19. Juli 2015
Juli 201519

Dies & Das

Internet, Überwachung, Datenschutz

TTIP

Griechenland

Politik, Demokratie & Co.

Sonstiges

8. Juli 2015
08

TTIP-Update

Hier nun meine »Aufräumaktion«, was TTIP-Meldungen betrifft – in halbwegs chronologischer Reihenfolge.

23. Juni 2015
Juni 201523

Dies & Das

EU: Netzneutralität adé

Man mag es kaum glauben: Das Land Nummer eins in Sachen Raubtierkapitalismus und lobbygetriebener Politik, die vereinigten Staaten von Amerika, bekommt die Netzneutralität hin. Und die EU? Natürlich nicht!

Wie Netzpolitik und Heise berichten, wurde der erste Entwurf zur Neuregelung des digitalen Binnenmarktes, der sowieso schon als löchrig hinsichtlich der Netzneutralität angesehen wurde, im zweiten Entwurf praktisch ad absurdum zusammengestrichen. Sogar der Begriff Netzneutralität taucht nicht mehr auf und ist durch ein undefiniertes und damit beliebig dehnbares »offene Internet« ersetzt worden. Das ist genau der gleiche »Trick« wie bei der Einschränkung der Privatsphäre und der informationellen Selbstbestimmung, wo neuerdings euphemistisch von einem »modernen Datenschutz« gesprochen wird (z.B. bei der Vorratsdatenspeicherung oder auf EU-Ebene das neue Daten»schutz«abkommen, wie berichtet).

Netzneutralität zu verhindern ist dabei nicht das einzige negative Ziel: Deep Packet Inspection soll nun erlaubt werden, genauso wie der Einsatz von bevormundenen Filtern, wie sie z.B. zur Zeit in Großbritannien in Form der sogenannten »Porno-Filter« zum angeblichen Schutz der Jugend appliziert werden. Das Tor zu all dem Unfug, der schon zu Zensursulas Zeiten in den Köpfen der Feinde der Freiheit herumgeisterte, wird nun wieder ein deutlich weiter aufgestoßen.

Und damit der dumme Bürger das nicht merkt, wedelt man im Vordergrund mit dem Fähnchen des Verbots inner-eu-licher Roaming-Gebühren, von dem 99% der Bürger, wenn sie nicht gerade auf Malle im Urlaub sind, eh nichts haben.

Wenn ich das wieder lese, zusammen mit der Datenschutzneuregelung und dem ganzen Griechenland-Rettungs-Scheiß, wünsche ich mir sehnlich, daß diese verdammte Europäische Union endlich in sich zusammenfällt.

Nachtrag: Hierzu paßt gut der Artikel über die Lobby-Empfänglichkeit von Günther Oettinger, der für den digitalen Binnenmarkt zuständige EU-Kommissar und ausgewiesener Gegner der Netzneutralität, der sich zudem nicht schämt, Terrorvergleiche (»talibanartig«) gegen die Verfechter zu nutzen. (Siehe auch Heise, Lobby-Bericht von Transparency International (PDF)).

Freiheit im Netz

Maut

Nachdem die EU offiziell ein Vertragsverletzungsverfahren gegen Deutschland wegen der Ausländer-PKW-Maut eingeleitet hat, verschiebt Doofbrindt die Maut erstmal um ein Jahr. Die Kommentatoren (z.B. Spiegel, SZ und nochmal SZ) sind sich nicht klar darüber, warum er so darauf reagiert. Vermutet wird u.a., daß er die Umsetzung der Maut (mit Ausschreibung usw.) bis 1.1.2016 garnicht geschafft hätte und ihm das gelegen kam. Davon abgesehen tritt Doofbrindt aber öffentlich noch ein bißchen nach, wohl um die eigene Klientel zu befriedigen.

Sonstiges

21. Juni 2015
21

Vorratsdatenspeicherung: Wer hat uns verraten? Sozialdemokraten!

So also. Wie befürchtet, konnten die Gegner der Vorratsdatenspeicherung sich auf dem SPD-Konvent nicht durchsetzen. Eine knappe Mehrheit hat dem Antrag der Parteispitze für die VDS zugestimmt: Spiegel kommentiert ganz richtig: Feigheit geht vor Freiheit.

