Diejenigen, die die Totalüberwachung und Transparenz aller Bürger in
x-facher Form beschließen (Vorratsdatenspeicherung, Stille SMS,
Kontenabfragen, Mautbrücken, Gesundheitsdaten (in Planung),
Fluggastdatenspeicherung, Datenabfragen von Ermittlungsbehörden bei
Dienstleistern usw.), regen sich auf, weil ihnen ein paar private
Telefonnummern oder Bilderchen öffentlich gemacht wurden und beschimpfen
das als »schweren Angriff auf die Demokratie«. WIE PERVERS IST
DENN DAS? Selbstreflektion ist sicherlich ein Fremdwort für diese
Kanaillen, sonst wären sie schon längst darauf gekommen, daß sie nach den
Maßstäben, die sie für sich in Anspruch nehmen, selber die größten
Demokratiefeinde in Deutschland sind.
Der konservative Video-Blogger Paul Joseph Watson hat in dem Video
»The Tradegy of
Cultural Relativism eine Vielzahl von Fällen gesammelt, in denen
Gutmenschen Opfer ihrer eigenen naiven Ideologie wurden, meist mit
tödlichem Ausgang. Eigentlich grausam, aber so recht kann ich nicht Mitleid
empfinden.
Weil es im Titel auftaucht: »Kulturrelativismus« ist übrigens ein Mittel
der Gutmenschen, mit dem sie sich dem offensichtlichen Widerspruch zwischen
der aus der Aufklärung entstandenen Grundordnung mit allen Grundrechten auf
der einen Seite und der Unterdrückung, Gewalt und Verbrechen der primitiven
veralterten Strukturen und Denken wie beim Islam oder bei den afrikanischen
Naturvölkern auf der anderen Seite entledigen. Recht sei nicht absolut,
sondern von der Kultur der involvierten Person abhängig. So nach dem Motto,
wenn Kinderehen (und den damit einhergehenden Kindersex) in dem
Ursprungsland tradiert ist, dann wäre es auch recht, wenn die Migranten es
hier auch so treiben. Gleiches gilt da natürlich auch für den ganzen
anderen Kram wie Frauenunterdrückung, Vergewaltigung von »ehrlosen« Frauen
(die ohne Kopftuch), Ehrenmorde, Beschneidung von Jungen und Mädchen oder
Tierquälerei (Schächten im Islam und Judentum). Wenn man es auf die Spitze
damit triebe, müßte man alle Islam-Terroristen freisprechen, denn sie haben
sich ja nur an die Suren des Korans gehalten!
Seit anderthalb Tagen brüllt die staatskonforme Presse unentwegt über die
Amokfahrt in Bottrop und Essen: ein Deutscher hat aus Ausländerhaß Menschen
ermorden wollen! Übler Rechtsradikalismus, die Nazis sind wieder da! Schon
werden in Essen die ersten Anti-Nazi-Demos organisiert. Begriffe wie
»Verdächtiger« oder »mutmaßlicher Täter« liest man anders als sonst erst
gar nicht. Die Grünen sprechen schon – völlig faktenfrei – von einem
Netzwerk hinter dem Täter.
Man könnte glatt auf die Idee kommen, daß das bislang auch deshalb so
aufgebauscht wurde, um von der Hetzjagd vierer Migranten in Amberg abzulenken. So
finden sich auch in vielen neueren Artikeln zu der Tat in Amberg, die man
dann nun doch nicht verschweigen kann, Verweise zu der Amokfahrt in
Bottrop/Essen. Framing heißt das im Neudeutsch (vielleicht soviel
wie »Rahmen/Kontext geben« in normalem Deutsch), wobei es gar nicht darauf
ankommt, ob der »Rahmen« irgendetwas mit dem »Inhalt« zu tun hat. Es geht
nur darum, daß beim Leser/Hörer irgendetwas hängenbleibt. Hier: Es gäbe
sowohl Deutsche als auch Migranten, die Andersartige terrorisieren, die
Gewalt dominiere nicht auf Seiten der Migranten, die Tat der Jugendlichen
sei harmlos im Vergleich zu dem Anschlag in Bottrop/Essen.
Und man sollte die Berichterstattung auch mit der über den Vorfall vor
zwei Wochen in Recklinghausen vergleichen. Wie? Welcher Vorfall? Ich habe
das auch erst zufällig über Leserkommentare mitbekommen. Da ist ein Mann mit seinem Auto in eine Bushaltestelle gefahren.
Und im Gegensatz zu Bottrop/Essen blieb es nicht bei Verletzten. Eine
88jährige Frau ist dadurch gestorben. Ein Terrorverdacht ist ganz schnell
ausgeschlossen worden. Erst Unfallvermutung, dann angebliche
Selbstmordabsichten. Der Unterschied zwischen den beiden Vorfällen? Hier
handelte es sich um einen Bosnier – möglicherweise ein Moslem –, statt um
einen Deutschen. Inzwischen wird offenbar auch dem Bosnier unterstellt,
Tötungsabsichten gehabt zu haben, wie aus dem Teaser des Pay-Wall-Artikels klar wird.
