weiß, welcher Druck da noch ausgeübt wird.
Und ich werde auch schauen, wo ich am nächsten Wochenende
mitdemonstrieren kann. Das habe ich mir fest vorgenommen.
»Was erlauben Kemmerich!« hätte Trapattoni gerufen oder auch nicht,
aber so ungefähr schallte es dieses Wochenende von Politik und
Presse. Was hat der FDP-Vorsitzende und zwangszurückgetretene
Ministerpräsident aus Thüringen bloß getan? Er war auf einer »Corona«-Demo
in Gera! Gibsch jo gonisch! Und ohne Maske! Eine Rede gehalten hat er auch
noch! Und, und, und, und, oh graus! AfD-Anhänger waren auch auf der Demo!
Der ist ein NAZI!!!
Langsam drehen die völlig durch! Ihnen entgleitet so peu à peu die
Kontrolle über die Bürger und sie wissen nicht mehr, wie sie das aufhalten
sollen. Bei denen tritt wohl zunehmend Verzweiflung und ein Ohnmachtsgefühl
auf. Letzteres kenne ich schon lange.
Heise berichtet über die vorgestrige Diskussion im Bundestag zu dem
neuen Gesetz gegen »Haß« und »Hetze«. Hmm, Leute zu zensieren ist ein
»Garant von Meinungsfreiheit in diesem Land«, soso. Und die Leute lassen
sich durch einfache Beleidigungen von irgendwelchen primitiven Idioten
beeindrucken und trauen sich dann nicht mehr, sich an der Diskussion zu
beteiligen? Gibt es solche Snowflakes? Ich halte das für ein vorgeschobenes
Argument. Und hilfreich für die Meinungsfreiheit, also inbesonders,
kritische Kommentare in Richtung Staat und Politik zu äußern, ist der Druck
der hohen Strafen, die einem nicht gehorchendem Diensteanbieter drohen,
bestimmt auch nicht. Aber die umfängliche Kritik an dem
Netzwerkdurchsetzungsgesetz und dessen (geplanten) Nachfolger sollte
mittlerweile bekannt sein und es zeigt sich immer mehr, daß sie berechtigt
ist. Da hilft das dümmliche Geschwätz von den CDU- und SPD-Politikern auch
nicht mehr. Man merkt, daß bei denen die Angst umgeht, ihnen könnte die
Meinungsherrschaft und Deutungshoheit verlorengehen. Ich bin mal gespannt,
was aus der Klage gegen das NetzDG wird. Großes Vertrauen setze ich in das
BVerfG schon lange nicht mehr, aber wie heißt es so schön: Die Hoffnung
stirbt zuletzt.
Per Zufall habe ich gerade im Radio auch noch eine Meldung gehört,
mehrere SPD-Politiker hätten die Bevölkerung aufgerufen, sich nicht an den
Anti-Corona-Demos zu beteiligen (die es übrigens auch in den
Niederlanden, in
Frankreich, in Österreich und vermutlich auch noch vielen anderen Ländern
gibt). Es würden dort schreckliche Lügen verbreitet und sie seien zudem von
rechten Gruppen unterwandert. Die Unterwanderung ist mit Sicherheit Unsinn,
man braucht sich nur die Videos anzuschauen. Natürlich dürften da auch
AfD-Anhänger dabei sein, aber man sieht dort keine typischen politischen
Aussagen. Genauso dürften da linke, Impfgegner und sonstige Gruppen
beteiligt sein. Das ist der billige Versuch, die Demos zu diskreditieren.
Es ist auch eine ganz dumme Argumentation. Darf ich nicht eine Meinung mit
einem Nazi, mit einem Kommunisten, mit einem Mörder teilen, z.B. daß eine
Pizza wunderbar schmeckt?
Der Propaganda-Chef der ARD, Rainold Becker,
mischt natürlich an
vorderster Front mit und bezeichnet die Demonstranten sowie die Leute,
die sich z.B. unter »Widerstand 2020« formieren, als Spinner. Karl-Eduard
von Schnitzler vom Schwarzen Kanal der DDR würde vor Neid erblassen, würde
er noch leben.
