1. Februar 2015
Februar 201501

Dies & Das

Überwachung

TTIP, CETA und Co.

Maut

Sonstiges

29. Januar 2015
Januar 201529

Leben ohne elektronische Gesundheitskarte (eGK)

Ich mache da gerade meine ersten Erfahrungen. Die sind zum Glück bei weitem noch nicht so schlimm wie die hier (Kommentare lesen!). Dazu kann man nur sagen: Wir leben in einem tollen Rechtsstaat: Macht man von seinem Recht Gebrauch (z.B. dem Klagerecht oder dem Recht auf informationelle Selbstbestimmung), wird man beschimpft, drangsaliert, genötigt und erpreßt. Und viele machen mit. Mir soll noch jemand erklären, die Menschen hätten irgendetwas aus unseren zwei totalitären Staatssystemen gelernt.

25. Januar 2015
25

Dies & Das

TTIP & Co.

Sonstige Politik

eGK/eHealth

Lügenpresse

Islam

25. Januar 2015

Crypto Wars – hat der finale Kampf um die Bürgerrechte begonnen?

Das Grundrecht, sich unbeobachtet zu bewegen, sei es in der realen Welt oder im Internet, droht nun final unter die Räder zu kommen. Die Attentate auf Charlie Hebdo und den jüdischen Supermarkt kommen den Feinden der Freiheit in den Politikerriegen der EU-Staaten und der EU selber gerade recht, egal, ob die nun geforderten Maßnahmen diese hätten verhindern können oder nicht.

Da wäre zum einen die nun wieder aufkommenden Forderungen nach der Vorratsdatenspeicherung, wie ich auch schon berichtet habe. Merkel hat das in ihrer Regierungserklärung nochmal betont. Schizophren dabei ist, daß sie sagt, es verbiete sich der Generalverdacht gegen die Moslems, aber sie gleichzeitig den Generalverdacht gegen alle durch die Vorratsdatenspeicherung gutheißt. Und offenbar ist die SPD jetzt auch schon final umgefallen.

Sascha Lobo hat hierzu noch einen passenden Kommentar über die Nutzlosigkeit der VDS veröffentlicht.

Neu sind aber die Forderungen, die Nutzung von Verschlüsselungstechnologien zu verbieten oder so einzuschränken, daß der Staat immer mitlesen kann, wann immer er es gerne möchte. David Cameron, Regierungschef des Landes, in dem der Roman 1984 spielt und das heute dem dortigen fiktiven Überwachungsstaat am nahesten kommt, startete die öffentliche Diskussion. Auch davon hatte ich in einem früheren Beitrag schon geschrieben.

Daß Großbritanniens bester Schnüffelpartner, die USA, Camerons Vorschlag sofort aufgreift (siehe auch Golem.de), ist nicht weiter verwunderlich. Nach Initiative des EU-Anti-Terror-Koordinators Gilles de Kerchove findet aber auch der EU-Rat Gefallen an dieser blöden Idee, und Überwachungsfreund de Maizière ist ebenfalls auf den Zug aufgesprungen, wie Heise.de und Golem.de berichten. Erste Überlegungen hat das Innenministerium auch schon bekanntgegeben.

Das ganze stößt natürlich auf harsche Kritik. Verschlüsselung zu verbieten, abzuschwächen oder auszuhebeln bietet nicht nur den Behörden die Möglichkeit mitzulesen, sondern auch fremden, nicht »befreundeten« Geheimdiensten wie China oder Rußland sowie Kriminellen. Geschwächte Kryptographie beeinträchtigt nicht nur Privatpersonen, sondern auch Wirtschaftsunternehmen (Stichwort Spionage von Wirtschaftsgeheimnissen) und Banken und gefährdet die Sicherheit von (Atom-) Kraftwerken, Krankenhäusern und sonstiger Infrastruktur.

Die Grünen kritisieren diese Idee vehement und konstatieren der Bundesregierung fast schon genüßlich Schizophrenie, weil die Bundesregierung erst vor kurzem im Zuge der Snowden-Affäre beschlossen hatte, Deutschland solle das »Verschlüsselungsland Nummer eins« werden.