Und damit es ein bißchen so aussieht, als hätte die Parteispitze auf die Basis gehört, gibt es jetzt einen »Kompromiß« – der es allerdings keineswegs wert ist, so genannt zu werden. Dieser »Kompromiß« sieht derart aus, daß die Vorratsdatenspeicherung nach zwei Jahren »evaluiert« werden soll. Das heißt aber natürlich nicht, daß das Gesetz befristet sein soll, wie es vor Wochen SPD-Abgeordnete gefordert hatten – nein, wo kämen wir denn da hin? Man kann sich natürlich auch jetzt schon ausmalen, wie das Ergebnis so einer Evaluierung aussehen wird: alles in Butter, hat toll geholfen (ohne das beweisen zu können oder gar zu wollen), die Menschen merken ja garnichts von dem Grundrechtseingriff, und die Firmen und der Bund hätten doch jetzt schon alles aufgebaut und bezahlt usw.

Dabei ist, wie ein Forumsteilnehmer im Heise-Forum richtig bemerkte, eine Evaluierung gar nicht notwendig. Die Vorratsdatenspeicherung ist bereits evaluiert – und zwar die Originalform mit sechs Monaten und mehr und nicht die geplante, nun stärker eingeschränkte Variante mit logischerweise auch geringerem Nutzen. Einerseits hatte die damalige EU-Kommissarin und Überwachungsfanatikerin Cecilia Malmström in einer EU-Evaluierung (ich meine im Vorfeld des EuGH-Verfahrens) europaweit händeringend die Mitgliedsstaaten nach Beweisen für den Nutzen der Vorratsdatenspeicherung gefragt – und keine bekommen. Andererseits hat das Attentat auf Charlie Hebdo und den jüdischen Supermarkt klar gezeigt, daß die französische Vorratsdatenspeicherung absolut nichts genutzt hatte – weder konnte sie es verhindern, noch hatte sie zur Aufklärung beigetragen, denn die Attentäter und das soziale Umfeld waren sowieso schon längst unter viel umfangreicherer Beobachtung, weil die Attentäter schon durch Islamismus und Straftaten aufgefallen waren! Und ich will nochmal daran erinnern, um die Perversität der SPD-Führung zu demonstrieren: Gerade dieses drastische Beispiel der Nutzlosigkeit ist der vorgebliche Grund bei der SPD, bei der Vorratsdatenspeicherung die 180°-Kurve zu nehmen.

Nebenbei ist es auch deshalb kein echter erkämpfter »Kompromiß«, weil Gabriel den schon vor zwei Wochen mit de Maizière ausgemacht hat. Für die restlichen verbliebenen Wahldrohnen der SPD wird das Blendwerk wohl reichen, auch wenn ich die Hoffnung nicht verliere, daß die SPD mal richtig für ihre ständiges Lügen, Täuschen, Verraten, Umfallen und ihre Machtgier um jeden Preis abgestraft wird, so, wie die FDP es erfahren mußte.

Ansonsten: Bundesverfassungsgericht, mach Dich bereit, wir kommen!

16. Juni 2015
16

Dies & Das

Vorratsdatenspeicherung

Am nächsten Samstag, also am 20.6., findet der ominöse Parteikonvent der SPD statt. Daß der Parteivorstand die VDS durchprügeln will, ist schon klar und eigentlich nicht erwähnenswert. Aber mit welcher Demagogie dies geschieht, da verschlägt es mir zumindest die Sprache.

Das fängt damit an, daß laut Meldungen von Netzpolitik und Heise die SPD-Führung selber einen Antrag für den Konvent einbringt, in dem es heißt: »Der SPD-Konvent spricht sich gegen eine Wiedereinführung der Vorratsdatenspeicherung […] aus«. Was ich jetzt absichtlich mit den Pünktchen weggelassen habe, ist der Zusatz »in der bisherigen Form«. Aber auch mit dem Zusatz könnte man meinen, daß es ein Gegenantrag zu dem jüngsten Gesetzentwurf sei. Ist es aber nicht. Dann folgen natürlich – neben dem üblichen Sicherheitsgedöns – ewiglange Erläuterungen, warum die neue VDS soviel besser ist und natürlich alle Auflagen des BVerfG, des EuGH und – ganz wichtig – der SPD – erfüllt. Also das Beste seit der Erfindung geschnittenen Brots. Ja, und es wird ein Datenschutzniveau erreicht, wie es die Welt noch nicht gesehen hat (so eins wie gerade im Bundestag? Das hohe Niveau, mit dem uns die Bundesregierung auch vor der NSA- und GCHQ-Spionage schützt?). Die neue VDS sei mit Grundwerten der Sozialdemokratie vereinbar. Ja, und die SPD ist ja sowieso die größte Datenschutzpartei überhaupt und was sie nicht alles noch vorhat zur Rettung der Bürger gegen die Bösen im Internet. So zum Beispiel mit dem Engagement bei der EU-Datenschutzverordnung (siehe auch unten, Maas ist da mit im Boot!). Ich krieg’s Kotzen!

