Die Welt berichtet von einer Studie des Bundesinnenministeriums zum Alltag und zu den Einstellungen
bei der Polizei. Sie kommt unter anderem zum Schluß, Polizisten hätten
Vorurteile gegen Obdachlose und Muslime. Daß dieses Ergebnis natürlich von
der derzeitigen Innenministerin Faeser ausgeschlachtet wird, brauche ich
eigentlich nicht zu erwähnen.
In den Leserkommentaren zeigt sich mal wieder die Diskrepanz zwischen der
politischen/medialen Kaste in diesem Land und den Bürgern mit
Lebenserfahrung. Man ist einhellig der Meinung, daß das keine
Vorurteile sind, sondern Urteile, die sich aus der konkreten
Polizeiarbeit ergeben. Die Studie stellt ja selber fest, daß gerade ältere
Polizisten darunter fallen. Unter den Lesern befinden sich vorgeblich auch
Polizisten und solche, die direkten Kontakt zu Polizisten besitzen, und
diese bestätigen, was wir alle wissen: Bestimmte Personengruppen fallen
besonders auf. Da kann Faeser noch so laut von Vorurteilen,
Diskriminierungen, Rassismus, Formen von Menschenfeindlichkeit,
Rechtsextremismus und mit sonstigen Schlagworten aus dem
marxistisch-sozialistischen Gutmenschen-Wortschatz plärren.
Was macht man, wenn ein Begriff verbraucht ist? Man erfindet einen neuen!
Irgendwann in der letzten Dekade hat die Politik die Daten entdeckt. Sie
haben angefangen, die Datensparsamkeit schlechtzureden. Stattdessen war von
Datenreichtum, Daten als der Rohstoff des 21. Jahrhunderts, als das neue Öl
die Rede. Doch das gemeine Volk hat mittlerweile verstanden, daß es um
ihre Daten geht und daß sie bei der vermeintlichen Wertschöpfung
leer ausgehen werden. Reichtum sowieso, aber auch Rohstoffe und Öl sind
heute mit Ausbeutung und Neokapitalismus konnotiert – ganz schlecht für die
Politik.
Nun, der neue Begriff heißt dann wohl »Datenraum«. Benutzt wird er bei
der Diskussion um die Patientenakte und die Zweitverwertung der Daten für
»Forschungszwecke« auf EU-Ebene. Mir ist das heute aufgefallen, als Heise
ein Update zu dem vor gut einer Woche erschienenen Artikel, den ich auch als Lesetip
verlinkt hatte, brachte. Eine kleine Suche auf Wikipedia ergab, daß es zwar
tatsächlich einen noch jungen Begriff des
Dataspace gibt und
der auch in Verbindung mit Big Data in Verbindung steht, aber ich kann mich
dennoch nicht des Eindrucks erwehren, daß hier die Politik ein neues
Buzzword gefunden hat, wie früher das »Internet of Things«, die
»Blockchain«, die »KI« usw.
Um auf das Update in Sachen Gesundheitsdaten, über das ich eigentlich
nur kurz verlinken wollte, zurückzukommen: Die Datenschutzkonferenz von
Bund und Ländern kommt in einer Stellungnahme zu dem Schluß, daß die Pläne
der EU ungenügenden Schutz der Patientendaten bietet, ja, daß die Pläne
datenschutztechnisch zum Teil unzulässig seien.
Überrascht hat mich die Bewertung in keinster Weise. Sie paßt
uneingeschränkt zu dem Bild, das ich von der EU und den Mitgliedstaaten
habe.
Die Hemmungen fallen immer mehr, sowohl bei der EU als auch in den USA.
Im Rahmen des Bewußtseins um die Privatsphäre hatte sich der Begriff
»privacy by design« gebildet. Programme und Systeme, die mit privaten
Daten, von Gesundheitsdaten bis zu Kommunikationsinhalten, arbeiten, sollen
so konstruiert sein, daß ein Mißbrauch, ein Abgriff der Daten unmöglich
oder zumindest erschwert wird.