Kritik kommt nicht nur von den Grünen, selbst bei den Mitläufern der SPD regt sich ein bißchen soetwas wie Ablehnung. Große Ablehnung kommt aus der Wirtschaft, und natürlich von den Organisationen der Informatiker. Heise.de faßt diese Kritik zusammen.

Frank Rieger vom Chaos Computer Club kommentiert bei Heise.de zudem die neue Überwachungswut.

Mit dem Kryptographie-Verbot reicht es den Briten übrigens nicht. Da ihnen die Diskussion um Flugpassagierdaten (PNR) in der EU zu langsam geht, will sie mit den willigen Partnern Belgien, Frankreich, Polen, Holland und Spanien ein Abkommen zum Austausch treffen. Hierbei sollen nicht nur Daten von Flügen ausgetauscht werden, die die Grenzen der EU passieren, sondern auch innereuropäische. Das ist nämlich auf der EU-Ebene noch heftig umstritten.

14. Januar 2015
14

Dies & Das

Einschränkungen der Grundrechte

Es sind vielleicht noch nicht einmal alle Opfer unter der Erde, da wird der Terrorakt gnadenlos ausgeschlachtet.

TTIP

Die Europäische Kommission hat die rund 150.000 Eingaben nun ausgewertet. Rund 97% haben sich dagegen ausgesprochen oder Bedenken geäußert. Wirklich beeindrucken läßt sie sich durch die Bürger natürlich nicht, sie ist ja schließlich ihre Vertretung, und will an dem Abkommen festhalten. (Siehe auch Süddeutsche Zeitung). Ich hoffe, das wird noch etwas mit dem Volksbegehren. Auch die Zeit fordert in einem Kommentar auf: »Nicht nachlassen!«.

Am Samstag ist übrigens Demo gegen TTIP in Berlin. Wer kann, sollte hin!

Gen-Food

Sonstiges

12. Januar 2015
12

Propaganda-Schlacht um PEGIDA

Der deutsche Mainstream hat jetzt offenbar den Propaganda-Krieg gegen PEGIDA erweitert. Er hat französische Karikaturisten überredet, ein Flugblatt zu entwerfen gegen die Vereinnahmung des Terroranschlags durch die Pegida:

»Wir lehnen es ab, daß Pegida das Gedenken an unsere Kollegen vereinnahmen will«, sagte ein Mitorganisator und Sprecher der Aktion der Deutschen Presse-Agentur. Wegen des Anschlags auf die französische Satirezeitschrift »Charlie Hebdo« mit zwölf Toten haben die Pegida-Organisatoren ihre Anhänger aufgefordert, bei der Kundgebung an diesem Montag in Dresden Trauerflor zu tragen. Pegida stehe für all das, was die Kollegen von «Charlie Hebdo« durch ihr Werk bekämpft hätten, hieß es.

Also, Vereinnahmung des Terroranschlags durch Politik und Medien gegen die Vereinnahmung des Terroranschlags durch PEGIDA. Klasse! Ich frage mich auch, ob die beteiligten Leute wirklich wissen, was PEGIDA will (und zum Beispiel das Positionspapier kennen), oder ob den nur zugeflüstert wurde, das seien alles ganz böse Nazis.

Hier der Aufruf PEGIDAs vom 7. Januar, kopiert von deren Facebook-Seite, weil bis auf das letzte Wort nichts von dem Text in der Presse zitiert wird:

Liebe Freunde,

auch wenn der heutige feige Anschlag in Paris, ein Anschlag auf Meinungsfreiheit, Demokratie, auf Europa, letztlich auf uns alle, Wasser auf unsere Mühlen zu sein scheint, nehmen wir dies nicht zum Anlaß, uns damit zu brüsten, wir hätten es ja schon immer gewußt. Nein, eben weil wir keine Schreihälse sind, als die wir verunglimpft werden, keine Claqueure sind wie diejenigen, die uns reflexartig mit „Nie-wieder-Deutschland – hindern wollen, uns mit unseren Abendspaziergängen meistens schweigend zu artikulieren, lassen wir diejenigen aufschreien, die es immer tun, wenn sich aktuell etwas Außergewöhnliches, Furchtbares ereignet. Wir schweigen in Trauer und Demut und in Solidarität mit den Familien der französischen Redakteure, die jetzt erste Opfer wurden. Wir schweigen und werden am Montag wieder spazieren gehen: schweigend und mit einem Trauerflor!