Aber eigentlich die Katze aus dem Sack gelassen hat die Generalsekretärin Fahimi, die sich ja auch sonst durch größtmögliche Ignoranz auszeichnet (da wirkt die Grüne Claudia Roth ja noch philosophisch dagegen!). Sie glaubt, daß der obige Antrag durchkommt, weil – und das muß man sich jetzt auf der Zunge zergehen lassen – die SPD zu klug sei, um wegen der Auslegung mehrerer Grundrechtsartikel ihre Regierungsfähigkeit aufs Spiel zu setzen.

Also, ich formuliere das anders: Wir scheißen auf das Grundgesetz, solange wir dadurch an der Macht bleiben.

So ein konzentrierte Müll fordert ja geradezu eine Bashing/Shitstorm-Welle im Heise-Forum heraus. Nicht einmal die SPD-Trolle wagen da, noch irgendetwas zu sagen. Lohnt sich, mal hereinzuschauen.

Nicht vergessen will ich den bald obligatorischen Link zum SPD-Song.

Nachtrag: Einer »Bild«-Meldung zufolge verknüpft Gabriel sein Amt mit der Zustimmung des Konvents zur VDS. Dann sollten die Delegierten gleich noch das Thema TTIP mitdiskutieren, dann finden sich bestimmt genügend Stimmen, um ihn endlich loszuwerden!

Nachtrag II: Zu dem Konvent ist bei der TAZ ein Artikel erschienen. Er beschreibt, wie Gabriel taktiert und auch Maas als »Opfer« ausnutzt, um seine Vorratsdatenspeicherung durchzubekommen. Der Dicke war mir schon immer unsympathisch, aber das setzt ja die Krone auf.

Nachtrag III: Auch Sascha Lobo schreibt zu dem Thema.

EU-Datenschutzreform

Am Montag haben die Justiz- und Innenminister der EU-Staaten ihre Vision des zukünftigen Datenschutzes verabschiedet. Nach diversen Meldungen (auch hier im Blog zitiert) war eigentlich nichts gutes zu erwarten – die ersten Meldungen (Heise, Zeit) waren jedoch positiv: »Nutzer müssen auch der Weiterverarbeitung ihrer Daten ausdrücklich zustimmen«. Haben sich Maizère und Maas nicht durchsetzen können? Warum sind die beiden dann so zufrieden?

Tja, wie sich nun herausstellt, alles nur Schönfärberei und Desinformation seitens der Politik, und die besagten Quellen hatten dies ein bißchen voreilig übernommen. Heise klärt später selber auf: Zweckbindung und Datensparsamkeit ausgehebelt. Auch Netzpolitik schreibt: Verhandlungsabschluß zu EU-Datenschutzreform im Rat sieht für Bürger nicht gut aus. Es reiche ein »guter Grund« des Unternehmens, dann könne es die Daten der Kunden auch anderweitig nutzen, selbstverständlich auch gegen den Willen der Kunden. Und die Schwelle muß wohl sehr niedrig sein – Werbung soll schon so ein solcher »guter Grund« sein. Sprich, die Merkel-Gabriel-Bande hat sich mit ihrer höchst wirtschaftsfreundlichen und bürgerfeindlichen Position im EU-Ministerrat durchgesetzt. Es bleibt uns nur die Hoffnung, daß das EU-Parlament und auch die Kommission in den kommenden Verhandlungen mindestens den Schutz herausholt, den wir in Deutschland bislang genießen. Sicher ist das aber nicht. Auch in Sachen Datenschutz ist das EU-Parlament schon mehrfach umgefallen – ich denke da z.B. an die ganzen PNR-Verträge.

