Wie Heise berichtet, hat die EU in dem Ausschreibungsverfahren um das
stark kritisierte DNS4EU-Projekt (siehe auch meine beiden Blog-Einträge
über DNS4EU im speziellen und
DNS-Zensur im allgemeinen) ein Anbieterkonsortium ausgewählt. Bis
auf die tschechische Registry, die jedoch lediglich die Software stellen
will in Form ihres schon länger existierenden »Knot«-Servers, habe ich
keine bekannteren Namen der Internet-Industrie entdecken können. Aus meinem
beruflichen Umfeld weiß ich, daß einige der großen europäischen
Top-Level-Domain-Registries und auch andere bekanntere Firmen mit dem
Gedanken gespielt hatten, an der Ausschreibung teilzunehmen, aber es am
Ende nicht getan haben, weil sie nicht zum möglichen Helfers-Helfer eines
Zensurmechanismus werden wollten. So können wir nur hoffen, daß sich das
ganze am Ende in die Reihe vieler erfolgloser IT-Projekte der EU einreiht,
wie zum Beispiel auch die EU-Cloud-Alternative Gaia-X. Jeder kann dabei
mithelfen, indem er DNS4EU nicht nutzt. Wer den amerikanischen
Diensten nicht traut, hat Alternativen (siehe Heise-Artikel). Und man kann
auch völlig auf externe DNS-Dienste verzichten und den DNS-Resolver
selber betreiben. Wer einen Heimserver betreibt, kann sich zum Beispiel die
Software Unbound der niederländischen NLNet Labs installieren. Zur
Not geht auch ein PC, ist aber problematisch, wenn man auch Mobiltelefon
oder Tablet über das Heimnetz betreiben will. Es gibt wohl auch DSL-Router,
die selbständig als DNS-Resolver arbeiten können. Das ist zwar alles nicht
ganz trivial, aber Rocket Science ist es auf der anderen Seite auch
nicht.
Ein Nachtgedanke: Nachdem es Menschen geben soll, die sich angeblich
geschlechtlich im falschen Körper wähnen, ist mir aufgefallen, daß es das
womöglich auch für Politiker gilt. Ex-Bundeskanzlerin Angela Merkel, eine
Kommunistin im Körper einer CDU-Politikerin? Migrationsleugnerin und
Innenministerin Nancy Faeser, eine Faschistin im Körper einer
Sozialdemokratin? »Feministische« Außenministerin Annalene Baerbock, ein
Mitglied der Spaßpartei »Die Partei« im Körper einer Grünin? Wer weiß?
Alle Jahre wieder kommt die Forderung nach längerer Legislaturperiode,
diesmal noch gepaart mit einer Reduzierung des Wahlalters. Die Argumente
dafür sind dünn. Dagegen schon dicker: Die Verlängerung schwächt die
Demokratie, das niedrigere Wahlalter hilft den linken Parteien. Welch ein
Wunder, daß der Vorschlag gerade von der SPD-Tante Bärbel Bas kommt. Die Welt-Leser haben dagegen viel
bessere Ideen, wie man die Demokratie in Deutschland verbessern könnte. Sie
sind halt nur meist diametral zu den Wünschen der Berufspolitiker: Direkte
Demokratie, Begrenzung der Amtszeiten von Abgeordneten, Kanzler und
Minister zum Beispiel.
Auch die Welt selber findet den Vorschlag nicht besonders gut (Kommentar).
Nachtrag:
Kommentar in der Jungen Freiheit
Zwei interessante Kommentare in der NZZ vom gleichen Autor:
PS: Heute ist mein Blog neun Jahre online!
Rechtsanwalt Steinhöfel schreibt für die Bild: Parteien kungeln Verfassungsrichter aus. Drei Verfassungsrichter
sind zu ersetzen, weil ihre Amtszeit zu Ende geht. Wie üblich, geht das
mit Klüngelei. SPD, Grüne und FDP haben diesmal das inoffizielle
Vorschlagsrecht. Ich befürchte mal einen weiteren Linksruck in der
Rechtsprechung.
Auf der neuentdeckten Webseite »Edison« befindet sich auch ein Artikel
über den Datenschutz im Auto: Wer kriegt alles Zugriff auf die Autodaten? Erschreckend in der
ganzen Diskussion – und das ist kein Vorwurf an den Autor – ist, daß der
Eigentümer beziehungsweise der Fahrer, der direkte oder indirekte
Generierer der Daten, kaum vorkommt (Beifahrer und andere
Verkehrsteilnehmer, die durch Videoaufzeichnung oder
Car-to-Car-Kommunikation erfaßt werden, erst recht nicht).
Es ist quasi so eine Selbstverständlichkeit aus Sicht der Autobauer,
Zugriff auf die Daten zu haben, als seien es ihre. Haben wir durch mehr
oder weniger glückliche Umstände bislang keine streckenabhängige
Autobahnmaut, die eine Aufzeichnung der Positionsdaten erfordert, kommt der
ganze Mist hier wieder durch die Hintertüre herein. Und das weckt natürlich
auch wieder Begehrlichkeiten des Staates. Die Datensammelei ist dabei nicht
Zukunftsmusik, die heutigen Autos schicken schon jede Menge Daten nach
Hause, und ich weiß gar nicht, wie man das zur Zeit verhindern kann
(Widerspruch?). Auch deshalb habe ich im Moment überhaupt keine Lust, mir
ein neues Auto zu kaufen, von der ganzen E-Mobilitäts-Problematik ganz zu
schweigen.
Wir haben zwar ein (vermeintlich) ganz tolles Datenschutzgesetz DSGVO,
aber wenn der Staat oder die Industrie es wollen, dann gibt es nicht einmal
mehr Opt-Out-Möglichkeiten, und die Datensouveränität oder, wie es das
Bundesverfassungsgericht mal formuliert hatte, als es noch ordentliche
Rechtsprechung gemacht hatte, die »informationelle Selbstbestimmung« ist
schlichtweg dahin. Wir sehen das ja gerade bei den hochsensiblen
Gesundheitsdaten.
In einem mir bislang unbekannten Online-Magazin namens Edison ist
ein fiktives Interview mit einem Chef eines Automobilherstellers im
Jahr 2035 erschienen. Der Autor behauptet jedoch, das Interview
sei nicht wirklich fiktiv, sondern basiere auf inoffiziellen Aussagen, die
aus Vier-Augen-Gesprächen des Autors mit Managern verschiedener
Automobilkonzerne stammen. Vieles, was in dem »Interview« geschrieben
steht, ist als Argument nicht neu, aber es zeigt – sollte der Autor nicht
schwindeln –, daß die öffentlichen und internen Positionen doch stärker
divergieren, und die Automobilindustrie eine gute Miene zum bösen Spiel
macht, um nicht noch schlechter dazustehen, als sie es jetzt schon tut. Es
zeigt auch, daß die Kritik an der Elektromobilität nicht die von alten,
rückwärtsgewandten Idioten ist.
Aufmerksam auf den Artikel wurde ich übrigens durch einen
Beitrag im
YouTube-Kanal Darius.