Übrigens, Trauer zu zeigen ist auch eine Form der Meinungsäußerung. Und auch die Opfer, deren Angehörigen und deren Gesinnungsgenossen müssen das ertragen, ob es ihnen paßt oder nicht. Sonst ist die Meinungsfreiheit nur ein Wort auf einem Stück Papier.

11. Januar 2015
11

Über die Instrumentalisierung des Charlie Hebdo-Anschlags

Als die ersten PEGIDA-Anhänger dem Sinne nach »da seht Ihr es!« gerufen haben, war die Entrüstung gleich da. Es sei doch unerhört, daß das Attentat instrumentalisiert wird.

Nur – die anderen machen es ganz genau so.

Da sind zum einen die rechten und bürgerrechtsfeindlichen Gestalten in der CSU, CDU, SPD und der Polizei-Gewerkschaft. Wie kaum anders zu erwarten, kommt – mit dem Hinweis auf das Attentat im Gepäck – wieder der Ruf nach der Vorratsdatenspeicherung, wie z.B. Golem.de und Heise.de vermelden. Nicht nur, daß die Urteile des Bundesverfassungsgerichts und des Europäische Gerichtshofs dagegensprechen (letzteres hat laut Rechtsgutachten des juristischen Dienstes des Bundestags auch Wirkung auf die nationalen Gesetzgebungen): Frankreich hat seit vielen Jahren die Vorratsdatenspeicherung, und sie konnte das Attentat, wie wir nun sehen, auch nicht verhindern. Aber das sind nur störende Fakten… Auch wird juste au moment die Ausweitung der Video-Überwachung gefordert. Der bekannte Internet-Anwalt und Blogger Thomas Stadtler nennt beides irrational, unseriös und beängstigend. Auch der Datenschutzbeauftragte von NRW warnt vor blindem Aktionismus. Doch nicht nur von den »üblichen Verdächtigen«, sondern auch von Innenpolitikern kommt Kritik an den erneuten Forderungen.

Zum anderen versucht die Presse selbst, das Attentat für sich zu instrumentalisieren. Sie deutet das Attentat als Angriff gegen die Pressefreiheit um, es ist jedoch ein Angriff auf die Meinungsfreiheit. Der Blogger Hadmut Danisch beschreibt das in seiner üblichen Klarheit und Direktheit. Speziell geht es um diese Aktion des Bundesverbands Deutscher Zeitungsverleger.

[…] mit der die Presse versucht, sich […] als Opfer darzustellen und versucht, bei jeder Gelegenheit, bei der es Opfer gibt, etwas vom – Je suis Charlie – Opferstatus und Mitleid für sich mitzunehmen. Vorher das Maul nicht aufkriegen, aber hinterher auch wackerer Kämpfer für die Pressefreiheit sein wollen, wenn’s gerade mal Heldenstatus hat. Helden des Augenblicks, die nach dem Glück herbeigerannt kommen, um sich mit auf’s Foto zu stellen.

[…]

Journalisten glauben, daß Pressefreiheit ein (Grund-/Menschen-)Recht wäre, das einer bestimmten geschlossenen Personengruppe zusteht, aber inhaltlich nicht näher bestimmt ist. Als sei Pressefreiheit ein Sonder-Recht der Journalisten, zu tun, was sie wollen. Quasi eine Elite, die mit einer Art Sonderrechtsblaulicht auf dem Dach herumfährt, so wie die Polizei im Straßenverkehr Sonderrechte hat. Deshalb stellen sich Journalisten auch so gerne in ihren Rechten verletzt dar.

Dabei ist es genau umgekehrt:

Pressefreiheit ist ein Recht, das jedem zusteht, nicht nur einer Auswahl, geschlossenen Gruppe oder Elite, das jedoch nur zu bestimmten Handlungen berechtigt.