EZB-Urteil zur Euro-Rettung

Das EuGH hat mal wieder ein fatales Urteil gesprochen. Sie hat die Staatsanleihen-Aufkauf-Politik der EZB praktisch durchgewinkt. Da sich – ich zitiere mal Herrn Schachtschneider – das EuGH als Integrationsinstrument der EU sieht, war das nicht völlig unerwartet.

Das Bundesverfassungsgericht hatte seinen Fall an das EuGH weitergegeben und hat jetzt nun den Salat, denn sie hatte vorher erklärt, daß sie die Kompetenzen der EZB als überschritten ansieht. Wie der Kommentar in der FAZ schreibt, hat Karlsruhe nun das letzte Wort, aber traut es sich auch, etwas zu sagen? Ich sehe das so wie die meisten FAZ-Foristen – das BVerfG wird sich dem EuGH-Urteil nicht ernsthaft entgegenstellen. Vielleicht noch ein weiterer "Solange"-Spruch der Richter zur Gesichtswahrung derselben – hätte ja schon Tradition. Aber nichts ernsthaftes, was irgendwelche Konsequenzen für die Politik hätte.

Werner Sinn vom ifo-Institut und Peter Gauweiler, der auch Kläger in dem BVerfG-Verfahren ist, sehen das EuGH-Urteil auch sehr kritisch. Auch Heribert Prantl von der SZ meint, sich zu Wort melden zu müssen. Er sieht in dem Urteil eine positive Message, weil das Gericht rechtliche Grenzen aufgezeigt hätte. Die werden uns viel helfen, wenn nicht nur Griechenland, sondern ganz Europa bankrott ist.

Sonstiges

PS: Meine Merkliste bezüglich TTIP-Meldungen quillt über. Ich denke, ich mache demnächst mal wieder ein TTIP & Co.-Special, damit ich sie mal wieder ein bißchen leeren kann. Ich schreibe das bloß, damit niemand meint, es täte sich nichts mehr oder das Thema würde mich nicht mehr interessieren.

13. Juni 2015
13

Dies & Das

Vorratsdatenspeicherung und Überwachung

Eigentlich wollte ich mal wieder einen Betrag schreiben, der das Thema nicht behandelt, aber es geht momentan anscheinend nicht.

Digitales (jenseits der Überwachung)

Maut

Griechenland

Wer noch glaubt, Griechenland sei zu retten, der sollte sich mal den langen Artikel in der FAZ durchlesen: »Griechenland im Würgegriff«

Bargeld

Nachdem Dänemark keine neuen Banknoten mehr drucken will und die Annahmeverpflichtung von Bargeld zumindest teilweise zu lockern, um so langsam das Bargeld abzuschaffen (siehe auch RP Online), ist auch der deutsche »Wirtschaftsweise« Peter Bofinger auf den Zug aufgesprungen. Bei den deutschen Bürgern hat er sich allerdings eine blutige Nase geholt und ist wieder ein Stückchen zurückgerudert. Es hat sich zum Glück schon ziemlich herumgesprochen, was die wahren Beweggründe für die Forderungen nach einer Abschaffung des Bargeldes sind. (Leser meines Blogs wissen das natürlich auch.)

Politik

Sonstiges

Lügenpresse

Öffentlich-rechtlicher Rundfunk

2. Juni 2015
02

Überwachung, weltweit

Man kann sich fragen, ob die Politiker weltweit sich Mittel in die Hand geben wollen, um ihre Macht, ihre »freizügige« Interpretation der Demokratie aufrecht zu erhalten, oder ob es bloß unendliche (dumme) Technikgläubigkeit und Blauäugigkeit ist, wie Sascha Lobo in seiner Spiegel-Kolumne schreibt. Fakt ist aber, daß wir alle wegen aberwitziger Versprechen in unserer Freiheit, in unseren Grundrechten beschnitten werden, daß wir früher oder später bei uns die Schere im Kopf ansetzen, und uns vieles nicht mehr sagen und tun trauen, was eigentlich in einem freien Land selbstverständlich möglich sein sollte.

Vorratsdatenspeicherung reloaded, Teil II

Jegliche Kritik ignorierend, als wäre sie nie ausgesprochen oder niedergeschrieben worden, hat das Bundeskabinett den Entwurf von Justizminister Maas durchgewunken, ganz gemäß dem vorher durchgesickerten Zeitplans für das Durchprügeln der VDS durch’s Parlament.