Währenddessen wird
im Internet aufgedeckt, daß sich Spiegel und die Zeit von der Bill
& Melinda Gates Foundation mit sechs- und siebenstelligen Beträgen
haben bezahlen lassen. Entgegen Beteuerungen natürlich nicht ohne
Gegenleistung, wie in dem Video belegt wird.
Gerade dieses Video
aus Berlin vom 1. und 2. Mai gesehen, und da sind Szenen dabei, wie ich
sie mir in den dunkelsten Diktaturen vorstelle. Wäre das in Rußland
passiert, was hätten ARD und ZDF da für einen Aufstand gemacht.
Rechtsbeugung übelster Art. Zum Beispiel die Frau ab Minute 4:39, sie steht
ziemlich alleine herum. Sie hat völlig recht, daß das keine Versammlung
ist, denn die setzt mindestens zwei Personen voraus. Und ob sie ein Schild
hat, ist ziemlich egal. Das dürfen die Zeugen Jehovas auch, ohne eine
Demonstration anzumelden. Es ist eine Form der Meinungsäußerung (wobei das
inhaltlich nicht mal eine Meinung ist, sondern eine Frage…). Aus der Ferne
kann ich ja schlau reden, aber ich hätte prinzipiell meine Bereitschaft
erklärt zu gehen und gleichzeitig die Dienstnummer des Beamten verlangt, um
eine Strafanzeige zu stellen. Mit dem Video zusammen und einem guten Anwalt
hätte ich da Chancen gesehen.
Die erste ist, daß der SPD-Politiker Johannes Kahrs abdankt. Wer ihn
nicht kennt. braucht nur soviel zu wissen, daß im Vergleich zu ihm der
Parteikollege Ralf Stegner ein höchst liebenswerter Mensch ist. Die Gründe,
die in der »System«-Presse für seinen Rücktritt angegeben werden,
sind vorgeschoben, oder, besser gesagt, vordergründig. Im Internet
kursieren viele üble Geschichten über Kahrs, die ich hier nicht wiederholen
will, vor allem, weil ich den Wahrheitsgehalt nicht kenne. Es ist jedoch
eine Geschichte um sein Erstes Juristisches Staatsexamen darunter, für die
der konservative YouTuber Klemens Kilic über einen Telefontrick eine
unfreiwillige, indirekte Bestätigung von Kahrs bekommen hatte. Als Kilic
das publik machte, drohte Kahrs ihm im ersten Moment auf Twitter mit
Anwälten. Ihm ist aber wohl schnell aufgegangen, daß das kontraproduktiv
wäre (Streistand-Effekt), und löschte den Tweet. Seitdem herrschte mehr
oder weniger Funkstille. Aber womöglich machte das in den letzten zwei
Wochen hinter den Kulissen doch seine Runde, und vielleicht gab es auch
weitere Nachforschungen in der Angelegenheit. Ich gehe mal davon aus, daß
der SPD das Thema einfach zu heiß wurde und sie ihn als Kandidaten für den
Posten des Wehrbeauftragten hat fallen lassen. Sein nun völliges Wegtauchen
sehe ich als einen Versuch der Schadensbegrenzung. Traurig nur, daß dieser
Kerl jetzt auch noch Ruhegeld und Pensionen bekommt.