Mit dem Vorwand, man könne kriminelle oder terroristische Aktivitäten in
der digitalen Welt nicht mehr verfolgen, »blind und taub« zu werden,
forcieren die »demokratischen und rechtsstaatlichen« EU und USA, diese
sinnvolle Vorgehensweise ins Gegenteil zu pervertieren. Sie fordern »lawful access by design«. Daß solche »Hintertürchen«
vom Staat und auch von Kriminellen früher oder später mißbraucht werden,
ist keine abstrakte Theorie, sondern Lebenswirklichkeit.
Der Blogger Danisch extrapoliert die Entwicklung mit seinem bekannten und meist auch
zutreffenden Pessimismus. Ich teile seine Meinung, die in die Richtung
geht, daß es in nicht allzu ferner Zukunft keinen großen Unterschied
bezüglich der Freiheit mehr macht, ob man in China oder in EU lebt, wobei
die Kontrolle dann noch viel schlimmer ist als heutzutage in China. Einzig
die totalitären Ideologien werden sich unterscheiden – Mao-Kommunismus
versus Öko-Kommunismus.
In die Richtung geht auch eine weitere Heise-Meldung vom heutigen Tage. Sowohl die schon im
Verabschiedungsprozeß fortgeschrittene E-Evidence-Verordnung als auch die
geplante Verordnung zur Chatkontrolle werden vermutlich das Verbot der
Vorratsspeicherung unterlaufen. Und das sei auch von den Mitgliedsstaaten
durchaus gewollt.
Ein Leser von meinem Blog äußert regelmäßig Kritik an dem Blog bzw. an
mir. Ich sehe das zwar als freundlichen Versuch, mich aufzuziehen, bin mir
aber manchmal nicht ganz sicher, ob er es nicht doch ernst meint.
Vorwurf 1: Ich wäre nicht investigativ, ich »würde nur
abschreiben«.
Selbst wenn ich nur abschreiben würde, wäre es vielleicht aus
urheberrechtlichen Gründen ein Problem, aber sonst gar nicht. Ich bestimme,
was meinen Blog ausmacht, welche Themen ich behandele und wie ich sie
behandele. Keiner hat das Recht, mir irgendwie vorzuschreiben, worüber und
in welcher Art ich zu schreiben habe.
Daß ich keinen investigativen Journalismus betreibe, ist offensichtlich.
Allein fehlt mir die Zeit dazu, aber auch der große Drang danach. Genauso
offensichtlich ist aber, daß ich nicht abschreibe. Stattdessen greife ich
meist Themen aus der Presse oder aus anderen Quellen auf und kommentiere
sie, schreibe, was ich darüber denke. Nicht ohne Grund habe ich mir die
Figur des Grantlers ausgewählt. Ich verweise da auch gerne auf
meinen allerersten
Blogeintrag. Manchmal gelingt es mir aber auch, darüber hinauszugehen,
Themen zu verknüpfen, Hintergrundinformationen zu geben. Das hängt aber
auch von Zeit, Lust und Gelegenheit ab. Zusammengefaßt ist und bleibt es
ein privater Blog und ist keine Publikation mit journalistischem
Anspruch.
Vorwurf 2: Ich hätte keine Kommentarfunktion.
Ja, das stimmt, gut beobachtet. Und? Hier liegt ein beliebtes
Mißverständnis vor. Meinungsfreiheit heißt nicht, daß jeder jedem die
Möglichkeit bieten muß, seine Meinung zu äußern. So ist es sicher unschön,
daß man bei vielen Zeitungen mittlerweile keine Kommentare mehr
hinterlassen kann, aber das ist keine Einschränkung im Sinne der
Meinungsfreiheit. Mir bietet ja die Bundesrepublik Deutschland ja auch
keine Plattform an, die Regierung, den Bundespräsidenten, das
Bundesverfassungsgericht zu kritisieren. Die einzige Verpflichtung, die sie
hat, ist, mich nicht daran zu hindern, selber meine Meinung öffentlich zu
machen. Und das tut sie (noch) nicht wirklich. So muß ich halt selber Geld
und andere Ressourcen investieren, um das zu erreichen. Und genauso muß es
der Leser dann auch tun, er kann im Rahmen des Zitierrechts Teile meiner
Aussagen hernehmen und seinerseits kommentieren, innerhalb der Grenzen der
Gesetze.