Weiteres in Deutschland

USA

Kanada

Großbritannien

Frankreich

30. Mai 2015
Mai 201530

Das geht mir auf die Nerven!

Seitdem die Ir(r)en in einer Volksabstimmung für die Homo-Ehe gestimmt haben, wittern die Proponenten in Deutschland ihre Chance und haben eine unvergleichliche Medienkampangne losgetreten. Dabei wird jeder, der nicht in einer Millisekunde auf dem Homo-Ehen-Zug springt, als homophob, intolerant und rückständig bezeichnet und ausgegrenzt (ich will ja nicht Godwin’s Law in Gang setzen, sonst würde ich das mit einer überschäumenden Begeisterung vor 80-90 Jahren vergleichen…). Das Recht, eine nicht umfassend zustimmende Meinung zur Homo-Ehe und zur Homosexualität im allgemeinen zu haben, wird zunehmend verweigert. Eine Minderheit aus wohl 5% versucht auf schamlose und aggressive Weise, der Mehrheit ihren Willen aufzuzwingen. Und wie die Moslems fordern sie Toleranz, praktizieren sie aber selber nicht. Das geht mir gewaltig auf die Nerven.

Selbst konservative Blätter reihen sich in den Reigen ein, wie zum Beispiel die Frankfurter Allgemeine Zeitung. Dort wird doch allen Ernstes die Homo-Ehe damit begründet, daß die »Natur es bunt mag«. Es ist wohl so, daß auch bei Tieren Homosexualität vorkommt. Aber dort schlägt nun mal Darwin in vollem Umfang zu – sie vererbt sich nicht und wird so von der Natur nicht gefördert. Zudem wird das übliche Cherry-Picking betrieben – der Vergleich mit der Natur hinkt gewaltig. Es gibt Spinnenarten, bei denen das Weibchen nach dem Akt das Männchen tötet und auffrißt. Ein Löwenmännchen zwingt bisweilen ein Weibchen zur Partnerschaft und tötet zudem den Nachwuchs des vertriebenen Vorgängers. Auch Prostitution, Vergewaltigungen und Inzucht werden im Tierreich beobachtet. Folgt man der Logik der Autorin, müßte man das alles legalisieren.

Und nicht nur im Tierreich gibt es andere soziale Gemeinschaften. Mir ist aufgefallen, daß ich noch kein Argument für die Homo-Ehe gehört habe, das nicht gleichzeitig auf Polygamie zutrifft. Wenn es angeblich unproblematisch sein soll, daß zwei Männer oder zwei Frauen zusammenleben und Kinder großziehen, warum nicht auch eine Gruppe von Frauen und/oder Männern? Und es ist ja nicht so, daß Polygamie ein theoretisches Konstrukt ist, sondern es wurde und wird praktiziert. Mich würde (ernsthaft!) mal die Position der Proponenten dazu interessieren – das könnte entlarvend werden!

Nebenbei, unabhängig von der Frage, ob gleichgeschlechtliche Partnerschaften juristisch völlig der Partnerschaft zwischen einer Frau und einem Mann gleichgestellt werden soll, sehe ich den Begriff »Ehe« nun einfach per definitionem als letzeres und seit tausenden von Jahren im Gebrauch. Und ich sehe keine Notwendigkeit, diese Definition zu ändern.

25. Mai 2015
25

Vorratsdatenspeicherung reloaded

Inzwischen ist der Referentenentwurf für die neue Vorratsdatenspeicherung veröffentlicht worden – nicht von der Bundesregierung, sondern von Netzpolitik, zusammen mit einem Aufruf, aktiv gegen die Gesetzesinitiative zu werden. Die Autoren im Justizministerium haben sich einen neuen Euphemismus für die VDS ausgedacht: »Höchstspeicherfrist« !!! Da könnte man denken, das definiere eine maximale Speicherdauer für die Verkehrsdaten, und dem Gesetz sei Genüge getan, wenn der Provider überhaupt nichts speichern würde. Dem ist natürlich nicht so.