Die zweite guten Nachricht ist das Urteil des Bundesverfassungsgerichts
zum Aktienaufkaufprogramm der EZB. Es verstößt in Teilen gegen die deutsche
Verfassung, die Bundesregierung hätte das so nicht erlauben dürfen. Es ist
bemerkenswert, daß Voßkuhle sich das erste Mal gegen den EuGH stellt, denn
bislang hatte er immer klein beigegeben. Aber vielleicht liegt es daran,
daß es auch sein letztes Urteil war, sein Amt endet nämlich morgen, soweit
ich weiß. Es gibt unterschiedliche Meinungen, welche Auswirkungen nun
dieses Urteil haben wird, aber daß das Ganze nicht wie bisher weitergehen
kann und daß das auch Auswirkungen auf die »Corona-Rettungsschirme« haben
dürfte, darüber scheinen sich die meisten Kommentatoren einig zu sein. Und
wenn das tatsächlich so ist, dann ist das gut so. Natürlich hätte das
Urteil noch drastischer ausfallen können, aber lieber den Spatz in der
Hand…
Daß Voßkuhle abdankt, wäre wegen seiner zweifelhaften Urteile übrigens
auch eine gute Nachricht. Jedoch ist bekannt, wer ihm folgen wird, und da
wird nach einhelliger Meinung keine Besserung eintreten, sondern genau das
Gegenteil.
So muß es im Dritten Reich auch gewesen sein. Der Nationalsozialismus ist
damals nicht mit einem – wie man heute sagen würde – Big Bang gekommen,
sondern es wurde schrittweise die Schlinge immer weiter um den Hals der
Freiheit gelegt. Natürlich war damals das Ermächtigungsgesetz der Hebel,
den die Politik Hitler in die Hand gedrückt hatte. Zu spüren bekommen haben
aber die Kritiker des Systems das langsam und nicht auf einen Schlag.
So ist es heute auch wieder. Ich hatte neulich schon berichtet, daß die
Bundesregierung an einer Verschärfung des Netzwerkdurchsetzungsgesetzes
arbeitet, welches nichts anderes als ein weiteres Überwachungs- und
Zensurgesetz ist. Natürlich hat man auch hier ein bißchen die ganz scharfen
Spitzen abgeschnitten, nachdem Protest aufkam. Aber wie immer ist das nur
ein Feigenblatt, ein Alibi, eine Wahrung des Scheins, auf Kritiker gehört
zu haben. Viele andere scharfe Kanten bleiben bestehen. Dieses Gesetz wird
vermutlich diese oder nächste Woche vom Bundestag beschlossen.
Mit einem einzigen Gesetz begnügt sich die Politik nicht, man fährt
mehrgleisig – speziell, weil manche Mechanismen auch Monate und Jahre
brauchen, bis sie ohne großes Aufsehen installiert sind. Ein solcher
Mechanismus ist zum Beispiel der neue Medienstaatsvertrag, wie heute die Junge Freiheit ihn mit einem Kommentar wieder in
Erinnerung bringt (siehe auch AfD, Update:
Redebeitrag AfD im
NRW-Landtag dazu). Er ist seit Jahren in Arbeit und soll im Herbst
dieses Jahres in Kraft treten. Dieser ist nun mal keine Sache des Bundes,
sondern der Länder. Aber was die Kontrolle der Massen betrifft, ziehen alle
Politiker am gleichen Strang. Auch hier hatte ich schon mal berichtet. Ziel
ist es, das Internet wie Rundfunk zu betrachten und es unter die gleiche
Kontrolle zu stellen. Große Teilnehmer, und das können schon einzelne
YouTube-Kanäle oder Blogger mit einer fünfstelligen Zahl von Rezipienten
sein, sollen wie Rundfunksender behandelt werden und brauchen plötzlich
eine Sendelizenz. Diese Lizenz muß man erstmal bekommen und sie kann
auch wieder entzogen werden. Außerdem kann sie Geld kosten. Sie ist auch
mit Auflagen verbunden, z.B. kann das Senden von »Fake News« sanktioniert
werden. Was »Fake News« sind, kann der Staat beliebig festlegen. Das sind
dann Verhältnisse wie in Rußland oder China. Im feinsten Bürokratendeutsch
genannte »Intermediäre« – das sind bei denen Plattformen wie YouTube,
Twitter, Instagram oder Facebook, auf denen Nutzer ihren Content
publizieren können, stehen plötzlich auch unter Kontrolle. Sie müssen dem
öffentlich-rechtlichen Rundfunk diskriminierungsfreien Zugang gewähren, um
– bitte jetzt nicht schallend lachen – Meinungsvielfalt zu garantieren.