Nachtrag (4.2.): Ich hatte einen Focus-Artikel so gelesen, daß der
Täter von Bottrop/Essen auch Migrationshintergrund hätte. Es fehlte aber
ein notwendiges Komma im Text, der diese Interpretation zugelassen hätte,
und die Aussage war tatsächlich eine andere. Ich habe daher den obigen Text
entsprechend korrigiert.
Gerade auf Zeit eine kurze Zusammenfassung von Merkels Neujahrsansprache
gelesen. Die Meisterin der leeren Phrasen hat offenbar wieder voll
zugeschlagen. Daher mein Tip: Fernseher um- oder ausschalten – oder besser
erst gar nicht einschalten. Ich kann diese Frau nicht mehr sehen, und nicht
nur aus dem Grund, daß ich wegen ihres beharrlichen Klebens am Kanzlerstuhl
Punkt Mitternacht eine Wette verliere.
Steinmeiers Weihnachtsansprache interessiert mich inhaltlich nicht. Ich
habe sie nicht einmal gelesen. Sondern gleich auf den Forumslink beim Spiegel geklickt. Das ist viel spannender. Und ich
erfahre auch umgehend, welchen Müll ich mir erspart habe. Gut, dem Leser
meines Blogs ist es sicherlich nicht neu, daß ich Steinmeier für einen der
verlogensten, innerlich korruptesten Politiker in Deutschland halte. Ich
bin da offensichtlich nicht allein, wenn ich die Kommentare so lese.
PS: Bei der Zeit wird auch heftig diskutiert, hier gibt es natürlich eine
stärkere linke Gutmenschfraktion als beim Spiegel.
Geburtstag hat mein Blog. Fünf Jahre ist er nun alt. Hat er etwas
gebracht? Mir? Den wenigen Lesern, die sich auf ihn verirren? Ich weiß es
nicht. Gut, er hilft mir ein bißchen, den Frust abzubauen über den
Schwachsinn der Welt, über die dunklen Kräfte, die uns das Leben schwer
machen und unter anderem unser bestes (unser Geld) haben wollen. Und
vielleicht erfährt jemand auf meinem Blog etwas, was er noch nicht wußte –
was aber nicht sooo wahrscheinlich ist, denn vermutlich findet man den Blog
erst, wenn man die richtigen Stichwörter in Google einträgt…
Geht es weiter? Ich habe zumindest nicht vor, den Stecker zu ziehen. Zwar
ist mit dem gewünschten Software-Ersatz erstmal nichts geworden, aber wie
heißt es doch: »Aufgeschoben ist nicht aufgehoben«! Was die
Beitragsfrequenz und -umfang betrifft, verspreche ich nichts. Mein
Seelenheil liegt nicht am Blog, und darum entscheide ich einfach nach Lust
und Laune, ob, worüber und wieviel ich schreibe. Das ist halt der Vorteil
eines privaten Blogs.
Es ist doch immer die gleiche Lügnerei: In der Opposition regen sie sich
alle über Gesetze auf, aber in der Regierungsverantwortung beschließen sie
die gleichen Gesetze. Das ist insbesonders schlimm, wenn es um die
Einschränkung einer der wichtigen Errungenschaften der Zivilisation, die
Bürgerrechte, geht und die handelnden Parteien solche sind, die gerne diese
Bürgerrechte wie eine Monstranz vor sich her tragen. So auch gestern die »liberale« FDP, die als kleiner Koalitionspartner
der CDU in Nordrheinwestfalen dem neuen Polizeigesetz zugestimmt
hat.
Besonders peinlich ist, daß die Gallionsfiguren der FDP in Sachen
Bürgerrechte, Gerhard Baum und Burkhart Hirsch, im Juni noch gegen das Gesetz (und ihre eigene Partei!) klagen wollten, jetzt aber das beschlossene Gesetz begrüßen. Und das, obwohl nach
Aussage von Kennern keine wirklichen substantiellen Änderungen an den
Grundrechtseingriffen gemacht worden sind – nur ein paar nichtsnutzige
Richtervorbehalte hier, ein paar Verkürzungen von Zeiträumen dort.
Die Grünen, die sich auch das Polizeigesetz in NRW aufgeregt haben, sind
aber keine geringeren Heuchler als die FDP. Schließlich hat ihre Partei im
Bundesland Baden-Württemberg, wo sie sogar der große Koalitionspartner ist,
ein ähnliches Polizeigesetz verabschiedet.
Wer wählt solche Schmierenparteien eigentlich noch?
Ich hatte schon von der Studie gelesen, aber bislang nur ein paar
einzelne Zahlen gesehen. Über
Hadmut Danischs Blog bin ich nun auf einen Zeit-Artikel mit ein paar mehr Daten aus der Studie gekommen.
Von den ebenfalls sehr interessanten Werten aus dem Ausland abgesehen
sind die deutschen interessant: 58%, also eine gute Mehrheit, wollen
weniger Migration, nur 10% wollen mehr Migration in Deutschland.
Das ist so ziemlich diametral zu der Sicht der Alt-Parteien im Parlament,
der Bundesregierung und der gleichgeschalteten Medien, voran der
öffentlich-rechtliche Rundfunk und so Schmierenblätter wie der Focus, Stern
oder Spiegel.