Neben dem, was Maas und Maizière vorher schon schemenhaft angekündigt hatten, manifestieren sich im Entwurf auch die im Vorfeld aufgedeckten geheimen Absprachen zwischen Justiz- und Innenministerium um den vereinfachten Zugriff auf die Bestandsdaten ohne richterliche Kontrolle. Eine schäbige Lügnerei ohne Ende schon im Verfahren selbst – das ist offenbar die Demokratie und Ehrlichkeit, wie die heutigen Politiker sie verstehen.

Außerdem enthält der Gesetzenwurf im Huckepack Regelungen zur (verschärften) Strafbarkeit der sogenannten Datenhehlerei, obwohl das Thema mit der Vorratsdatenspeicherung absolut rein garnichts zu tun hat – eine in den USA beliebte, aber dort genauso undemokratische Methode nimmt also Einzug in das deutsche Gesetzgebungsverfahren. Es darf natürlich in dem Zusammenhang nicht unerwähnt bleiben, daß das Gesetz den Behörden eine großzügige Carte blanche mit wachsweichen Regelungen ausstellt, und damit z.B. der Aufkauf von gestohlenen Bankkontendaten zur Ermittlung von Steuersündern völlig legal wird.

Ein weiteres Thema ist, daß die Gesetzgebung durch’s Parlament gejagt werden soll – wegen angeblicher Eilbedürftigkeit. Tatsächlich soll das Gesetz laut Patrick Breyer (s.u.) aber erst 2017 in Kraft treten. Die Eilbedürftigkeit ist also (scheinbar) überhaupt nicht gegeben. Tatsächlich ist das aber ein doppelter Trick: Einerseits will man den Kritikern in den eigenen Reihen (speziell in der SPD) und in der Zivilgesellschaft während der Gesetzgebung sowenig Zeit wie möglich geben, den Widerstand zu organisieren. Andererseits ist der Termin 2017 mit Bedacht gewählt, um das Gesetz nach der Verabschiedung zu schützen. Der gemeine Bürger hat nämlich nur ein Jahr lang die Möglichkeit, vor dem Bundesverfassungsgericht direkt gegen ein Gesetz zu klagen, ohne die Instanzen durchlaufen zu müssen. Dazu muß er aber gleichzeitig noch von dem Gesetz betroffen sein. Wenn das Gesetz jedoch noch nicht in Kraft ist, dann ist er per definitionem aber eben (noch) nicht betroffen. Und bis 2017 sind es – potzblitz – noch eineinhalb Jahre… Je mehr ich darüber nachdenke, desto mehr bekomme ich das Kotzen über diese Zwangsdemokraten von der CDU, CSU und SPD!

Nun zu den Links:

Meldungen

(Juristische) Analysen

Sonstiges

Auf der positiven Seite ist aber zu vermelden, daß der Demozug durch belebte Straßen ging, sodaß unsere Rufe nicht ungehört in den samstäglich unbelebten Behörden- und Bürovierteln verhallten wie letztens in Berlin. Zudem war neben Padeluun auch Patrick Breyer anwesend, der damals für den AK Vorrat die Verfassungsbeschwerde gegen die erste Vorratsdatenspeicherung mitverfaßte und sie damit zu Fall brachte. In seiner Rede erzählte er von dem 2017-Problem (siehe oben). Er war aber zuversichtlich, auch dafür eine Lösung zu finden. Daneben haben – soweit ich weiß – auch die Grünen und die Linken angekündigt, vor dem BVerfG gegen die neue VDS zu klagen. Für sie als Fraktion bzw. Abgeordnete gilt m.W. nicht die Voraussetzung der persönlichen Betroffenheit, somit sollte für sie die Taktik der Groko unerheblich sein.

22. Mai 2015
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Murphy’s Law

Frei nach Murphy’s Law: Ein System macht immer dann Probleme, wenn es für die nächste Zeit unerreichbar ist. So diesmal mein DSL-Router in Zusammenarbeit mit meinem Provider. Nach den üblichen 24 Stunden ist die Verbindung nicht richtig unterbrochen und neu aufgesetzt worden, sodaß dieser Blog und andere auf dem gleichen System laufenden Webseiten nicht mehr erreichbar waren, wobei mir letzteres aus bestimmten Gründen besonders leid tut.

Aufgrund des Vorfalls konnte ich in den letzten 10 Tagen auch nicht meine immer länger werdende Link-Liste zur VDS und anderen Themen in Blog-Einträge umwandeln. Das werde ich aber noch nachholen, auch wenn manches dann doch schon bißchen veraltet ist.