Übrigens sind generell die Verantwortlichkeiten beim Betreiben von Foren
und ähnlichen Systemen, wo Dritte Inhalte hinterlassen können, dank SPD
(Heiko Maas, NetzDG) und EU mittlerweile so hoch, daß man enorm viel Zeit
in die Kontrolle und Pflege der Beiträge hineinstecken muß, um nicht mit
einem Bein im Gefängnis zu stehen. Blog-Betreiber haben auch schon
berichtet, daß von Andersdenkenden gezielt problematische Kommentare
abgegeben werden, teils auch in False-Flag-Manier, um sie in Mißkredit zu
bringen. Das muß ich mir wirklich nicht antun.
Ein drittes Mal kein Aprilscherz, obwohl ich das im ersten Moment
tatsächlich dachte.
Wir haben ja in Berlin schon den Bundestag, der meist als Theater
fungiert, in dem uns regelmäßig ein Stück namens »Demokratie« aufgeführt
wird. Nicht nur, daß die Schauspieler mehrheitlich mittelmäßig bis schlecht
sind, auch die Inszenierungen selber sind auch häufig unerträglich. Wie ich
gestern auf Twitter las, wird dieses Theater nun tatsächlich um einen
Zirkus ergänzt. In ihm werden 160 Affen auftreten. Dompteure werden sie
trainieren, damit sie im richtigen Moment das in der Theaterinszenierung
geforderte Kunststück vorführen. Die Affen stellen Platzhalter für die
Gesamtheit aller Affen in der Republik dar.
Ursprung des Gezwitschers auf Twitter war diese Meldung der Bundestagspräsidentin Bärbel Bas, die Sozialistin
und Antidemokratin, die auch die zweifach von Landesverfassungsgerichten
als verfassungswidrig erklärte
Abgeordneten-Parität im Bundestag einführen will.
Es geht, um von meiner blumigen Umschreibung wegzukommen, mal wieder um
das Thema »Bürgerräte«. Ich hatte in diesem Blog schon mehrfach über diese
Bürgerräte geschrieben. Angefangen hatte das damit, daß die Sekretärin für
Agitation und Propaganda und spätere
ausgezeichnete Bundeskanzlerin Angela Merkel »Bürgerdialoge« im
Land veranstaltet hatte, in denen sie der Bevölkerung ihr Ohr lieh. Daß
jemals etwas davon Einfluß auf ihre Politik genommen hätte, ist nicht
bekannt. Zudem wurde gemunkelt, daß die Teilnehmer sowieso handverlesen
gewesen seien. Weiter ging es mit einem von privaten Organisationen, unter
anderen der Verein »Mehr Demokratie«, veranstalteten »Bürgerrat
Demokratie«. Die Süddeutsche Zeitung berichtete darüber und war als bekanntes
linkes Blatt natürlich begeistert.
Das Format dieser Veranstaltung ist auch das Vorbild für die
geplanten Bürgerräte. Daß auch hier wieder der Verein »Mehr
Demokratie« seine Finger im Spiel haben wird, zeigt die Verflechtungen
zwischen Politik und NGOs und wirft die Frage auf, ob auch obiger
»Testlauf« nicht schon mit Wohlwollen und Unterstützung seitens der
Regierung durchgeführt wurde. Ein Indiz dafür ist auch, daß bereits ein
halbes Jahr später, im Juni 2020, der Ältestenrat das Thema aufgriff und
die Einführung eines Bürgerrats beschloß.
Ich
berichtet davon in meinem Blog, war aber insgeheim davon ausgegangen,
daß das versanden würde. Das war es offenbar auch, denn laut
Pressemitteilung vom Freitag gab es 2022 einen weiteren Beschluß des
Ältestenrats. Es kann aber auch sein, daß der erste durch das Ende der
Legislaturperiode ungültig wurde. Es gibt ja solche Spielregeln im
Bundestag.
Dankbar aufgegriffen wurde die Idee des Bürgerrats zwischenzeitlich von
Merkels gelehrigsten Schülerin, Ursula von der Leyen. Kaum an der Spitze
der EU angekommen, ließ sie eine »Konferenz zur Zukunft Europas« nach dem
Prinzip dieser Bürgerräte veranstalten. In dieser nachweislich
manipulierten Veranstaltung ließ die EU sich von »Bürgern« den Wunsch zu
einem zentralistischen Superstaat »bestätigen«.