[…]

Es geht denen auch gar nicht um Pressefreiheit, sondern um eine Gelegenheit, sich als Personenstand als Opfer zu stilisieren, denn das hat sich ja (siehe Feminismus) bewährt: Nur niemals eine Gelegenheit auslassen, Opfer zu sein. Es rentiert sich, Opfer zu sein, vor allem, wenn man bei der Tat nicht dabei war und erst nachträglich, wenn die Gefahr vorbei ist, dem Opferkollektiv durch billige und mühelose Symbolik beitreten kann. 12 Leute wurden ermordet, und die Meute kommt in betroffenheitsindustriellem Ausmaß daher und ruft »Wir wollen aber auch Opfer sein!«

Es ist grotesk, aber: Die wenigsten Journalisten machen heute noch das, was inhaltlich unter Pressefreiheit fällt: Nämlich das Recherchieren. Ausgerechnet die, die Pressefreiheit schon lange nicht mehr verwenden, beschweren sich am lautesten über deren Verletzung. Als ob sich der Blinde beschwert, daß ihm jemand das Licht ausgeschaltet hat.

Ich hoffe, Herr Danisch ist mir nicht böse, daß ich soviel von ihm zitiere. Ich kann nur empfehlen, den Blog-Eintrag zu lesen.

In die gleiche Kerbe haut der Blogger Stefan Niggemeier. Wie er kritisiert er die Aktion des BDZV, darin speziell den Versuch der Gleichsetzung der PEGIDA mit den Terroristen in ihrem Verständnis der freien Presse.

Der Vorwurf, der darin steckt, ist perfide und falsch. Er ist perfide, weil er Menschen, die friedlich demonstrieren, mit einem Verbrechen in Verbindung bringt, das sie nicht befürworten, nicht gutheißen und das nicht in ihrem Namen begangen worden ist. Und er ist falsch, weil die Zeitschrift »Charlie Hebdo« aus Sicht der Pegida-Leute genau das Gegenteil dessen ist, was sie als »Lügenpresse« beschimpfen.

[…]

Aber die Parallele, die die Karikatur zwischen den Worten der Pegida-Anhänger und den Taten des islamistischen Terroristen zieht, ist falsch. Und ihre Wirkung ist verheerend. Wiederum aus Sicht dieser Leute formuliert: Die deutsche »Lügenpresse« ist nicht nur zu feige, die Wahrheit zu sagen. Sie erklärt sich nach den Attentaten sogar für solidarisch, wenn nicht identisch mit denen, die dafür nicht zu feige waren. Und erklärt stattdessen ihre Kritiker zu Komplizen der Täter.

Die Presse bestätigt aus Pegida-Sicht so, auf kaum zu übertreffende Weise, den Vorwurf von der »Lügenpresse«.

Auch hier kann ich nur empfehlen, den ganzen Artikel zu lesen.

Um das Verhalten der Presse geht es auch in einem Artikel von Glenn Greenwald, der mit der Snowden-Affäre bekannt wurde. Er beschäftigt sich mit der Thematik, daß Meinungs- und Pressefreiheit immer dann hochgehalten werde, wenn es gegen den Islam geht. Wenn es gegen das Judentum oder gegen den Westen ginge, dann sind alle schnell mit der Kritik, mit Beschimpfung als Antisemitismus, mit Zensur, mit Verhaftungen dabei. Aus diesem Grund fügt er als Solidarität mit Charlie Hebdo nicht anti-islamische Karikaturen ein, sondern auch anti-jüdische und anti-israelische: In Solidarity With a Free Press: Some More Blasphemous Cartoons.

8. Januar 2015
08

Diese elendige Doppelzüngigkeit

Unser Innenminister in Bezug auf den jüngsten Anschlag auf die Redaktion von Charlie Hebdo: »Terroristische Anschläge haben nichts mit dem Islam zu tun«. Das wäre also so, wenn man zum Verbrechen Breiviks und den Verbrechen des »Nationalsozialistischen Untergrund«-Trios sagen würde, sie hätten nichts mit Rechtsradikalismus zu tun (welche sehr wohl damit zu tun haben). Ich bin davon überzeugt, daß unter anderem diese Art der Verlogenheit von de Maizière und anderen Politikern die Leute zu PEGIDA treibt.

6. Januar 2015
06

Dies & Das

31. Dezember 2014
Dezember 201431

Dies & Das

TTIP & Co.

Datenschutz, Überwachung & Co.

PEGIDA

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