Ihnen muß eventuell sogar noch prominenter Platz auf den Bildschirmen der
Nutzer gewährt werden. Man sieht ja schon heute in der Corona-Pandemie, wie
z.B. bei YouTube jetzt immer eine Zeile in der Video-Übersicht den
»Mainstream-Medien« vorbehalten ist, um den vermeintlichen Fake-News etwas
entgegenzusetzen. So wird das dann wohl auch sein. Wenn die Klickzahlen
dann ähnlich gering sind wie bei diesen Videos, würde es mich nicht
wundern, wenn YouTube dann irgendwann gezwungen wird, ÖR-Inhalte so vor
jedem Video anzuzeigen, wie heute die Werbung angezeigt wird. Aber wir
wollen ja zumindest im Moment noch nicht den Teufel oder die Teufelin an
die Wand malen. Der Artikel behauptet übrigens, daß sogar geschlossene
Pay-Plattformen wie Netflix von dieser Regelung betroffen seien, die also
ARD- und ZDF-Content anbieten müßten. Das brachte wohl den Autor zu seiner
im ersten Moment komischen, im zweiten Moment bedrückenden Überschrift
»Wohin wir auch schalten, Claus Kleber ist schon da«. Denn dieses
Ansinnen des Staates ist nichts anderes als die Verbreitung von Propaganda
durch die staatstreuen Medien.
Ich würde mich freuen, wenn da auch Widerstand von den Plattformen käme
und wenn auch hier das ganze auf Rechtmäßigkeit vor den höchsten Gerichten
geprüft werden würde. Ich sehe den Artikel 5 verletzt, da hier mehrfach
gegen den ungehinderten Zugang zu Quellen und gegen die
Meinungsfreiheit verstoßen wird.
Neben Einschränkungen der Meinungs- und Rezeptionsfreiheit planen die
Bundes- und Landesregierungen auch noch andere Einschränkungen. So wird
diese Tage heftig über einen Immunitätsausweis diskutiert. Wer die
notwendige Immunität – entweder Autoimmunität durch eine durchlaufene
Infektion oder eine durch Impfung erworbene Immunität nicht nachweisen
kann, der darf dann nicht ins Ausland oder gewisse inländische Orte, z.B.
Strände, nicht besuchen. Auch alles höchst fragwürdig im Hinblick auf die
Verfassungsmäßigkeit, denn Freizügigkeit ist auch ein Grundrecht (Artikel
11). Nach brandfrischen Meldungen soll das aber vorerst auf Eis gelegt
werden, da sich wohl auch innerparteilich größerer Widerstand regt. Wir
werden sehen, ob es stimmt.
Die Diskussion um die »Corona«-Apps auf den Mobiltelefonen geht munter
weiter, und das Vertrauen, daß hier Datenschutzregeln eingehalten werden,
sinkt immer weiter. Und wenn es noch einen Beweis bräuchte, daß das
Mißtrauen berechtigt ist, dann hat das Robert-Koch-Institut ihn geliefert.
Wie Golem berichtet, hält sich die »Datenspende«-Applikation, mit der
Nutzer freiwillig Meßdaten ihrer Fitness-Bänder und dergleichen dem
Institut zur Analyse zur Verfügung stellen können, nicht an die
Datenschutzerklärung, die dem Nutzer präsentiert wird. Statt – wie
versprochen – die Daten lokal auf dem Gerät zu sammeln und anonym zu den
Institut zu schicken, werden die Zugangsdaten geschickt, mit denen dann das
Institut auf die Server der Hersteller dieser Bänder zugreift. Es sind also
nicht nur die Paßwörter bekannt, sondern häufig auch die Identitäten der
Datenspender. Auch wenn dann wohl die Daten anonymisiert werden, ist das
ein klarer Mißbrauch und Vertrauensbruch. Und Sicherheitslücke zugleich.
Gehen die Zugangsdaten »verloren«, haben Dritte ein leichtes Spiel.