»Sie [die Demokratie] ist tot«, schreibt Hadmut. Ich bin mal noch
gehässiger: Wann hat sie je gelebt?
…und es fängt schon an: Migranten sollen leichter Geld zu ihren Lieben
in ihrer Heimat schicken können.
Die Chancen stehen gut, daß die CDU den gleichen Weg geht wie die SPD: In
den Keller. Kein guter Start mit dem knappen Wahlergebnis für AKK und dem
noch knapperen Wahlergebnis für den neuen Generalsekretär Ziemiak, der auch
schon als »kleiner Merz« verrissen wird, und dessen Wahl schon öffentlich
harsch kritisiert wird (Hermann Hesse: »Griff ins Klo«,
»Unglaublich, wie man jemanden zum General vorschlagen kann, der noch
nie mit bodenständiger Arbeit Geld verdient hat, der keinen vernünftigen
Abschluß vorweisen kann und das reale Leben nur aus der Politikbrille
kennt«). Dazu der Vorwurf, daß Ziemiak von AKK schon vor ihrer Wahl von
ihr für diesen Posten umworben worden sei.
Die Merz-Unterstützer, voran Wolfgang Schäuble, sind öffentlich
demontiert und demotiviert: Merkel hat offenbar die Fäden noch in der Hand.
Aus der Verzweiflung entstehen sogar noch Verschwörungstheorien. Die Wahl
von Ziemiak, der aus dem Flügel kommt, ist offenbar kein Trost.
Irgendwie erinnert mich der Zustand der CDU an die Zeit, kurz bevor sich
ein Teil der SPD abspaltete und sich mit der Linkspartei.PDS zur »Die
Linke« zusammenschloß.
Na ja, die AfD wird's auf jeden Fall freuen. Merz hätte vielleicht einen
Richtungswechsel eingeleitet, der der AfD hätte schaden können. Wobei
selbst da das Potential nicht so groß war, wie Merz behauptet hatte, denn
die AfD ist ja nicht nur gegen die merkelsche Migrationspolitik, sondern
auch gegen ihre EU-Politik. Und da ist Merz nicht sehr weit von Merkel
entfernt, womöglich in einigen Punkten sogar noch extremer – speziell in
der Wirtschafts- und Finanzpolitik.
Migrationspakt
Apropos Parteitag: Auf dem wurde – wie von Spahn gefordert – nochmal über
den Migrationspakt diskutiert. Ein Delegierter (Eugen Abler) hat dort
Merkel tatsächlich
Landesverrat
vorgeworfen für den Fall, daß sie den Pakt unterzeichnet. Es gab auch
einen Bericht auf
ÖR-Kanal Phoenix zu dem Thema, mir schien, daß dieser Wortbeitrag nicht
Erwähnung fand – hätte mich jetzt aber auch sehr gewundert, würde ja nicht
zu deren Meinungsdiktatur passen.
In dem Beitrag ist stattdessen ausgedehnt ein Wortbeitrag des
außenpolitischen Sprechers der CDU, Jürgen Hardt, zu sehen. Der schwafelt
minutenlang darüber, daß das Außenministerium »to commit« zu hart mit »sich
verpflichten« übersetzt habe – das sei doch nicht so gemeint. Komisch, die
Wörterbücher, die ich konsolutiert habe, sehen aber genau
diese Bedeutung.
Die Bundesregierung will wohl auch keine Zusatznote zu ihrer Unterschrift
zu Protokoll geben, die diese Interpretation als Unverbindlichkeit
dokumentieren würde. Das sei sonst die Einladung an andere Staaten, sich
nicht an den Pakt zu halten. Das signalisiert jedoch für mich, daß die
Interpretation als Verpflichtung wiederum doch eigentlich gewünscht ist.
Für die anderen natürlich nur – wie glaubwürdig. Leute, verar… kann ich
mich selber!
Hardt meinte auch, der Pakt bedeute für Deutschland keine Änderungen, da
Deutschland heute schon alles erfülle. Na ja, ich warte mal den kommenden
Mittwoch ab. Es würde mich nicht wundern, wenn dann das Geschreie der
Grünen, Linken und SPD mit neuen Forderungen zur Migration anfängt mit
Verweis auf eben diesen Pakt.
Generell sehe ich den Pakt mittlerweile pragmatisch. Wenn die USA und
andere Staaten sich nachträglich aus internationalen Vereinbarungen
verabschieden können, kann Deutschland das natürlich auch. Klar, das wird
nicht mit den gegenwärtigen Gutmensch-Politikern gehen, aber im Prinzip.
Daher ist der angerichtete Schaden erst einmal überschaubar.
Das soll natürlich keinesfalls heißen, daß die Gegner der merkelschen
Migrationspolitik die Hände in den Schoß legen können. Wichtiges Ziel
dürfte jetzt sein, den existierenden Spalt in der CDU zu vertiefen, wie
auch immer. Ein schwaches Abschneiden der CDU bei der EU-Parlamentswahl
wäre da schon mal ein Schritt.