Ich hatte das
hier thematisiert.
Auch die Klimaterroristen greifen die Idee der Bürgerräte auf. Ich schrieb letzten Monat schon darüber, wo ich auch noch einmal
ausführlicher auf die demokratiefeindliche Konzeption dieser Räte
eingegangen bin. Im Gegenteil zu dem jetzt von der Ampel ins Leben
gerufenen Bürgerrat sollen aber deren Räte tatsächlich
Entscheidungsgewalt bekommen, was ohne Frage dem Demokratieverständnis
unseres Grundgesetzes widerspricht.
Da die Bundestagsversion jedoch nur beratende Funktion hat, kann
man diesen Vorwurf hier nicht machen. Ob jetzt der Bundestag eine
Entscheidung gegen den Mehrheitswillen der Bevölkerung mit oder ohne einer
Empfehlung eines solchen Rates macht, ist aus demokratischer Perspektive
gleich schlecht und somit unerheblich. Aber er dient halt als weiteres
Mittel der Propaganda, zur Vermittlung und Aufrechterhaltung des Eindrucks
für die politisch Uninteressierten und Uninformierten, die getroffene
Entscheidung entspräche dem Mehrheitswillen, und für die aktiven Gegner,
sie seien in der Minderheit. Hierzu ist aber tatsächlich gar kein neues
Instrument notwendig. Wir sehen ja, daß mit Hilfe der willfähigen Presse
und dem mit der Politik verwobenen öffentlich-rechtlichen Rundfunk bereits
genau das erreicht wird anhand von Themen wie der Euro-Rettung, der
Migration, der EU-Integration, der Corona- und Klima-Politik.
Wir leben schon lange in einer Scheindemokratie, und solange die Bürger
nicht aus ihrer Unmündigkeit aufwachen und das realisieren, wird sich daran
auch nichts ändern.
Auch kein Aprilscherz: Tagesschau streicht das Wort »Mutter«. Der Originalartikel ist
hier zu finden.
Nachtrag: Wie die Bild berichtet, hat die Tagesschau tatsächlich den Text geändert.
Ich wollte schon schreiben, sie habe das eingesehen, aber ob da
wirklich Einsicht dahintersteckt, kann ich nicht beurteilen. Vermutlich
aber eher nicht.
Nach dem haarsträubenden Urteil des Berliner Verwaltungsgerichts kommt
der nächste Hammer: Niedersachsen will jetzt das Gendern über die Schule
durchdrücken. Dort soll Genderschreibung in Klassenarbeiten nicht mehr als
Rechtschreibfehler gewertet werden. Die Verpflichtung, sich an die
Rechtschreibregeln zu halten, ist egal. Mal sehen, ob sich der
Rechtschreibrat dazu äußert.
Es ist heute ja der Standard in der Politik, das Recht beliebig zu
biegen, solange es nur der Ideologie dient. Eine der Quellen der
Politikverdrossenheit im Land.
Faktisch dürfte das aber sowieso egal sein. Ich habe mal gehört, daß
spätestens seit der Rechtschreibreform der Wert der Rechtschreibung in den
Schulen ganz niedrig angesetzt ist. Diktate werden wohl nicht mehr gemacht
und in höheren Stufen werden Rechtschreibfehler wohl nicht wirklich als
Fehler gezählt, speziell in Fächern jenseits des Deutsch-Fachs. Auch die
Nutzung des fatalen Prinzips »Schreiben nach Hören« in den Grundschulen hat
eine destaströse Folge für die Schreibkompetenz der Schüler. Ich bin mir
nicht sicher, ob man davon jetzt endlich komplett Abstand genommen hat.
Ich hatte die Tage schon mal über die Allmachtsphantasien der WHO
geschrieben. Und weil es mir gerade (wieder) über den Weg gelaufen ist:
Die WHO will den Impfstatus wie Krankheiten mit ICD-Codes kodieren,
und die Ablehnung soll dort mitkodiert werden.