Software made in Germany, Software made by government…
Wie Heise berichtet, wollen Apple und Google in ihre
Mobiltelefon-Betriebsysteme iOS und Android Funktionen einbauen, die den
Staaten helfen sollen, mögliche Ansteckungsopfer von Infizierten zu warnen
und Infektionsketten nachvollziehbar zu machen. Das klingt ja erstmal
schön, denn wer will nicht die Pandemie möglichst schnell überwinden?
Wie so oft steckt der Teufel im Detail. Ich habe mal die spärlichen
Entwürfe zu der Spezifikation (Handschrift Apple) überflogen, und im ersten
Moment sieht es nach dem Prinzip aus, das seit ein paar Wochen diskutiert
wird: Über Bluetooth senden die Geräte IDs aus, und wer sich mit seinem
Gerät in der Empfangsnähe des Geräts befindet (angeblich 10-40m), kann sie
aufzeichnen. Die Spezifikation sieht vor, daß diese Daten lokal gespeichert
werden. Die IDs sind erstmal anonym, d.h., sie werden lokal auf dem Gerät
generiert und gespeichert und nicht zentral. Zudem wird in »kurzen«
Abständen (15 Minuten, finde ich viel zu lang) eine neue ID generiert. Ein
Tracking von außen (z.B. stationäre Geräte) soll damit verhindert werden.
Alle IDs eines Tages werden jedoch aus einer Tages-ID generiert und können
auch von Dritten rekonstruiert werden, sobald diese Tages-ID bekannt ist.
Das sendende Gerät zeichnet natürlich auch die Tages-IDs auf, die es
verwendet hat. Positionsdaten, also etwa von GPS und ähnlichen Systemen,
sollen angeblich nicht gespeichert werden.
Bis zu diesem Zeitpunkt ist erstmal alles lokal. Wenn sich Apple und
Google an ihre Spezifikation halten und es sonst keine Sicherheitslücken
gibt, dann bekommen weder die beiden die Information, noch der Staat –
wobei hier natürlich noch offen ist, wie sicher die Daten vor der digitalen
Forensik sind, also wenn Behörden physikalischen Zugriff auf die Geräte
bekommen. Ich vermute mal, daß sie nicht besonders gesichert sein
werden.
Wenn sich der Besitzer des Mobiltelefons eine staatliche
Applikation installiert, kann diese die aufgezeichneten Daten verwerten.
Reguläre Applikationen sollen das hingegen nicht können. Vollen Zugriff
sollen die Staatsprogramme aber dennoch nicht bekommen. Gilt der Benutzer
als infiziert, kann er das der Applikation mitteilen. Diese fordert dann
die oben genannten Tages-IDs vom Betriebsystem an. Apple und Google wollen
hier noch eine Bestätigung des Benutzers einholen, damit diese Abfrage
nicht im Geheimen stattfindet.
Die Aufgabe der Applikation ist dann, diese IDs an alle andere
Mobiltelefone zu übertragen. Dies geht natürlich nicht mehr lokal, sondern
über die staatliche Infrastruktur. Die letztendliche Verteilung auf die
Endgeräte der Empfänger scheinen offenbar Apple und Google selber machen zu
wollen.
Sobald die Tages-IDs der neu infizierten Personen, zusätzlich mit anderen
Parametern, wie z.B. Mindestkontaktdauer (vielleicht auch Mindestabstand)
angekommen sind, werden sie vom Betriebsystem verarbeitet. Mit den
Tages-IDs kann das Betriebsystem alle möglichen gesendeten IDs
rekonstruieren und mit den empfangenen IDs vergleichen. Werden die
Mindestwerte überschritten, so wird das der Applikation mitgeteilt. Was sie
dann daraus macht, obliegt der Applikation. Speziell, was sie an die
staatlichen Server weiterschickt. Sollte noch keine Applikation installiert
sein, wird der Benutzer aufgefordert, dies zu tun!
Prinzipiell ergibt sich daraus folgendes:
-
tatsächlich scheint das für sich gesehen erstmal anonym. Die
Applikation kennt rein aus der Schnittstelle heraus nicht die Anwender.
Allerdings ist die Frage, ob die Applikation nicht aus anderen Quellen
die Identität des Anwenders bekommt, ob durch andere APIs, durch
Fingerprinting des Geräts, durch Vorratsdatenspeicherung, Korrelation mit
anderen Daten usw.
-
aus methodischer Sicht ist es sinnvoll, hier plattformübergreifend
einen Standard zu schaffen und die Nutzung zu forcieren. Die Idee steht
und fällt mit der Verbreitung auf den Geräten. Wenn es zehn verschiedene
Standards gäbe, die alle untereinander inkompatibel wären, dann würde das
definitiv nichts bringen. Welche Abdeckung überhaupt jedoch erforderlich
ist und ob das medizinisch überhaupt hilft, eine Epidemie einzudämmen,
steht auf einem anderen Blatt.
-
höchst problematisch ist, daß Apple und Google das fest in ihre
Betriebsysteme integrieren wollen. Zuerst soll das zwar als Systemupdate
kommen, später soll es aber fester Bestandteil werden. Während man das im
ersten Fall noch teilweise abwehren kann (indem man keine Updates mehr
einspielt), wird das dann bei Neugeräten nicht mehr gehen.
-
Es ist unklar, ob und wann der Benutzer seine Zustimmung zum Senden und
Empfangen der IDs gibt; das System ist auch aktiv, wenn gar keine
Applikation installiert ist.
-
Es ist auch unklar, ob sich Apple und Google von nicht ganz so
demokratischen Staaten zwingen lassen werden (der Leser möge für sich
entscheiden, ob er Deutschland dazurechnet oder nicht), solch eine
Applikation zwangsweise auf den Geräten der Nutzer zu installieren. Daß
dann solch eine Applikation höchstwahrscheinlich nicht nur Gutes im
Schilde führt, sollte klar sein.
-
Auch wenn Apple und Google Vorkehrungen treffen: Ich denke, hier sind
leicht Mißbrauchsszenarien zu finden. Beispielsweise kann der Staat eine
Infektion bei einer festgenommenen Person vortäuschen. Mögliche Leute,
die mit der Person in Kontakt standen, könnten sich arglos beim
Gesundheitsamt melden und somit identifiziert werden (wenn das nicht
schon die zwangsweise installierte Applikation das macht). Mit der
Funkzellenabfrage wird soetwas ähnliches schon lange praktiziert, nur ist
die Distanz um Größenordnungen größer. Das funktioniert übrigens nicht
nur mit festgenommenen Personen. Bei Demos, an »schützenswerten« Orten
könnte man einfach ein paar Bluetooth-Module positionieren, die die IDs
aussenden und dann »Infektionsalarm« auslösen. Sicherlich läßt sich so
ein Spielchen nicht ewig wiederholen. Es würde irgendwann der
Öffentlichkeit auffallen. Aber vielleicht wird es pfiffigere Tricks
geben.
Wenn ich das mal zusammenfasse: Eine ganz schlechte Idee. So wirklich
vertrauen tut man den Riesen eh nicht mehr, und diese Software wird nochmal
erheblich Vertrauen zerstören. Diese System öffnet die Mobiltelefone wieder
etwas weiter für den staatlichen Zugriff. Es ist auch eine Form der
Bevormundung und Enteignung. Ist es noch mein Gerät oder schon eine
staatliche Wanze? Der Datenschutz, die Freiheit bleiben auf der Strecke;
Das Gefühl, überwacht zu werden, verstärkt sich, egal, was sie uns
versprechen.
Tja, Grundrechte adè: Videos vom Digitalen Chronisten
(Teil 1,
Teil 2),
MMnewsTV und
Epoch Times zu
einer kleinen Demo in Berlin zum Grundrecht auf Versammlung. Die
Demonstranten stehen nicht im geringeren Abstand voneinander als in den
Geschäften oder in den Parks. Einfach nur beschämend. Wo war jetzt nochmal
der Unterschied zur DDR und zum Dritten Reich?